Kommentar
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Verdiente Niederlage

Kommentar zum KSC: Erneute Drittliga-Tristesse

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Das war wirklich nichts für schwache Nerven! Mit der verdienten Niederlage in der Partie gegen Erzgebirge Aue hat sich der KSC in letzter Minute um den verdienten Lohn einer kaum beschreibbaren Saison gebracht. Statt Schicht im Schacht für Aue heißt es erneute Drittliga-Tristesse im Wildpark. Die Veilchen jubeln, die Blau-Weißen lassen die Köpfe hängen. Tiefe Trauer auch bei den Anhängern. Das Team um David Pisot, Daniel Gordon und Fabian Schleusener hat leider im wichtigsten Spiel der Saison Nerven gezeigt und mit individuellen Fehlern den Gegner zum Toreschießen eingeladen.

Beispiellose Tal- und Bergfahrt endet im Tränen-Tal

Die Saison 2017/18 geht damit in die Wildpark-Annalen ein als eine beispiellose Tal- und Bergfahrt, die zum Schluss wieder im tiefen Tränen-Tal endete. Und zwar genau dort, wo der Zweitligaabsteiger in die Saison gestartet war. Wir erinnern uns: Unter Marc-Patrick Meister ging es im vergangenen Sommer Volldampf in Richtung Viertklassigkeit, der nächste Absturz schien programmiert. Am 18. August 2017 hagelte es bei Fortuna Köln eine 0:4-Klatsche, die Badener hatten aus den ersten fünf Spielen kümmerliche vier Punkte geholt und rangierten auf Tabellenplatz 15. Daraufhin feuerten die Club-Verantwortlichen nach nur 137 Tagen in der Chefposition auch den Nachfolger der zuvor schon enttäuschenden Cheftrainer Tomas Oral und Mirko Slomka. Erst jetzt gelang dem KSC-Präsidium der lang ersehnte Glücksgriff. Der neue Coach Alois Schwartz gab der völlig verunsicherten Mannschaft wieder Selbstvertrauen und startete eine beispiellose Aufholserie, die in der Relegation endete. Nach 38 Spieltagen auf Rang drei hinter Paderborn und Magdeburg mit 69 Punkten. Zwar mit Minimalismus, aber immerhin.

Punkteergebnis hätte in Vorsaison zum Direktaufstieg gereicht

In der Vorsaison hätte dieses Punkteergebnis in der Dritten Liga noch zum Direktaufstieg gereicht. Alleine dieser Erfolg wäre normalerweise Grund genug zur Freude, wäre da nicht das verflixte Problem mit dem lieben Geld. Die Kluft der TV-Einnahmen ist zwischen der Zweiten und der Dritten Liga so groß, das ein weiteres Jahr in der Drittklassigkeit einfach fatal ist. Deshalb wiegt der sportliche Misserfolg gegen Erzgebirge Aue so schwer. Jetzt beginnt eine weitere wirtschaftliche Durststrecke, der Gürtel muss deutlich enger geschnallt werden. Die vielen Fehler der Vergangenheit lassen so gut wie keinen Spielraum. Ob sich der Traditionsverein noch einmal aus dem Keller emporarbeiten kann, wird fraglicher. Neu aufflammen wird jetzt auf jeden Fall wieder die unsägliche Stadiondebatte, was bei dem Verbleib in der Schuldenliga drei nicht weiter verwundert. Obwohl die Mehrheit im Gemeinderat steht und an einem Neubau im Wildpark so oder so kein Weg vorbeigeht. Wirklich schade, dass der KSC keine sportliche Antwort gefunden hat. Jetzt muss ein neuer Anlauf her. Und bitte diesmal keine Relegation! Hier fehlt dem KSC einfach das berühmte Quäntchen Glück.