Die Supporters Karlsruhe, der Dachverband der KSC-Fans, stellt sich gegen die Rassismusvorwürfe. | Foto: Hora

Supporters Karlsruhe

KSC-Fan-Verband stellt sich gegen Rassismusvorwürfe im Fall Jatta

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Die Supporters Karlsruhe, der Dachverband der KSC-Anhänger, weisen die Rassismus-Vorwürfe nach der 2:4-Niederlage gegen den HSV zurück. Die Fan-Vereinigung äußerte sich am Montag in einer Stellungnahme zu den Pfiffen gegen den Hamburger Spieler Bakery Jatta.

In der gemeinsamen Meldung mit der Fan-Initiative „Blau-Weiss statt Braun – KSC-Fans gegen Rassismus“ heißt es: „Wer pauschal, anhand des Spiels gegen den HSV, der Karlsruher Fankurve Rassismus unterstellt, hat sich nicht im Ansatz die Mühe gemacht, sich mit der Fan-Kultur in Karlsruhe auseinanderzusetzen. Die Karlsruher Fanszene setzt sich sehr stark für Menschlichkeit und Miteinander und gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus ein!“ Die Supporters entschuldigten sich in der Meldung auch bei Jatta selbst für das Verhalten mancher KSC-Fans.

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Supporters stellen sich gegen Hass in der Fankurve

Bezüglich der Pfiffe gegen Jatta erklären die Supporters, dass diese, „ob fair oder unfair“, in allen Stadien weltweit normal seien. Herkunft, Hautfarbe und Religion seien kein Anlass für ein Pfeifkonzert. Dem Fan-Verband ist aber bewusst, dass unter den Zuschauern auch Personen sind, die sich nicht mit einer offenen Gesellschaft identifizieren können.

Rechtsextremes Gedankengut und Menschen, die Jatta ausgepfiffen hätten, weil dieser ein Flüchtling gewesen sei, verurteilen die Supporters vehement: „Denjenigen sei mehr als deutlich gesagt, dass ihr Hass und ihre Sicht- und Denkweise keinen Platz in unseren Kurven haben und wir jeden Fan auffordern, sich diesem Gedankengut im Block entgegen zu stellen.“

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Fan-Dachverband fordert Entscheidung der Verbände für Jatta

Bei der Diskussion um die Identität Jattas fordern die Supporters, dass DFL und DFB eine Entscheidung für den Spieler fällen und appellieren deshalb an die Fürsorgepflicht der Verbände. Jatta sei ein Spieler, der egal woher er komme und wie alt er sei, seinen Job erledige.

Den nun eingelegten Protest des Vereins sehen die Supporters ebenfalls kritisch. Bereits bevor der KSC am Montag mitteilte, gegen die Wertung der Partie vorzugehen, sprach sich der Dachverband gegen einen solchen Schritt aus: „Wir würden es vielmehr begrüßen, wenn unser Verein als Beispiel vorangehen und dadurch vielleicht einen Beitrag dazu leistet, die Sache im Interesse und im Sinn des Fußballs zu beenden.“

Supporters engagieren sich gegen Rechts

In der Mitteilung verweisen die Supporters außerdem auf ihr langjähriges Engagement gegen Rechts. So ist der Dachverband Teil des Netzwerks „Karlsruhe gegen Rechts“. Neben der Teilnahme an Gegenprotesten von Aufmärschen Rechtsextremer veranstalteten die Supporters auch Gedenkaktionen für die Opfer des Holocausts und engagierten sich bei der Integration von Flüchtlingen, die auch zu Spielen eingeladen wurden. „So war und ist man sich in der Karlsruher Kurve einig, nur mit Akzeptanz, Beteiligung und Einbindung in unseren Alltag ist der Weg für eine Integration von Menschen möglich“, heißt es in der Mitteilung.

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Das ist passiert

Bei der Partie gegen den HSV kam es zu Pfiffen von KSC-Fans gegen Jatta. Im Anschluss entbrannte in den sozialen Netzwerken ein Sturm der Entrüstung. Viele Nutzer auf Twitter und Co unterstellen den KSC-Anhängern Rassismus.

Die gemeinsame Mitteilung der Supporters Karlsruhe und der Initiative „Blau-Weiss statt Braun“ zum Nachlesen. 

obit/BNN