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Kommentar zur Wahl beim Karlsruher SC

Der unscheinbare Siegmund-Schultze ist nun als KSC-Führungsfigur gefordert

Vom unscheinbaren dritten zum ersten Mann beim KSC: Holger Siegmund-Schultze muss nun beweisen, dass er auch vorangehen kann – und es versteht, ein neues Wir-Gefühl zu implementieren.

Bewegte Zeiten: Beim KSC ist gerade Einiges im Umbruch. Foto: Markus Gilliar/GES

Die an Irrungen und Wirrungen reichen 292 Tage, die seit der letzten KSC-Präsidentschaftswahl im Oktober vergangen sind, hatten keine allzu überraschende Pointe parat: Favorit Holger Siegmund-Schultze beerbt Ingo Wellenreuther als Führungsfigur bei den Blau-Weißen.

Ein Realist, kein Schaumschläger, kein Visionär

Der mit Fußballsachverstand werbende Rolf Dohmen wusste die Mitglieder ebenso wenig von sich zu überzeugen wie der sein Bruder-Netzwerk ins Feld führende Axel Kahn, der sich hemdsärmelig gebende Kai Gruber oder Überraschungskandidatin Dorotheé Augustin. Nein, ein noch größeres Experiment als die Beförderung des bislang so unscheinbaren Siegmund-Schultze vom dritten zum ersten Mann im KSC-Staat wollte der Souverän nicht eingehen.

Der neue Chef ist kein Unbekannter im Wildpark, doch wer Siegmund-Schultze, der bislang stets in Wellenreuthers Schatten agierte, nun wirklich ist, das wird erst die Zukunft zeigen. Einen nüchternen, oftmals distanzierten Strategen hatten die Mitglieder im Wahlkampf erlebt. Einen, der mit seiner Expertise beim Stadionbau warb. Einen, der trotz aller sportlichen Notwendigkeiten einen strikten Sparkurs versprach. Einen Realisten. Keinen Schaumschläger. Keinen Visionär. Das kam offenbar an beim Wahlvolk.

Das Votum war ziemlich klar, das Vertrauen in den bisherigen Vize groß. Und Siegmund-Schultzes Ankündigung, Sportchef Oliver Kreuzer einen Fußballbeirat an die Seite zu stellen – sie war für die Mehrheit der Mitglieder kein Grund, für andere Kandidaten zu klicken, die eben jenes nicht vorhatten.

Kreuzers Arbeit dürfte nicht einfacher werden

Kreuzers Arbeit dürfte nicht einfacher werden, zumal auch der neue Vize Martin Müller für externe Berater plädiert. Dieser reagierte diesmal souveräner auf die mehrfach geäußerten Bedenken gegen seine Person als bei seiner knappen Niederlage gegen Wellenreuther, an dessen Stuhl er danach als Teil des Bündnisses erfolgreich sägte.

Das neue starke Duo beim KSC wird programmatisch an einem Strang ziehen und im fünfköpfigen Beirat den Takt vorgeben. Doch darüber hinaus müssen Siegmund-Schultze und Müller im Verein das implementieren, was Wellenreuther nie gelungen war: Demut und ein alle Organe umfassendes Wir-Gefühl.

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