Schlussjubel beim KSC, nach Spielende bedanken sich die Spieler des KSC bei den Fans. GES/ Fussball/ 3. Liga: Karlsruher SC -VfL Sportfreunde Lotte, 16.09.2017 -
Schlussjubel beim KSC, nach Spielende bedanken sich die Spieler des KSC bei den Fans. GES/ Fussball/ 3. Liga: Karlsruher SC -VfL Sportfreunde Lotte, 16.09.2017 - | Foto: GES

KSC nur Nummer acht im Land

Gefühlt haltlos im Moment

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Wie tief der KSC gesunken ist, ließ sich Anfang Oktober auf der Internet-Seite des SV Meppen nachlesen. Mit einer ätzenden Mischung aus vorgeblicher Ungläubigkeit und echter Häme haben die Emsländer das 2:0 über das Bundesliga-Gründungsmitglied dort verarbeitet: „Nein, das ist nicht Fifa 18, sondern ein Ligaspiel der 3. Liga gegen den (selbst ernannten) FC Bayern der Liga, den Karlsruher SC“, hieß es da.

Abseits solcher Kitzeleien und Gedanken an virtuelle Spielchen, ist ein im Wildparkstadion unter treuen Stadiongängern ganz real und häufig geäußerter Satz: „Schlimmer kann es nicht mehr werden.“ Doch schlimmer ging‘s in den zurückliegenden 18 Monaten immer. Und dieses Gefühl der Haltlosigkeit wird die Ordentliche Mitgliederversammlung in der Badnerlandhalle am Donnerstag atmosphärisch prägen.

41 von 135

Die Eckdaten dazu: Aus den 45 Punktspielen seit dem Weggang des Trainers Markus Kauczinski schöpfte der KSC, saison- wie Ligen-übergreifend, 41 von möglichen 135 Zählern. Macht einen Schnitt von 0,91. In der laufenden Drittligasaison erzielte der KSC in elf Spielen zehn Tore, kassierte deren 16. Nebenbei erfuhr der KSC die Schmach, nicht nur Meppens Aufsteigern, sondern dem selbst erklärten Dorfclub SG Sonnenhof Großaspach zu unterliegen, während das 1:0 über die Sportfreunde Lotte am achten Spieltag nur kurz als Momentum des Aufbruchs missverstanden werden konnte.

Keine Frage: Der KSC müsste sich durchgereicht fühlen. Selbst im baden-württembergischen Berufsfußball ist er, tabellarisch gesehen, nur noch Nummer acht. Der Trend ist der Freund der Finanzen schon mal gar nicht. Angesichts von nur noch knapp 700 000 Euro aus der TV-Vermarktung gewinnen die Ticketabsätze besondere Relevanz. Zuletzt kamen zwischen 8 500 und knapp 10 000 Besucher ins Stadion, rund 6 100 besitzen eine Dauerkarte.

Mitglieder wollen Fakten

Symbol der Hoffnung auf bessere Tage ist das Stadionbauprojekt, vergangenen Winter zwischen Stadt und Verein verbrieft. Vorarbeiten sind am Adenauerring zu besichtigen. Nur ein weiterer Abstieg würde es gefährden. So war Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) zu verstehen, als er kürzlich gegenüber dieser Zeitung sagte, über ein solches Szenario lieber nicht nachzudenken. „Ein Problem mit der Öffentlichkeit“ sähe er ab, würde sich der KSC „nicht mal mehr in der Dritten Liga halten können“.

Die vom neuen Cheftrainer Alois Schwartz im Umfeld eingeforderte „Demut“ lässt sich weder verordnen noch ließen sich aus ihr schnelle Erfolgsserien generieren. Verpasst man im Sommer den Wiederaufstieg, würden Einschnitte die Folge sein, hatte Wellenreuther eben gesagt. Nach der Niederlage in Meppen erinnerte der CDU-Bundestagspolitiker aber auch noch einmal an die für den KSC meisterlich ausgegangenen Drittligasaison 2012/13. „Da hatten wir nach 13 Spielen 16 Punkte, jetzt haben wir nach elf Spielen zwölf Punkte.“ Doch damals hatte der KSC einen Hakan Calhanoglu und in Kauczinski einen vereinserfahrenen Schraubenjustierer.

KSC muss Abhängigkeit darlegen

Fast zweieinhalb Jahre nach dem in der Relegation verpassten Bundesliga-Aufstieg erscheint der KSC wirtschaftlich maximal abhängig von Gönner und Vizepräsident Günter Pilarsky. Wie und mit welchen Auswirkungen er dies tatsächlich ist, ist der Inhalt eines Antrags aus der Mitgliederschaft, der das Präsidium am Donnerstag zu entsprechenden Darlegungen auffordert. Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs (30. Juni 2017) weist nach Informationen dieser Zeitung ein überschaubares Minus aus. Am Donnerstag in der Badnerlandhalle werden es die KSC-Mitglieder aus erster Hand genau erfahren.

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