Jenson Button GBR Team Kunimitsu Honda beim DTM-Lauf auf dem Hockenheimring. Copyright Thomas Pakusch Jenson Button GBR Team Kunimitsu Honda at the DTM race at the Hockenheimring Copyright Thomas Pakusch
Jenson Button steigerte sich mit seinem Honda im Verlauf des ersten Trainings. | Foto: Jenson Button

Motorsport

DTM-Finale in Hockenheim mit Jenson Button: So schneiden die Gaststarter aus Japan ab

Anzeige

Auch wenn René Rast bereits als DTM-Champion fest steht, ist Spannung beim Finale in Hockenheim garantiert. Grund sind drei Gastautos der japanischen Rennserie Super GT. Mit dabei ist auch der Ex-Formel-1-Weltmeister Jenson Button. Noch haben die asiatischen Gäste aber so ihre Probleme.

Die Faktenlage vor dem finalen Wochenende der DTM klingt wenig nervenaufreibend: René Rast ist DTM-Champion 2019. Und in der Teamwertung führt sein Audi-Team Rosberg mit satten 394 Zählern vor Abt-Sportsline – ebenfalls eine Audi-Mannschaft. „Wenn wir ähnlich gut abschneiden, wie auf dem Nürburgring, sollten wir es schaffen“, prophezeite Jamie Green, Rasts Teamkollege, unter der Woche. Spannung klingt anders.

Reglement von DTM und Super GT angepasst

Dennoch versprüht das finale Wochenende auf dem Hockenheimring einen exotischen Reiz. Die Gründe parken in den ersten drei Boxen. Honda, Nissan und Lexus, drei Hersteller der japanischen Super-GT-Rennserie, fordern in Hockenheim als Gaststarter Audi, BMW und Aston Martin heraus. 2018 wurde das Reglement beider Rennserien teilweise angepasst, am Samstag und Sonntag duelliert sich die Elite der japanischen Rennserie erstmals mit der aus Deutschland. Im November kommen die DTM-Autos dann zu einem Show-Rennen nach Fuji in Japan.

Jenson Button am Steuer in Hockenheim

Apropos Elite: Einer aus der asiatischen Delegation ist der Ex-Formel-1-Weltmeister Jenson Button (Honda). Der Brite brettert seit 2018 über Japans Rennstrecken und wurde auf Anhieb Super-GT-Meister. „Ich habe keine Ahnung, was uns erwartet“, verwies Button auf die Unterschiede zwischen den Autos der beiden Serien. In der Super-GT gibt es keine stehenden Starts, die Boxenstopps sind viel länger. Dazu kommen technische Unterschiede. Über allem steht aber das Thema Reifen. In der Super-GT wählen die Teams aus vier Gummi-Herstellern. Die DTM setzt auf Einheitsreifen von Hankook. „An die Reifen müssen wir uns gewöhnen“, erklärte Button. Deshalb durften die Super-GT-Fahrer bereits am Donnerstag auf die Strecke. „Unter trockenen Bedingungen waren die Zeiten okay“, so der 39-Jährige.

Regen macht Autos aus Japan zu schaffen

Der starke Regen beim ersten freien Training am Freitag offenbarte dann massive Unterschiede. Tsugio Matsuda (Nisan) und Nick Cassidy (Lexus) parkten ihre Fahrzeuge im Kiesbett. Auch Buttons Zeiten waren zunächst unterirdisch. Später fehlten „nur“ knapp 2,8 Sekunden auf den Trainingsschnellsten Timo Glock (1,47.8/BMW). „Im Nassen müssen wir noch viel üben“, sagte der Brite. Auf Tipps der DTM-Profis können sich die Super-GT-Fahrer nicht verlassen. „Sie haben uns viel Glück gewünscht und gelacht“, witzelte Button. Champion Rast sah dennoch Potenzial: „Button hat einen riesen Schritt gemacht. Ich glaube sie sind bei den Rennen deutlich schneller.“

Rasts Vermutung wurde bereits im zweiten freien Training bestätigt: Da die Strecke immer mehr abtrocknete, lag Ryo Hirakawa zwischenzeitlich auf Rang fünf. Später wurde er durchgereicht, weil die Bedingungen noch besser wurden. Bester Super-GT-Fahrer war in der zweiten Session erneut Button auf Platz 15. Der Brite fuhr gute zwei Sekunden langsamer als der Schnellste des Trainings, Marco Wittmann (BMW/1,29.8 Minuten). Hirakawa wurde 17. mit 2,4 Sekunden Abstand. Nur das Nissan-Team um Ronnie Quintarelli und Matsuda scheint noch Probleme zu haben.

DTM erfindet sich neu

Die DTM erfindet sich mal wieder neu. Boss Gerhard Berger will die Serie internationaler gestalten. „Mal schauen, wie wir die nächsten Projekte angehen“, sagte er. Das Super-GT-Gastspiel sein ein „erster Annäherungsversuch“.