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Mit Wiener Schmäh

Grozurek legt beim KSC los

Für Sportdirektor Oliver Kreuzer ist Neuzugang Lukas Grozurek das "vorerst letzte Puzzleteil im Kader" des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC. Am Montag absolvierte der beidfüßige Außenbahnspieler aus Österreich sein erste Einheit im Trainingslager in Waidring und präsentierte sich als umgänglicher Typ.

Ordentlich Gas gab Neuzugang Lukas Grozurek bei seiner ersten Trainingseinheit für den KSC in Waidring. Foto: GES

Lukas Grozurek hat Google und Youtube schon befragt, wo er denn da landen wird in einigen Tagen. In Karlsruhe sei er noch nie gewesen, erzählt der Wiener und schiebt nach: „Was ich gesehen und gehört habe, war aber alles recht positiv.“ Hinter Grozurek liegt da das erste Training mit den neuen Kollegen im verregneten Waidring, vor ihm noch manches Verständnisproblemchen. Was sich hinter dem Wort „Vesper“ verbirgt, das im Kuhotel auf dem KSC-internen Tagesprogramm im Trainingslager für 15.30 Uhr angeschrieben steht, will er wissen. Nach einer Aufklärung meldet sich der Fußballer vorsorglich ab, denn gegessen habe er schon.

Grozurek räumt Fehler in Graz ein

Grozurek ist 27 Jahre alt, mit 1,89 Metern von stattlichem Körpermaß für einen Außenbahnspieler und dem ersten Eindruck nach recht unkompliziert. Bei Sturm Graz hat es zuletzt nicht mehr gepasst, „da ist einiges passiert, auch aufgrund meiner Fehler, das muss ich offen sagen“, erzählt der Offensivmann. Ihm war einmal wegen der Pfiffe der Grazer Heimfans vor fast einem Jahr der Kragen geplatzt. „Jeder soll machen, was er glaubt, aber wenn einzelne Hanseln, die zu Hause nichts zu sagen haben, pfeifen müssen, sollen sie es machen“, wetterte er. Entschuldigt hatte er sich danach, aber ein Liebling der Leute wurde er nicht mehr. Und wenn’s dann auch sportlich gar nicht laufen will, gibt eines das andere. „Da wurde nicht nur auf mich, sondern auf 24 Spieler draufgehauen“, sagt Grozurek über den Umgang mit den Spielern von Sturm Graz, von denen er so einige am nächsten Samstag beim Blitzturnier im Karlsruher Wildparkstadion wiedersehen wird.

„Seine Einstellung und Mentalität passen zu uns“

Grozureks Berater hatte also diesen Sommer einen Auftrag und dann auch einige Offerten, darunter zum Beispiel auch aus Israel. „Ich bin 27, nach Israel kann ich gehen, wenn ich 32 bin“, sagt der Österreicher, der acht Tage zuvor noch nicht daran gedacht hätte, nun den Dress eines deutschen Zweitligisten zu tragen. Nachdem der Anruf von KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer kam, traf man sich am Dienstag in Waidring. „Seine Einstellung und Mentalität passen zu uns“, urteilt Alois Schwartz.

Laut Wellenreuther wurden alle Wünsche erfüllt

Zuvor war weder Merveille Biankadi (Hansa Rostock) noch der österreichische U21-Nationalspieler Husein Balic (FC St. Pölten) für den KSC zu bekommen gewesen. Beide Vereine riefen siebenstellige Ablöseforderungen auf. Das Gesamtpaket der nun gestemmten Leihe, in erster Linie Grozureks Gehalt, hatte die KSC-Gremien beschäftigt, ehe am Sonntagabend alle Seiten den Leihvertrag mit inkludierter Kaufoption unterschrieben. Wieder habe Günter Pilarsky entscheidend geholfen. „Wir haben unsere Möglichkeiten ausgereizt, alle Wünsche sind erfüllt worden“, betonte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther während der Montagseinheit in Tirol.

KSC-Fans sollen nicht zu viele Kopfballtreffer erwarten

Der beidfüßige Grozurek steht im Saft und fühlt sich auf den Außenpositionen am wohlsten. Sein Kopfballspiel ist eine Schwäche. „Das weiß ganz Österreich“, sagt er und ergänzt mit einer Brise Wiener Schmäh: „Ich kann den Karlsruher Fans jetzt keine zehn Kopfballtore von mir versprechen.“

KSC
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