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1:2 vergrößert Abstiegssorgen

Gueye-Tor kommt zu spät: KSC geht in Regensburg leer aus

Nach dem Derbyerfolg sollte es für den Karlsruher SC der nächste Schritt zum Klassenverbleib werden, doch nach dem 1:2 bei Jahn Regensburg geistert das Abstiegsgespenst weiter durch den Wildpark. Der direkte Ligaverbleib ist nun ziemlich unrealistisch.

Frsut bei KSC-Stürmer Philipp Hofmann nach dem 1:2 bei Jahn Regensburg. Foto: GES

Nach dem emotionalen Derbyerfolg gegen den VfB Stuttgart sollte es für den Karlsruher SC der nächste Schritt raus aus dem Tabellenkeller der Zweiten Fußball-Bundesliga werden, doch daraus wurde nichts.

Durch das 1:2 (0:1) bei Jahn Regensburg hat es die Mannschaft von Trainer Christian Eichner verpasst, den Vorletzten SV Wehen Wiesbaden weiter zu distanzieren und zu den besser platzierten Teams aus Nürnberg und Osnabrück aufzuschließen.

Wir haben heute viele Fehler mit dem Ball gemacht.
Daniel Gordon, KSC-Innenverteidiger

Mehr als der Relegationsplatz 16, auf dem der KSC momentan steht, scheint zwei Spieltage vor Saisonende unrealistisch. Am Sonntag kommt der frisch gebackene Aufsteiger Arminia Bielefeld in den Wildpark. „Insgesamt war der Sieg verdient für Regensburg, wir haben heute viele Fehler mit dem Ball gemacht“, sagte Innenverteidiger Daniel Gordon nach der Partie.

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KSC mit gleicher Startelf wie gegen den VfB Stuttgart

Eichner hatte dieselbe Startelf auf den Rasen des Jahnstadions beordert wie drei Tage zuvor beim 2:1-Erfolg im heimischen Wildpark über den VfB Stuttgart, auf links durfte also erneut Youngster Dominik Kother wirbeln. Eichners Kollege Mersad Selimbegovic änderte sein Team dagegen im Vergleich zum 1:4 in Heidenheim auf drei Positionen, unter anderem stand Alexander Weidinger anstelle des verletzten Alexander Meyer zwischen den Pfosten.

Und es dauerte gerade einmal zwölf Sekunden, bis der Regensburger Ersatzkeeper seinen ersten Arbeitsnachweis erbringen musste.

Philipp Hofmann, beim 4:1 im Hinspiel Doppeltorschütze, schloss aus aussichtsreicher Position ab, zielte allerdings zu mittig. Ein vielversprechender Auftakt des Gastes aus Baden, der anschließend trotz eines spielerischen Übergewichts allerdings 20 Minuten benötigte, um Weidingers Tor erneut in Gefahr zu bringen.

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Nach einer Hereingabe von Dirk Carlson setzte Hofmann seine Direktabnahme zu hoch an. Der KSC störte wie schon gegen Stuttgart früh und jagte so den Regensburgern das Spielgerät meist schnell wieder ab.

Vorne fehlte den Gästen allerdings die letzte Durchschlagskraft.

Nach 28 Minuten brachte Jérôme Gondorf nicht genug Druck hinter einen Volleyschuss, sodass Weidinger keine Probleme hatte. Gefährlicher war da schon ein Kopfball von Daniel Gordon nach einer guten halben Stunde, den der Jahn-Torhüter gerade noch zur Seite ablenken konnte.

Jahn Regensburg wird kurz vor der Pause stärker - und schlägt zu

Auf der Gegenseite legten die Gastgeber erst in der Endphase des ersten Durchgangs ihre offensive Zurückhaltung ab und kamen nun zu guten Gelegenheiten. KSC-Schlussmann Benjamin Uphoff musste sowohl gegen Marcel Correia, der es aus kurzer Distanz per Kopf versuchte, als auch im Eins-gegen-Eins gegen Sebastian Stolze seine ganze Klasse aufbieten, um einen Rückstand zu verhindern.

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Und dennoch schallten noch zweimal vor dem Halbzeitpfiff die Jubelschreie der Jahn-Auswechselspieler von der Tribüne gen Rasen. Zunächst riss der neu in die Mannschaft gerückte Erik Wekesser seine Teamkollegen von den roten Sitzschalen, als er in der 42. Minute aus rund 16 Metern Maß nahm und den Ball im linken Eck versenkte.

Gondorf-Treffer wird aberkannt

Dass die Regensburger einen Vorsprung mit in die Kabine nahmen, hatten sie letztlich auch einem Pfiff von Schiedsrichter Benjamin Cortus zu verdanken, der dem vermeintlichen 1:1 von Gondorf (45.) die Anerkennung verweigerte. Der im Abseits postierte Kother hatte bei der vorangegangenen scharfen Hereingabe von Änis Ben-Hatira Jahn-Keeper Weidinger die Sicht genommen. Der erste Durchgang, er endete bitter für den KSC.

Und auch im zweiten blieben die Karlsruher offensiv zunächst glücklos. Hofmann scheiterte mit einem Kopfball an Weidinger und brachte auch den Abpraller nicht im Jahn-Gehäuse unter (54.).

Stolzes Traumtor als Quittung für Karlsruher Unzulänglichkeiten

Auf der anderen Seite konnte sich der KSC, der hinten nun zu viele Lücken offenbarte, bei Uphoff bedanken, dass er im Spiel blieb. Gegen Chima Sean Okoroji (55.) und erst recht gegen Sebastian Stolze (57.) parierte Karlsruhes Torhüter stark – und musste kurz darauf doch den Ball aus dem eigenen Netz fischen.

Stolze hatte am linken Strafraumeck Manuel Stiefler vernascht und sehenswert ins lange Eck geschlenzt. Für den KSC war es die Quittung dafür, dass er zu früh zu viel riskiert und die Defensive dafür vernachlässigt hatte.

Die Regensburger hatten nun – so schien es zumindest – alles im Griff, den Gästen fiel Mitte der zweiten Hälfte nicht viel ein.

Joker Gueye sorgt für Hoffnung, doch die Wende bleibt aus

Eichner tat, was er tun musste, wechselte offensiv und hatte dabei ein glückliches Händchen. Joker Babacar Gueye, im Winter neu gekommen, krönte in der 76. Minute ein tolles Solo mit dem Anschlusstor, das kurz zuvor Stiefler aus kurzer Distanz noch verpasst hatte.

Mir war es insgesamt zu wenig Fußball über die 90 Minuten.
Christian Eichner, KSC-Trainer

Der Aufsteiger war nun zurück im Spiel und glaubte wieder an einen Punktgewinn. Der Jahn wackelte kurz, fing sich dann aber wieder und hielt seinen Kontrahenten in der Schlussphase vom eigenen Tor fern.

"Wenn man die 90 Minuten zusammennimmt, war das ein verdienter Sieg für Jahn Regensburg", gab KSC-Trainer Eichner hinterher zu Protokoll und ergänzte: "Mir war es insgesamt zu wenig Fußball über die 90 Minuten." Bis Sonntag muss Eichner sein Team wieder aufrichten, dann gastiert der frisch gebackene Aufsteiger Arminia Bielefeld im Wildpark.

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