Nach dem Spiel enttaeuscht: Lukas Grozurek (KSC), Marco Djuricin (KSC), Marc Lorenz (KSC). Sport: Fussball: 2. Bundesliga: Saison 19/20: 29. Spieltag: Karlsruher SC - FC St. Pauli, 30.05.2020 Foto: Markus Gilliar/GES/POOL Nur für journalistische Zwecke! Only for editorial use! Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. National and international news-agencies out.

Ben-Hatira versagt vom Punkt

KSC kommt durch das 1:1 gegen FC St. Pauli nicht vom Fleck

Anzeige

Der Karlsruher SC hat auch im vierten Spiel nach dem Re-Start gepunktet. Beim 1:1 (0:0) gegen den Zweitliga-Zwölften FC St. Pauli hatte Jérome Gondorf (57.) in einer turbulenten Phase nach der Pause die kurz davor von Dimitris Diamantakos (56.) erzielte Gästeführung ausgeglichen. Das dritte Unentschieden war am Ende der Englischen Woche für den KSC aber erneut zu wenig, um die Abstiegszone zu verlassen.

Karlsruhes Cheftrainer Christian Eichner musste verschmerzen, dass Anis Ben-Hatira vor den beiden Treffern des Spiels eine Strafstoßchane leichtfertig ausließ und dass sich in Philipp Hofmann und Manuel Stieflergleich zwei seiner Spieler Gelb-Sperren für das am Sonntag folgende Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue einhandelten.

„Der Elfmeter hätte uns geholfen, aber wir kriegen ihn leider nicht rein. Das passiert“, blickte KSC-Mittelfeldspieler Lukas Fröde bei Dienstschluss auf das Match zurück. „Nach so einem Gegentor kippt dann so ein Spiel normalerweise, aber wir sind schnell zurückgekommen. Das war wichtig. Wir sind deutlich stabiler und näher dran, die Spiele zu gewinnen. Es fehlt immer so ein bisschen. Aber wir müssen jetzt einfach weitermachen“

Mehr zum Thema: Das ganze Spiel zum Nachlesen im Live-Ticker

Eichner hatte mutig aufgestellt: Marco Djuricin war erneut erste Wahl. Neu ins Team kam Änis Ben-Hatira, für den Marc Lorenz zunächst draußen bleiben musste. Daneben nahm wie erwartet Lukas Fröde nach verbüßter Gelb-Sperre die Sechserposition ein. Christoph Kobald, der den Mittelfeldspieler drei Tage zuvor beim 1:1 in Hannover vertreten hatte, saß bei Anpfiff des Stuttgarter Schiedsrichters Markus Schmidt auf der Bank, wo auch der Linksverteidiger Damian Roßbach mit Rücksichtnahme auf dessen Rückenproblemen zu finden war.

Jos Luhukay, der Trainer des FC St. Pauli, schickte den beim 2:2 im Hinspiel doppelt treffsicheren Ex-Karlsruher Dimitris Diamantakos als einen von vier Neuen ins Gefecht auf den Rasen der Wildpark-Baustelle, wo die Heimmannschaft schon zu ihrem dritten Pflichtspiel seit dem Re-Start antrat. Nach dem 2:0 gegen den SV Darmstadt 98 und dem 0:0 gegen den VfL Bochum sollte der KSC dann aber nicht entscheidend vom Fleck kommen.

Bis zur Pause überwiegend zähes Brot

Die ersten 45 Minuten: zähes Brot. Der KSC begann zwar selbstbewusst. Toraktionen resultierten aus dem optischen Übergewicht der Badener bis zur 15. Spielminute aber keine. Die kompakt verteidigenden Reihen neutralisierten sich weitgehend. So gab`s den ersten Ausschlag bei einem Freistoß von Marvin Wanitzek. Er forderte Pauli-Keeper Robin Himmelmann erstmals heraus.

Mehr zum Karlsruher SC: Der FC St. Pauli im KSC-Gegner-Check

Bald folgte die erste Verwarnung mit Konsequenz: Für ein überhartes Einsteigen gegen James Lawrence im Strafraum der Gäste sah der auf der rechten Abwehrseite aufgebotene Stiefler Gelb, weshalb er das Auswärtsspiel am Sonntag beim FC Erzgebirge Aue verpassen wird.

Lange fehlt jede Präzision

Der FC St. Pauli, bei dem sich Waldemar Sobota zusammen mit Rico Benatelli im Mittelfeld um Struktur bemühte, hatte bis zur 20. Minute mehr Sicherheit gefunden und kam über Sobota und Flankengeber Luis Coordes bald erstmals gefährlich vor Benjamin Uphoffs Tor. Doch Marvin Knoll verpasste, von dessen Hacke landete der Ball bei Diamantakos, der die Kugel aber nicht unter Kontrolle brachte und geblockt wurde.

KSC-Torjäger Philipp Hofmann sah sich auf der gegenüberliegenden Seite bei Lawrence und Daniel Buballa abgemeldet. Futter von den Außen, wo weder Djuricin noch Ben-Hatira wie erhofft mit ihrem Tempo zu Wirkung fanden, gab es für den 13-maligen Saisontorschützen im ersten Abschnitt kaum.

Mehr zum KSC: Karlsruhe nimmt im Abstiegskampf seinen Mut zusammen

An beiden Strafräumen fehlte den Reihen die Präzision, um aus dem Spiel heraus echte Gefahrenmomente zu entwickeln. So sah es auch in der 40. Minute aus, als der FC St. Pauli wieder über rechts angriff. Coordes` Flanke konnte der von Daniel Gordon gestörte Diamantakos nicht verarbeiten.

Zwei nennenswerte Szenen vor der Pause gab`s noch: Die erste, nach einer von Marvin Knoll getretenen Ecke der Gäste, die Hofmann am Fünfer per Kopf klärte. Benatelli (41.) nahm den Ball an der Strafraumgrenze mit der Brust an und traf mit seinem Volleyschuss die Latte des KSC-Tores. Schließlich hatte Eichner den nächsten Ausfall für das Match in Aue zu registrieren. Auch Gondorf sah nach einem Foul an Diamantakos den gelben Karton.

Turbulente Phase nach der Pause

Halbzeit zwei: Unverändert kamen beide Mannschaften aus der Pause. Und Lawrence beschenkte den KSC bald aus dem heiteren Nichts. An der Strafraumgrenze ging der Innenverteidiger reichlich unmotiviert gegen Hofmann zu Werke, traf den KSC-Stürmer an der Wade. Schmidt entschied zurecht auf Strafstoß. Ben-Hatiras flacher Linksschuss vom Punkt ins linke Eck konnte Himmelmann festhalten.

Das war schwach und ärgerlich für die Heimelf, bei dem sich Eichner so langsam aber sicher mit Änderungen beschäftigen musste. Die folgten in erwarteter Weise: Für die enttäuschenden Ben-Hatira und Djuricin kamen Lukas Grozurek und Marc Lorenz. Dann wurde es binnen nur 98 Sekunden turbulent Zunächst verlor der KSC nach einem eigenen Einwurf den Ball, weder Fröde noch David Pisot konnten den laufenden Gegenangriff unterbinden.

Am Ende der Fehlerkette waren sich Gordon und Uphoff nicht eins. Diamantakos nutzte das aus und lupfte den Ball über den KSC-Keeper. Das 0:1 war postwendend aber Makulatur. Denn Wanitzeks langer Diagonalball von der linken Seite erwischte die Pauli-Abwehr noch in ihrer Führungseuphorie, die sich in der Rückwärtsbewegung auf Hofmann konzentriert hatte, in dessen Rücken Gondorf zur Stelle war und den Ball zum Ausgleich verwertete. Im Kölner Keller wurde überprüft, ob Hofmann im Abseits stand – schließlich kam von dort die Nachricht, dass alles okay war.

Spiel nimmt erst gegen Ende wieder Fahrt auf

In der 66. Minute holte sich auch Hofmann nach einem unnötigen Foul gegen Lawrence die Gelbe ab. Auch er kann sich damit die Reise ins Erzgebirge sparen. Das Spiel verflachte anschließend wieder deutlich. Erst in der 79. Minute wieder Aufregung vor dem Pauli-Tor: In einer Art Kopie des Ausgleichs landete ein langer Ball von der linken Seite im Strafraum, diesmal bei Hofmann, dessen Kopfball dann aber Himmelmann entschärft. Bald danach ein Konter der Hamburger: Der eingewechselte Johannes Flum schlenzte nach Vorarbeit von Diamantakos den Ball an Uphoffs Kasten vorbei.

Ein Schuss des beim KSC ebenfalls von der Bank gekommenen Anton Fink (88.), den Himmelmann parierte, war eine der letzten Toraktionen im schwachen Match, das vor Anbruch der Nachspielzeit nochmal spannend wurde. An einer einer weiten Freistoßlanke Wanitzeks aus der KSC-Hälfte sprang Himmelmann vorbei, doch war kein KSC-Angreifer zur Stelle, der diesen Lapsus ausnutzen konnte.

Karlsruher SC: Uphoff – Stiefler, Gordon, Pisot, Carlson – Fröde (84. Fink), Gondorf, Wanitzek – Djuricin (55. Lorenz), Ben-Hatira (55. Grozurek), Hofmann.
FC St. Pauli: Himmelmann – Ohlsson, Lawrence (75. Zander), Buballa, Östigard – Benatelli, Knoll (66. Flum) – Coordes (75. , Sobota (84. Veemann) Gyökeres – Diamantakos (84. Taschchy)
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart), Tore: 0:1 Diamantakos (56.), 1:1 Gondorf (57.)
Gelbe Karten: Stiefler (5), Gondorf (6), Hofmann (5) – Olsson (6).