Drei Punkte
Kolumbien feierte einen 3:0-Sieg gegen Polen. | Foto: Thanassis Stavrakis/AP

Polen verliert

WM-Aus für Lewandowski: James führt Kolumbien zum 3:0

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Kasan (dpa) – Robert Lewandowski schlich mit gesenktem Kopf alleine zu den polnischen Fans, applaudierte kurz und verschwand dann schnell in den Katakomben der Kasan Arena.

Für den Stürmer des FC Bayern ist der Traum vom WM-Achtelfinale mit Polen nach einer Demütigung durch Club-Kollege James Rodríguez und Kolumbien früh geplatzt. Die Europäer verloren in Kasan eine nur zu Beginn ausgeglichene Partie klar mit 0:3 (0:1) und haben damit keine Chance mehr auf ihr erstes Achtelfinale seit 1986. Die Südamerikaner dagegen können im letzten Spiel der Gruppe H gegen Senegal mit einem Sieg aus eigener Kraft die K.o.-Runde erreichen.

Der nach einer Wadenverletzung in die Startelf zurückgekehrte James bereitete die Treffer von Yerry Mina (40. Minute) und Juan Cuadrado (75.) vor 42 873 Zuschauern vor. Radamel Falcao besiegelte mit dem zweiten Tor (70.) das WM-Aus für Lewandowski. Die Polen zeigten sich zwar im Gegensatz zum 1:2 beim WM-Auftakt gegen Senegal engagierter, ließen aber offensiv jede Durchschlagskraft vermissen und konnten in der zweiten Halbzeit auch defensiv gegen flinke Kolumbianer nicht mehr mithalten. Lewandowski kam kaum zu gefährlichen Aktionen.

«Ich weiß, dass die Polen und Robert jetzt draußen sind. Ich wünsche ihm alles Gute. Aber für mich zählt im Moment nur Kolumbien», kommentierte Matchwinner James.

Die Begrüßung der beiden Münchner Vereinskollegen Lewandowski und James vor dem Anpfiff fiel bei aller Brisanz herzlich aus. Neben James nahm Trainer Jose Pekerman weitere drei Änderungen vor. Ähnlich konsequent reagierte sein polnischer Kollege Adam Nawalka auf die enttäuschende Vorstellung gegen Senegal und beorderte ebenfalls vier neue Profis ins Team.

Der große Druck, der auf beiden Mannschaften lastete, war von der ersten Minute an spürbar. Denn die Partie begann sehr ruppig und mit vielen kleinen Fouls. Vor allem der WM-Dritte von 1974 und 1982 aus Polen war nach der beißenden Kritik in der Heimat merklich um Wiedergutmachung bemüht und schien von der Umstellung auf eine Dreierkette zu profitieren.

Doch mit zunehmender Spielzeit erhöhten die Cafeteros den Druck, brachten die polnische Defensive aber zunächst nicht ins Wanken. Erst die gefühlvolle Flanke von James auf Mina bescherte die Führung – und das bei der ersten wirklichen Chance des Spiels. Der Abwehrspieler des FC Barcelona köpfte aus vier Metern ein. Dagegen kam das polnische Angriffsspiel trotz aller Bemühungen von Lewandowski, der sich oft die Bälle von hinten holte, nahezu zum Erliegen.

Erst nach Wiederanpfiff näherten sich die Polen dem gegnerischen Strafraum wieder an. Davon profitierte auch Lewandowski, der in der 58. Minute erstmals seine große Torgefahr erkennen ließ. Doch Keeper David Ospina klärte in höchster Not gegen den Bundesliga-Torschützenkönig.

Auf der anderen Seite nutzten die Kolumbianer einen Konter zur Vorentscheidung. Im Stil eines echten Torjägers traf Falcao nach schönem Pass von Juan Quintero mit einem Flachschuss zum 2:0. Damit war der Widerstand der Polen gebrochen. Wieder einmal stahl der starke James seinem Vereinskollegen Lewandowski die Show. Mit einem sehenswerten Pass bediente er Cuadrado, der mit seinem Treffer alle Zweifel am verdienten Sieg Kolumbiens beseitigte.

Robert Lewandowski (r) versucht, Santiago Arias zu stoppen. | Foto: Frank Augstein/AP
Kolumbiens Abel Aguilar (M.) musste bereits in der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden. | Foto: Frank Augstein/AP
Yerry Mina (2.v.l.) traf per Kopf zur Führung Kolumbiens. | Foto: Thanassis Stavrakis/AP
Nach seinem Treffer lässt sich Torschütze Mina (M.) unter anderem von Davinson Sanchez (l) feiern. | Foto: Thanassis Stavrakis/AP
Der Kolumbianer Santiago Arias (l) und der Pole Dawid Kownacki fliegen beide am Ball vorbei. | Foto: Sergei Grits/AP
Kolumbiens Stürmer Radamel Falcao (M.) erhöhte auf 2:0. | Foto: Frank Augstein/AP
Polens Stürmerstar Robert Lewandowski kann das WM-Aus nicht fassen. | Foto: Frank Augstein/AP