Trainer Alois Schwartz | Foto: GES

Zweitligist will Pourié

Der KSC ist aus Spanien zurück – und hat seinen unmutigen Aufstiegs-Knipser noch an Bord

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Der Karlsruher SC hat sein Trainingslager in Südspanien beendet. Am Sonntagabend landet die Mannschaft in Frankfurt. Unterdessen wartet Chefcoach Alois Schwartz auf eine Lösung in de belastenden Personalie Marvin Pourié. Einem Wechsel zum Zweitliga-Rivalen VfL Osnabrück hat der KSC offenbar zunächst nicht zugestimmt.

Kurz vor der Abreise aus Spanien richtete Alois Schwartz noch mal ernste Worte an die Mannschaft. Am Samstagmorgen war’s, als der Trainer des Karlsruher SC seinem Unmut über deren blutleeres Auftreten vom Vortag bei der 0:2-Testspielniederlage gegen Rot-Weiß Essen Luft verschaffte. „Wir sind zu lieb“, klagte er, bevor er auf dem Platz in Estepona in die Einzelkritik überging, Fehler ansprach, deutlich wurde.

Wenige Stunden später verkaufte sich sein erster Anzug gegen den FCS Bukarest, Tabellendritter in Rumäniens Erster Liga, zum Abschluss des Trainingslagers in Andalusien zwar besser, war aber bei der 0:1-Schlappe gegen den Europapokal-Starter klar unterlegen.

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Schwartz erkennt „genügend Baustellen“

Rumäniens Nationaltrainer Mirel Radoi hatte als Zaungast mitverfolgt, dass seine Landsleute den fußballerischen Qualitätsunterschied leicht hätten deutlich ausfallen lassen können. Doch es war beim schlitzohrigen Freistoßtreffer des Nationalspielers Florinel Coman (56.) gegen Marius Gersbeck geblieben, der Benjamin Uphoff im KSC-Tor nach der Pause abgelöst hatte.

Hatte Schwartz gegen den Viertligisten aus Essen ein 4-2-3-1 angesagt, wählte er gegen die Rumänen ein 4-1-4-1, in dem Dirk Carlson für den wegen einer Oberschenkelzerrung pausierenden Marc Lorenz links offensiv agierte und Winter-Zugang Jérôme Gondorf im Zentrum um Struktur bemüht war

Das erste Sparring während des Trainingslagers hatte der KSC gegen den FC Lausanne-Sport dank eines Eigentors des Schweizer Zweitligisten 1:0 gewonnen. Schwartz wollte die Resultate nicht zu hoch hängen. Er erwartete einen Durchbruch in der Reiz-Personalie Marvin Pourié. Oliver Kreuzer konnte ihn am Sonntag noch nicht vermelden. Wo Pourié landet, ist Schwartz egal: Er habe „genügend andere Baustellen“.

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Foto: mia

Gemischte Gefühle mit an Bord

Es waren mindestens gemischte Gefühle, mit denen die Spieler, das Trainer- und Betreuerteam am Sonntagnachmittag in Frankfurt landeten. An der Fitness war ausgiebig gearbeitet worden, taktisch dagegen blieb’s überschaubar.

Die Torwartfrage hält Schwartz offen. Keine Änderungen dürfte es in der Viererkette davor geben. Das mit Gondorf aufgewertete Mittelfeld muss sich finden. Vorne gesetzt ist Philipp Hofmann. Wie es um die mannschaftliche Geschlossenheit bestellt ist, wird man bald sehen

Genauso wie sich zeigen muss, was bis Monatsende personell noch möglich ist. Das Vorhaben, Justin Möbius und Janis Hanek (Schambein) abzugeben, ist wegen deren Verletzungen kaum möglich. Möbius war aus Spanien wegen einer beim Hallenturnier in Gummersbach erlittenen Gehirnerschütterung vorzeitig abgereist.

Marco Djuricin und Lukas Grozurek, anfangs unter den nur dosiert belastbaren Pofis, sammelten keine Pluspunkte.

Kreuzer lässt Pourié zunächst nicht zu Zweitligisten ziehen

Die Woche im Süden, sie war stark beeinflusst von der Lage um Pourié. Der Stürmer will weg, weil „die Chemie nicht mehr passt“, wie er sagte, ohne konkret zu werden. Der geschäftsführende Sportdirektor Kreuzer sieht sich gefordert, für „Ruhe in der Kabine“ zu sorgen.

Einem von Pouriés Seite vorbereiteten Wechsel zu einem Zweitligisten, nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich um den VfL Osnabrück, schob er am Wochenende zunächst einen Riegel vor. Von den Interessenten aus der Dritten Liga kommen die stärksten Signale offenbar aus Krefeld.

Generalprobe in Ingolstadt

Bereits an diesem Montag reisen die KSC-Profis nach Ingolstadt, wo sie am Dienstag ihre Generalprobe für den acht Tage später folgenden Liga-Auftakt 2020 in Dresden bestreiten werden.

Karlsruher SC (gegen Bukarest): Uphoff (46. Gersbeck) – Thiede (75. Rabold), Gordon, Pisot (46. Kobald), Roßbach (67. Röser) – Fröde (75. Groiß) – Stiefler (75. Camoglu), Wanitzek, Gondorf (75. Fink), Carlson – Hofmann (75. Djuricin).