Hochkarätige Duelle, wie hier zwischen Alejandro Valdes (rechts) vom SV Germania Weingarten und Bajrang Punia vom VfK Schifferstadt gab es in der Ringerliga zuletzt einige. Foto: GES

Niveau der DRL als Hindernis

Knifflige Suche nach sechstem Ringer-Club

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Der WM-Dritte legt den Olympiasieger auf die Schultern und wird nur wenige Tage darauf vom Vizeweltmeister auseinandergenommen – nur zwei Belege für die sportliche Qualität in der zweiten Saison der Deutschen Ringerliga, die nun am vergangenen Samstag mit dem Finalerfolg des VfK Schifferstadt über den SV Germania Weingarten zu Ende ging. Doch das extrem hohe Niveau in der selbsternannten „stärksten Ringerliga der Welt“ hat auch eine Schattenseite: „Neue Teams haben dadurch weniger Interesse bei uns einzusteigen, der Unterschied zur DRB-Bundesliga ist einfach zu groß“, klagt Ringerliga-Präsident Werner Koch, der vor dem Final-Rückkampf in Weingarten eine dritte DRL-Saison angekündigt hatte.

Gespräche mit zwei Interessenten stehen noch aus

Doch wie es im Moment aussieht, werden dann erneut nur die fünf Gründungsmitglieder auf die Matte gehen – neben Schifferstadt und Weingarten sind dies der ASV Nendingen, der KAV Eisleben und der von Koch geführte KSV Ispringen. Gespräche mit zwei Interessenten stehen zwar noch aus, doch ob diese sich tatsächlich zu einem Start in der DRL durchringen, ist fraglich. „Es wird schwer“, sagt Koch.

Rechtssicherheit in greifbarer Nähe

Bislang waren es vor allem juristische Bedenken, die weitere Clubs vom DRL-Abenteuer ferngehalten haben. Rechtssicherheit ist nun aber in greifbarer Nähe – das Urteil im Verfahren gegen den Deutschen Ringer-Bund (DRB) vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth wird nach einer Terminverlegung am 28. Februar verkündet. Zwar ist es möglich, dass der DRB in Berufung geht, doch Sperren gegen DRL-Athleten sind vorerst vom Tisch.

Vielleicht müssen wir uns gesundschwächen

Aktuell sind es vor allem sportliche Vorbehalte, die einen Zuwachs verhindern. Um in der DRL mithalten zu können, müssen Cracks aus dem Ausland her – der nationalen Elite dürfte die vom Verband nach wie vor nicht anerkannte Liga immer noch zu heiß sein und die zweite und dritte deutsche Garde dürfte in der Ringerliga nicht über die Opferrolle hinauskommen. „Vielleicht müssen wir uns gesundschwächen, damit wir für andere attraktiv sind“, meint deshalb Ralph Oberacker, Vorsitzender der Weingartener. Markus Scheu sieht das ähnlich. „Wir versuchen eine Regelung zu finden, damit mehr Deutsche bei uns ringen“, sagt der DRL-Geschäftsführer, der auch weiß, dass die noch junge Liga durch zweitklassige Athleten aus dem Ausland an Attraktivität verlieren würde.

Wer spielt den Türöffner?

Vielleicht bedarf es auch eines Türöffners, der seinen Kollegen hierzulande die Angst vor der „verbotenen“ Liga nimmt. Frank Stäbler etwa? „Stäbler in der DRL wäre denkbar. Wir sind aber nicht bereit, dafür Unsummen zu bezahlen“, sagt Koch über den dreimaligen Weltmeister, der sich vor Verbandssanktionen sicherlich nicht fürchten müsste.