Tennisanlagedes TC Rüppurr | Foto: GES

Pläne für ein WTA-Turnier

Großes Tennis für Rüppurr

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Die Tennisanlage des TC Rüppurr am Karlsruher Märchenring könnte ab dem kommenden Jahr und danach mindestens bis 2021 als feste Station im WTA-Turnierkalender auftauchen. Wie Thomas Vollmar, Präsident des Tennis-Bundesligisten, auf Nachfrage bestätigte, sind die Planungen des Vereins für ein Sandplatz-Event mit einer Dotierung von 125 000 US-Dollar inzwischen sehr konkreter Art.

Im November wird sich die WTA ein Bild von der Anlage machen. Sollten die Abgesandten der Spielergewerkschaft keine Bedenken hinsichtlich der Infrastruktur auf der Anlage haben und auch letzte wirtschaftliche Hürden genommen werden, würde der TC Rüppurr nach Stand der Dinge vom 21. bis 28. Juli 2019 erstmals mit dem neuen, spektakulären Format aufwarten. Diesen Termin will der Verein fristgerecht bis 1. November bei der WTA anmelden. Eine Zusatztribüne mit Kapazität für 1 500 Besucher soll während der Turnierwoche am Heinz-Steinbach-Platz, dem Center Court der Anlage, aufgestellt werden. Eine Sandplatz-Veranstaltung dieser Kategorie verspräche das Stelldichein einer Reihe von Spielerinnen aus den Top 100 der Weltrangliste.

Drittgrößtes Turnier deutschlandweit

Die Liqui Moly GmbH aus Ulm, bisher schon Sponsor des Bundesligisten, habe laut Vollmar zugesagt, für drei aufeinander folgende Auflagen des Großprojekts als Titelsponsor zu fungieren. So sei die Grundlage zu dessen Finanzierung gegeben, das dann deutschlandweit das drittgrößte nach dem Porsche-Grand-Prix in Stuttgart (710 000 US-Dollar) und dem zuletzt mit rund 227 000 US-Dollar dotierten WTA-Turnier in Nürnberg wäre. Über den Gesamtetat machte Vollmar keine Angaben. „Für unseren Verein würde das Turnier kein wirtschaftiches Risiko darstellen. Alles läuft über die TCR Sport und Event GmbH“, erklärte er.
Die GmbH, deren Geschäftsführer Teamchef Markus Schur ist, war erst Anfang dieses Jahres gegründet worden. Diese wickelte seither auch den Bundesligaspielbetrieb ab. „Wir arbeiten an vielen Strängen. Der WTA-Status bringt vielerlei Verpflichtungen mit sich“, berichtet Schur gegenüber dieser Zeitung. Bundesligamatches soll es ungeachtet der Pläne für das große Turniertennis auch künftig beim TCR geben. Das aber sei natürlich alles immer auch eine Frage des Geldes, sagt Schur, der sich aber sicher ist, dass das Rüppurrer Vorhaben in der hiesigen Wirtschaft als attraktives Angebot aufgefasst werden wird.

Meister Regensburg zieht sich zurück

Das kommende Jahr könnte für den Club sogar ein weiteres Highlight zu dessen 90-jährigen Bestehen bereithalten. Das Eckert Team Regensburg, zuletzt dreimal in Folge Mannschaftsmeister, hat sich aus dem Oberhaus zurückgezogen. Somit werden die Karten in der Saison 2019 ganz neu gemischt werden.
Der TC Rüppurr, Meister der Jahre 2006 und 2007, hatte sich in den zurückliegenden Spielzeiten der finanziellen Übermacht der Regensburger nicht nur sportlich zu beugen. Er hatte es auch zu ertragen, dass seine Topspielerinnen, darunter auch Wimbledonsiegerin Angelique Kerber, sich in unschöner Regelmäßigkeit ab- und dem Team an der Donau zuwanden. Dort hatte sich die Eckert Schulen AG als Namenssponsor während der zurückliegenden sechs Jahre gehörig investiert. Nun aber verlängerte die Unternehmensgruppe ihren auslaufenden Vertrag mit dem TC Rot-Blau Regensburg nicht.