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Handball

Handball-Bundesliga startet im Oktober mit Regeländerung

Die Handball-Bundesliga will am 1. Oktober den Spielbetrieb starten – möglichst mit Zuschauern. Die Mitgliederversammlung in Köln hat außerdem eine Regeländerung beschlossen. Hätte die schon in der Vergangenheit gegolten, wären die Rhein-Neckar Löwen einmal Meister geworden…

Die Vertreter der 39 Vereine der Handball-Bundesligen haben bei der Mitgliederversammlung den Neustart beraten. Foto: Robert Michael/dpa

Es ist jetzt sechs Jahre her, dass die Rhein-Neckar Löwen ihre sportlich bitterste Stunde der Vereinsgeschichte erlebten. Der Handball-Bundesligist war als Tabellenführer in den letzten Spieltag der Saison 2013/14 gegangen, die Meisterschale stand in der Gummersbacher Schwalbe-Arena für den vermeintlichen Champion bereit. Die Löwen taten sich schwer gegen den VfL, sie erfüllten aber ihre Pflicht mit einem 40:35-Erfolg. Weil aber parallel der punktgleiche THW Kiel gegen die Füchse Berlin einen in dieser Höhe nicht erwarteten 37:23-Kantersieg einfuhr, gewann die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason aufgrund der um läppische zwei Treffer besseren Tordifferenz den Titel. Hätte der direkte Vergleich gezählt, wären die Löwen vorne geblieben.

Gäbe es die gleiche Konstellation in der kommenden Saison wieder, dürften sich die Löwen als Meister feiern lassen. Denn die Handball-Bundesliga (HBL) hat auf ihrer Mitgliederversammlung in Köln beschlossen, dass künftig bei Punktgleichheit der direkte Vergleich entscheidet. Der damalige Löwen-Trainer Gudmundur Gudmundsson hatte schon unmittelbar nach dem geplatzten Traum in Gummersbach die Tordifferenz-Regel heftig kritisiert und den direkten Vergleich als entscheidendes Kriterium gefordert.

Die ironische Pointe der nun beschlossenen Änderung: Alfred Gislason, im Mai 2014 noch Profiteur und Verfechter der alten Regel, hatte sich in seiner aktuellen Funktion als Bundestrainer vehement für den direkten Vergleich eingesetzt. Seine plausible Argumentation: Ohne den Druck, möglichst immer hoch gewinnen zu müssen, könnten die Vereinstrainer auch Ergänzungsspieler einsetzen und die Belastung für die Nationalspieler und Leistungsträger verringern.

Auch Bundestrainer Alfred Gislason ist ein Gegner der Sieben-gegen-Sechs-Regel im Handball. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Löwen-Trainer Martin Schwalb äußert sich erfreut über den Beschluss: „Das ist deutlich gerechter. Es gibt Spitzenspielen noch eine andere Gewichtung und schließt aus, dass die Topteams am Ende der Saison in Spielen gegen Mannschaften, für die es um nichts mehr geht, auf Torejagd gehen, um beim Torverhältnis noch aufzuholen.”

Saisonstart mit 20 Teams

Die Saison mit WM und Olympia soll wegen oder auch trotz Corona am 1. Oktober mit der Rekordzahl von 20 Bundesligisten beginnen. „Vorbehaltlich der lokalen Beschränkungen spricht derzeit nichts dagegen, am 1. Oktober loszulegen“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Er schränkte mit Blick auf Zuschauer aber ein: „Wir werden keine unnötigen Risiken eingehen.“

Bohmann präsentierte einen Hygieneleitfaden, der derzeit vom Robert-Koch-Institut geprüft wird. Im nächsten Schritt stehe der Dialog mit den Bundesländern im Fokus. Bohmann weiß: „Ein Generalkonzept, das überall gleichermaßen gilt, wird es nicht geben.“ So untersagt die Corona-Verordnung Baden-Württembergs bis zum 31. Oktober Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern. Das betrifft unter anderem die Löwen-Heimspiele.

Es wird auch einen Pokalwettbewerb geben. Allerdings soll nur das Finalturnier am 5./6. Juni 2021 in Hamburg stattfinden. Wer sich für das Final-Four qualifiziert, ist noch offen. Erstmals werden somit zwei Pokalsieger in einer Spielzeit gekürt. Denn das Final-Four um den DHB-Pokal 2020 war wegen des Corona-bedingten Saisonabbruchs auf Ende Februar 2021 verlegt worden.

Schwalb findet es gut, dass es auch einen Pokalsieger 2020/21 geben wird. „Von diesen Leuchtturmprojekten lebt unsere Sportart”, meint der 57-Jährige, der den Start des Vorbereitungstrainings auf den 20. Juli terminiert hat.

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