Robin Hack (rechts, hier im Duell mit dem Ex-Karlsruher Matthias Bader) beim Spiel gegen den SV Darmstadt. Der Pforzheimer ist mit sieben Treffern erfolgreichster Torjäger der Franken. | Foto: imago-images

2. Bundesliga

KSC-Gegner-Check: Alles zum 1. FC Nürnberg

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Der „Club“ zu Gast beim KSC. Die Nürnberger haben schon Trainer Nummer drei im Amt. Und hängen gemeinsam mit dem Karlsruher SC im Tabellenkeller fest. Bei den Franken war die Erwartungshaltung vor der Saison groß. Die Realität war letztlich eine andere. Das Wichtigste zum 1. FC Nürnberg im KSC-Gegner-Check:

Die Nürnberger hatten sich das so vor der Saison wohl nicht vorgestellt. Der Aufstieg war das Ziel, der Abstiegskampf ist die Realität. Beim Karlsruher SC ist die Situation ähnlich prekär. KSC-Trainer Christian Eichner will deshalb am Freitagabend, 18.30 Uhr, den ersten Sieg unter seiner Regie im heimischen Wildparkstadion einfahren: „Den Club hinter uns zu lassen in der Tabelle, das ist unser großes Ziel für Freitag.“ In der Hinrunde trennten sich beide Teams 1:1-Unentschieden.

Das ist neu beim 1. FC Nürnberg

Vor der Saison erklärte FCN-Trainer Damir Canadi: „Ich bin hierhergekommen, um aufzusteigen.“ Das müsse natürlich nicht sofort geschehen. Mehr als zwei Jahre sollte die Rückkehr ins Oberhaus aber nicht dauern. Damir Canadi bekam gerade mal ein halbes Jahr Zeit für diese Mission und ist in Nürnberg bereits wieder Geschichte. Kurzzeitig hatte auch FCN-Legende Marek Mintal das Amt des Interimstrainers inne.

Mitte November übernahm dann Jens Keller das Ruder in Nürnberg. Der gebürtige Stuttgarter war zuvor Coach beim FC Ingolstadt, bei Union Berlin, bei Schalke 04 und dem VfB. Obwohl Keller einen guten Ruf genießt, hat er seine Vertragslaufzeiten nirgendwo komplett erfüllen können. FCN-Sportchef Robert Palikuca kommentierte die Verpflichtung Kellers dennoch mit den Worten: „Wir sind sicher, dass er der richtige Mann für unseren Weg ist.“ Und der soll bekanntlich schnellstmöglich zurück ins Bundesliga-Oberhaus gehen.

Das ist die Situation beim 1. FC Nürnberg

Davon ist der FCN aber kilometerweit entfernt – oder auch 18 Punkte bis auf Rang zwei. Unter Keller holten die Nürnberger zwölf Punkte aus zehn Spielen. Seine Ausbeute ist etwas besser als die von Vorgänger Canadi, der mit den Franken aus 13 Spielen vierzehn Zähler erzielte.

Klar ist aber auch, dass der FCN (26 Punkte) mit einer Niederlage in Karlsruhe richtig tief in den Abstiegskampf hineinrutschen würde. Besser gesagt auf den Relegationsrang 16 – denn dort steht der KSC (24 Punkte) aktuell. „Es wird am Freitag noch nichts entschieden“ erklärte Keller im Laufe der Woche und versuchte so, Druck von seiner Mannschaft zu nehmen. Seine Mannschaft sei gut drauf gewesen in den vergangenen Wochen, erklärte er gegenüber den Online-Portal nordbayern.de.

Das sind die Schwächen des 1. FC Nürnberg

In den vergangenen Wochen haben die Nürnberger aber vor allem Spiele kurz vor knapp noch aus der eigenen Hand gegeben. Insgesamt sechs Mal spielten die „Glubberer“ unentschieden oder verloren sogar noch. So auch am vergangenen Spieltag im Heimspiel gegen Darmstadt 98: Dario Durmic schockte die Franken wenige Minuten vor Schluss mit einem Kracher zum 1:2-Endstand.

Insgesamt fängt sich kein Team mehr Gegentore in der Schlussphase ein. Mit 42 Treffern insgesamt hat nur ein Team ebenso viele Gegentore kassiert – und zwar der Karlsruher SC. Übrigens: Mit 33 erzielten Toren haben die Nürnberger insgesamt nur eines mehr als die Badener.

Vergrößert werden Kellers Sorgen dadurch, dass mit Innenverteidiger Asger Sörensen (Rote Karte nach einer Notbremse im Spiel gegen Darmstadt) und Sechser Fabian Nürnberger (Gelb-Rot) zwei Spieler ganz sicher in Karlsruhe fehlen werden. Dazu ist der Einsatz von Winterneuzugang Konstantinos Mavropanos (Arsenal London) sehr fraglich. Der Grieche klagt über Becken-Probleme. Dazu steht hinter der Rückkehr von Georg Margreitter – ebenfalls Innenverteidiger – noch ein Fragezeichen. Dem Kicker zufolge könnte Keller dann Patrick Erras aus dem Mittelfeld ins Abwehrzentrum beordern. Dem großen Kader sei Dank.

Das sind die Stärken des 1. FC Nürnberg

Besagter Kader hat eine hohe individuelle Qualität. Mit Michael Frey steht ein international erfahrener Angreifer im Kader der Nürnberger. Der Schweizer ist ein Kämpfer, aber auch nicht der torgefährlichste Stürmer (4 Tore/4Vorlagen). Dennoch strahlt der Hüne Gefahr aus. Extrem wichtig ist für den FCN, dass mit Nikola Dovedan ein weiterer Offensivspieler allmählich auf Touren kommt. Der Österreicher traf in den vergangenen beiden Partien.

Der Angriff der Franken wurde bis dahin lange vom ehemaligen Karlsruher Jugendspieler und Pforzheimer Robin Hack und den beiden Mittelfeld-Routiniers Johannes Geis und Hanno Behrens am Leben gehalten. Beide haben bereits fünf Tore erzielt. Behrens ist bekannt dafür, dass er gerne im gegnerischen Sechzehner auftaucht. Und Geis‘ Gefahr aus der zweiten Reihe und bei Standards hat sich in der zweiten Liga rumgesprochen. In der Hinrunde traf er beim 1:1 gegen den KSC vom Punkt. Zudem haben beide insgesamt zehn Tore vorbereitet.

Das ist sonst noch interessant beim 1. FC Nürnberg

Eine schaurig-kuriose Meldung veröffentlichte am Donnerstagmorgen der Oberpfälzische Kurier. Demnach hatte der Deutsche Fußball-Bund den Nürnberger Profi Dennis Lippert für tot erklärt. Lippert, 24, laboriert seit knapp drei Jahren an einem Kreuzbandriss, nimmt aber derzeit wieder am Training der Franken teil. Auf der Online-Plattform des DFB sind alle Spieler in Deutschland gelistet. Hinter Lippert tauchte ein Kreuz und das Datum 11. Juni 2019 auf. Der 24-Jährige erklärte auf Anfrage, dass er von dem Fehler noch nichts gehört habe. Seine Oma hingegen schon. Ihr Telefon stehe laut eigener Aussage wegen des Fehlers nicht still.

Lippert selbst hatte eine Erklärung parat: „Ich weiß, dass ein Motorradsportler im letzten Jahr tödlich verunglückt ist. Der hatte den gleichen Namen und war so alt wie ich.“ Damit hat Lippert auf tragische Weise recht. 2019 verstarb der Motorradfahrer Dennis Lippert bei einem Motorradrennen auf der Rennstrecke in Oschersleben.

Diese Nürnberger Spieler haben eine Karlsruher Vergangenheit

Auch vier Ex-Karlsruher spielen in Nürnberg. Mit dem früheren Kapitän Enrico Valentini und Stümer Fabian Schleusener stehen zwei ehemalige Profi-Spieler der Badener im Kader der Franken. Valentini war mehrere Saisons auf der rechten Außenbahn – offensiv oder defensiv – gesetzt. Nach einer Adduktorenverletzung und einem Innenbandriss nahm er 2020 erst zwei Mal wieder auf der Bank Platz.

Schleusener hat nach einem Kreubrandriss im März 2019, noch nicht wieder komplett zu alter Stärke zurückgefunden. Der Angreifer kommt auf neun Einsätze und hat wie Lohkemper auch erst einen Assist auf der Habenseite.

Die zwei ehemaligen Jugend-Kicker des KSC, Hack und Felix Lohkemper, spielen eine gänzlich unterschiedliche Saison. Lohkemper, eigentlich als Mittelstürmer aus Magdeburg verpflichtet, kommt nur auf neun Einsätze, inklusive einer Vorlage. Hack ist mit sieben Treffern derzeit der torgefährlichste Angreifer der Franken.