Marc Lorenz (KSC) enttaeuscht.
Marc Lorenz (KSC) enttaeuscht. | Foto: GES

Lorenz ärgert sich

KSC-Trainer Eichner lässt Profis durchschnaufen: „Mal an etwas anderes denken als an Fußball“

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Mit „Sabine“ hatten die KSC-Profis im Wildpark keinen Stress. Auch dafür war Christian Eichners Maßnahme gut, die Vorbereitung auf das am Sonntag (13.30 Uhr) folgende Heimspiel gegen Mitaufsteiger VfL Osnabrück erst am Mittwoch beginnen zu lassen.

Nach zwei Englischen Wochen, die der Club ohne eine Lageberuhigung im Zweitliga-Abstiegskampf und ohne die Pokal-Extraeinnahme von 1,3 Millionen Euro beendete, sollten die Spieler ihre Köpfe lüften. „Mal an etwas anderes denken als an Fußball und an den KSC“, riet Eichner, der am Montag dann doch nicht nach Hennef gereist war. Den an der DFB-Trainerakademie ursprünglich angesetzten Kurs innerhalb der Fußballlehrer-Ausbildung hatte man wegen „Sabine“ gestrichen.

Natürlich war auch Marc Lorenz froh darüber, daheim in Karlsruhe Abstand zu gewinnen zur jüngsten aller Frusterfahrungen mit dem Tabellenvorletzten, bei deren Zustandekommen er im mit 50.000 Zuschauern gefüllten Hamburger Volksparkstadion zur tragischen Figur geworden war. Der Flügelmann war dort richtig gut in die Partie gekommen und hätte den HSV fast kalt erwischt, just, als dessen Elf Schwung aufzunehmen begann.

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Doch der famose Daniel Heuer Fernandes behielt gegen ihn in einer Eins-gegen-Eins-Situation die Nerven (21.) und lenkte später dessen Kopfball nach Burak Camoglus Flanke über seine Torlatte (37.). „Das hätte die Führung sein müssen“, ärgerte sich Lorenz nach der 0:2-Niederlage nur noch mehr darüber, dass von seiner ordentlichen Leistung das Verpasste haften blieb. „Besonders bitter“ für ihn war das, für die Mannschaft sowieso.

Lorenz registrierte im Augenwinkel Jatta

Statt Bestnoten las Lorenz in den Gazetten überwiegend Vierer und Fünfer hinter seinem Namen, was undankbar und eben nur mit jener 67. Spielminute erklärbar war, als er unfreiwillig den HSV-Sieg vorbereitete. Aus dem Augenwinkel hatte er vor Dirk Carlsons Rettungsaktion gegen Louis Schaub noch Bakery Jatta registriert der „mit seinen langen Beinen ja immer mal gerne um die Ecke kommt“, so Lorenz.

„Ich sehe den Ball im Fünfer aufspringen, will ihn vorsorglich wegschlagen und treffe ihn nicht richtig. Der kann überall hinfallen, da muss nicht mal einer stehen. Aber hinten, am zweiten Pfosten, wo er hinfällt, steht er dann“, beschrieb der 31-Jährige seine Sicht auf die kuriose Entstehungsgeschichte des Führungstreffers. Lukas Hinterseer hatte mit der Schläfe den Querschläger ins Netz bugsiert. Das zweite Tor des HSV-Stürmers (81.) gegen abbauende Gäste besiegelte den leistungsgerechten Ausgang.

Gegen Osnabrück soll Plan aufgehen

So blieb den Karlsruhern am Ende nur der Eindruck, moralisch gestärkt dem Duell gegen dem VfL Osnabrück entgegen sehen zu dürfen. „Wir haben super-gespielt, haben einen guten Plan gehabt und den HSV gut in Schach gehalten“, benannte Lorenz die Gründe, warum dem so ist. Dasselbe erwartet er sich für Sonntag, nur dann aber mit Punktelohn.