Handballer der SG Flensburg-Handewitt
Flensburgs Mannschaft jubelt über den wichtigen Sieg in Mannheim. | Foto: Uwe Anspach

Handball-Bundesliga

Flensburg holt Big Point und Schwung für Königsklasse

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Mannheim (dpa) – Ein Meisterbier konnten sich die Handballer der SG Flensburg-Handewitt auf der langen Bus-Heimreise vom erfolgreichen Osterausflug nach Mannheim noch nicht genehmigen.

Doch nach dem überzeugenden 26:23 (12:8)-Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen kann der Titelverteidiger die Getränke für die nächste Titel-Sause langsam kalt stellen. «Wir sind zu 80 Prozent deutscher Meister», frohlockte der starke SG-Torwart Benjamin Buric im Überschwang der Gefühle. Geschäftsführer Dierk Schmäschke sprach von einem «sehr großen Schritt», für Regisseur Rasmus Lauge war es ein «wichtiger Schritt zur Meisterschaft».

Trainer Maik Machulla vernahm solch forsche Töne gar nicht gern, auch wenn seine Mannschaft beim Champion von 2016 und 2017 eine titelreife Vorstellung bot. «Wir haben ganz viel Moral gezeigt», lobte Machulla. «Ich bin sehr beeindruckt von meinen Jungs.»

Von einer Vorentscheidung im Fernduell um die deutsche Handball-Krone mit dem Nordrivalen THW Kiel wollte Machulla trotz des sieben Spieltage vor Saisonschluss behaupteten Vier-Punkte-Vorsprungs aber nichts wissen. «Natürlich sind wir sehr erleichtert. Aber es ist brutal in der Bundesliga. Alle wollen uns schlagen. Deshalb muss man überall wach sein. Es ist noch nichts entschieden», mahnte der 42-Jährige.

Auch wenn die Flensburger am 12. Mai noch in Kiel antreten müssen, halten sie nun alle Trümpfe in der Hand. Denn nach dem überzeugenden Auftritt vor 13 200 Zuschauern stellt sich die Frage: Wer außer dem THW soll diese homogene Truppe in den ausstehenden Spielen noch schlagen? Das Restprogramm mit drei Heimauftritten gegen Leipzig, Melsungen und Berlin sowie den weiteren Auswärtsaufgaben in Göppingen, Stuttgart und zum Abschluss beim Aufsteiger Bergischer HC erscheint jedenfalls machbar.

Machulla traut seinem Team, in dem Keeper Buric mit zwölf Paraden und Top-Werfer Gøran Johannessen mit fünf Toren besonders heraus stachen, die Titelverteidigung zu: «Es ist die Qualität dieser Mannschaft, jeden dritten Tag zu liefern und ans Limit zu gehen. Wir sind im Flow und haben sehr viel Selbstvertrauen.»

Das wollen die Flensburger nun auch im Viertelfinale der Champions League gegen Ungarns Top-Team Telekom Veszprem um den Ex-Flensburger Kentin Mahe in die Waagschale werfen, um sich fünf Jahre nach ihrem Triumph in der Königsklasse erstmals wieder für die Endrunde in Köln zu qualifizieren. «Wir werden Vollgas geben», versprach Routinier Holger Glandorf vor dem Hinspiel an diesem Mittwoch (19.00 Uhr).

Ganz besonderes fiebert Lauge dem Duell entgegen, trifft der 27-Jährige doch auf seinen künftigen Verein. Noch schlägt das Herz des dänischen Weltmeisters aber für die SG: «Es wäre das Schönste für mich, Veszprem rauszuschmeißen und mit Flensburg im Final Four zu stehen.» Das wäre auch nach dem Geschmack von Erfolgstrainer Machulla. Der sieht die Chancen bei 50:50. «Es ist eine große Herausforderung, aber wir freuen uns darauf und werden es genießen.»