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Neuer Leistungstest

Hobby-Schiedsrichter müssen sich jetzt mehr ins Zeug legen

Bislang reichte ein Ausdauerlauf, um die sportliche Eignung für die Leitung von unterklassigen Fußballspielen nachzuweisen. Jetzt müssen die Hobby-Referees auch ihre Sprintfähigkeiten zeigen.

Aushängeschild: Daniel Schlager vom FC Rastatt 04, hier in einem Bundesliga-Spiel mit Leipzigs Emil Forsberg, ist der einzige Erstliga-Schiedsrichter aus Südbaden. Im Bezirk Baden-Baden klafft dahinter eine große Lücke, die weiteren Referees pfeifen höchstens in der Verbandsliga. Foto: Roger Petzsche/imago images

Es sind keine leichten Zeiten für Fußball-Schiedsrichter. Zu den zunehmenden Anfeindungen auf den Plätzen und den schwierigen Begleitumständen im Corona-Spielbetrieb gesellten sich in diesem Sommer auch höhere Maßstäbe beim sportlichen Leistungstest. „Die Kriterien sind um einiges härter geworden“, berichtet Bernhard Zerr, Schiedsrichter-Obmann im Fußballbezirk Baden-Baden.

So müssen nun auch die Schiedsrichter unterhalb der Landesliga den sogenannten Helsen-Test absolvieren. Dieser sei sehr intensiv und beinhalte zahlreiche Sprints, erklärt Zerr.

Hohe Durchfallquote bei Prüfungen

„Das geht an die Substanz“, sagt der frühere Bundesliga-Referee, der in seiner Vorab-Einschätzung bei der Prüfung in seinem Heimatort Ottersweier bestätigt wurde.

„Die Durchfallquote lag bei 40 Prozent”, berichtet Zerr. Beim bislang üblichen Cooper-Test (einem Ausdauerlauf über zwölf Minuten) seien weniger durchgefallen. Für den Spielbetrieb habe dies zwar keine direkten Folgen, allerdings könne nur beobachtet werden und somit am Ende der Saison bei entsprechender Beurteilung aufsteigen, wer den Test bestanden hat.

Ein Nachholtermin ist kurz vor dem Start in den Bezirksligen Ende August/Anfang September geplant – wohl wieder in Ottersweier. Zerr ist der Gemeinde dankbar, dass dies dort unter den Corona-Auflagen möglich ist. „Es war enorm schwer, eine Anlage zu finden”, berichtet er von zahlreichen Absagen.

Wir mussten beim Neulingslehrgang die Bremse reinhauen.
Bernhard Zerr, Schiedsrichter-Obmann

Erfreulich war für Zerr die Resonanz beim online angebotenen Neulingslehrgang, für den sich 120 Kandidaten in ganz Südbaden, davon sechs im Bezirk Baden-Baden, meldeten. „Wir mussten sogar die Bremse reinhauen.“ Beim Winter-Lehrgang wurden im Bezirk Baden-Baden bereits 18 Neulinge ausgebildet.

Grund zur Freude gab es auch über einige Aufsteiger in überbezirkliche Ligen. Hinter dem Aushängeschild Daniel Schlager, der sich momentan auf seine dritte Saison in der Bundesliga vorbereitet, klafft allerdings eine Lücke bis zur sechstklassigen Verbandsliga.

In diese stieg Thomas Schillinger vom FC Obertsrot auf, während der zuletzt in der Oberliga pfeifende Luka Gille vom SV Sinzheim aus zeitlichen Gründen seine Karriere beendete. Absteiger gibt es nach dem Corona-bedingten Saisonabbruch wie auch im Amateur-Spielbetrieb nicht.

Rund 130 Referees an der Pfeife

Die aktuelle Anzahl an Schiedsrichtern im Bezirk liegt bei 216, die sich auf die Gruppen Rastatt (89), Baden-Baden (53) und Achern (74) aufteilen. Das bedeutet immerhin eine kleine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (212), nachdem die Zahlen zuvor rückläufig waren.

Allerdings sind nur rund 130 Schiedsrichter tatsächlich an der Pfeife aktiv oder als Beobachter im Einsatz. Probleme bereitet weiterhin die qualifizierte Besetzung von Partien der Kreisliga A.

Eine neue Struktur erhalten indes die Lehrabende in den drei Gruppen (Rastatt, Baden-Baden und Achern). Künftig soll es davon nur noch sieben geben, mit einer Dauer von maximal 90 Minuten.



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