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2.200 Zuschauer im Wildpark?

KSC begrüßt 20-Prozent-Regel bei Fan-Rückkehr

Dass bald wieder mehr Fans in die Hallen und Stadien dürfen, darüber freut man sich auch beim Karlsruher SC. Auf der Wildpark-Baustelle ist die Situation eine ganz besondere.

Fußball mit Fans: 450 Zuschauer sahen am Samstag die Niederlage des Karlsruher SC um Marco Thiede gegen Union Berlin. Bald sollen wieder deutlich mehr Besucher zugelassen sein. Foto: Markus Gilliar/GES

Auch beim Karlsruher SC fingen sie am Dienstagnachmittag an zu rechnen. Was bedeutet der Beschluss, den Vertreter der Bundesländer in einer Videokonferenz gefasst hatten, nun konkret? Bundesweit einheitlich, so die Entscheidung, dürfen für eine sechswöchige Testphase bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern nun 20 Prozent der Plätze besetzt werden. Das gilt für die Stadien der Ersten und Zweiten Fußball-Bundesliga ebenso wie für Sportarten unter dem Hallendach, etwa Handball, Basketball und Eishockey. Auch diese atmen angesichts der für viele überlebensnotwendigen Lockerungen auf.

Das aktuelle Pandemiegeschehen wird dabei berücksichtigt. So werden keine Zuschauer zu Veranstaltungen zugelassen, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer oder gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist. Das Abstandsgebot von 1,5 Metern muss eingehalten werden, in den Stadien herrscht Alkoholverbot, Gästefans sind nicht erlaubt, die Tickets sind personalisiert. Zudem ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Einnehmen des Sitz- oder Stehplatzes Pflicht.

Zu KSC-Spielen könnten 2.200 Fans kommen

Beim KSC begrüßte man die Lockerung ausdrücklich. „Für uns ist das positiv, wenn die 20-Prozent-Regel tatsächlich kommt“, sagte KSC-Geschäftsführer Michael Becker und verwies darauf, dass Baden-Württemberg den Beschluss erst noch in einer neuer Verordnung umsetzen muss. Da der Fußball-Zweitligist sein erstes Heimspiel in der Liga allerdings erst am 27. September bestreitet – Gegner ist dann der VfL Bochum –, steht er nicht unter dem gleichen Zeitdruck wie Clubs, die bereits am kommenden Wochenende vor heimischer Kulisse antreten.

Auf der Baustelle des Wildparkstadions ist die Situation ohnehin eine besondere. Wegen des Umbaus darf der KSC die Mindestkapazität von 15.000 Zuschauern aktuell unterschreiten. 11.000 Fans würden momentan Platz finden, so dass nach der 20-Prozent-Regel 2.200 kommen dürften.

Platz auf der KSC-Haupttribüne reicht nicht aus

Das Problem: Auf der alten Haupttribüne reicht die Kapazität hierfür nicht aus, weswegen der KSC Becker zufolge bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) einen Antrag stellen wird, auch die Stehplatztribüne im Norden nutzen zu dürfen. Die Karten sollen wie schon für das Pokalspiel gegen Union verlost werden. Am vergangenen Samstag waren gegen die Berliner nur 450 Fans zugelassen gewesen, ursprünglich hatte der KSC bis Ende Oktober mit dieser Zuschauerzahl gerechnet.

Die Gefahr eines Flickenteppichs ist durch die Entscheidung erst einmal gebannt. Offen ist allerdings noch, wie schnell diese umgesetzt werden kann. Schließlich müssen die Karten verteilt oder verlost, Fans informiert, Konzepte umgesetzt, Ordnungsdienste instruiert werden. Das gilt auch für die Hallen-Sportarten, die angesichts ihrer Abhängigkeit von Zuschauereinnahmen weit mehr zu leiden hatten als der Fußball. „Eine bundeseinheitliche Lösung ist eine wichtige Botschaft und ein Vertrauensvorschuss“, sagte Geschäftsführer Stefan Holz von der Basketball-Bundesliga, die am 6. November wieder spielen wird.

Lokale Corona-Ausbrüche können hier wie dort selbstverständlich alle Einigungen aushebeln, wenn die Gesundheitsämter einschreiten. Eine Vollauslastung scheint ohnehin in weiter Ferne zu liegen.

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