Dem KSC bleibt eine weitere Relegations-Erfahrung erspart. Doch wie ist es um seine Zukunft bestellt? Ein Kommentar von René Dankert. | Foto: PK

Kommentar

Anpfiff zum Aufbruch: ein Kommentar zur Zukunft des KSC

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Dem KSC bleibt eine weitere Relegations-Erfahrung erspart. Die Fußball-Region atmet auf. Dank eines starken Willensakts seiner Mannschaft in Fürth und glücklicher Umstände im Saisonfinale retteten sich die Blau-Weißen direkt in der Zweiten Liga. Die sportlichen Voraussetzungen für den Aufbruch, den der Club propagiert, sind damit erfüllt.

Der KSC hat sich nun nicht neu zu erfinden, dafür zu sammeln und zu ordnen. Das neue Stadion, das bis 2022 fertig sein soll, verpflichtet dazu. Weder die Stadt als Bauherrin noch die Sponsoren und genauso wenig die zahlende Kundschaft haben es verdient, in ihren Hoffnungen auf einen sich stabilisierenden Verein weiter enttäuscht zu werden.

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Ohne Signale aus der Wirtschaft wird es nicht gehen. Vertrauen, dass Investoren ihr Geld in kompetente Hände legen und sich die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg mit dem KSC erhöht, muss wachsen.

Angekündigt waren nach dem Rücktritt des Präsidenten Ingo Wellenreuther interne Aufarbeitungen, die nur als glaubwürdig durchgehen, wenn der inhaltliche Flickenteppich aus einem Knäuel aus Seilschaften, Abhängigkeiten und Rücksichtnahmen, ausgedient hat.

Ist der KSC ein Start-up mit Tradition?

Als „Start-up mit Tradition“ bewirbt der Vizepräsident Holger Siegmund-Schultze, der Präsident werden will, den KSC. Das klingt gut, bedingt aber auch durchdachte Konzepte und ehrliche Analysen.

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Wenn der KSC in der Vergangenheit etwas erfolgreich aufbaute, waren die Grundlage dafür vertrauensvolles Verhältnisse auf der sportlichen Entscheidungsebene. Der Wunsch, dass Christian Eichner auf der Trainerposition für Stabilität sorgen kann, begleitet den bevorstehenden Vertragsschluss mit ihm.

Kann Oliver Kreuzer der starke Nebenmann für Christian Eichner sein?

Über der Frage, ob Oliver Kreuzer sein starker Nebenmann sein kann, gehen die Meinungen auseinander. Der Geschäftsführer Sport muss sich vorwerfen lassen, dem Eigensinn des Trainers Alois Schwartz zu wenig entgegengesetzt zu haben. Nicht nur hatte das Verhältnis zwischen Nachwuchsabteilung und Profis in der Schwartz-Ära gelitten, auch die Transferpolitik überzeugte nicht.

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Kreuzer ist andererseits zugute zu halten, dass er mit einem Lizenzspieleretat von 9,4 Millionen Euro auskommen musste und dass in Philipp Hofmann einer der Transfers so richtig einschlug. Die vermiedene Relegation verlegt die Planungssicherheit nun um 14 Tage vor.