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2. Bundesliga

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zu Arminia Bielefeld

Der Karlsruher SC muss am Freitag zum Tabellenführer nach Bielefeld. Die Arminia ist wohl die größte Überraschung der laufenden Zweitliga-Saison. Aber ist der Aufschung der Ostwestfalen wirklich so überraschend? Und hat der KSC beim Gastspiel auf der Bielefelder Alm eine Chance?

01.06.2015, xfux, Fussball Relegation, Karlsruher SC - Hamburger SV, v.l. Reinhold Yabo (Karlsruher SC KSC) Torjubel, Goal celebration, celebrate the goal zum 1:0 01 06 2015 xfux Football Relegation Karlsruhe SC Hamburg SV v l Reinhold Yabo Karlsruhe SC KSC goal celebration Goal Celebration Celebrate The Goal to 1 0 Foto: imago-images

Bielefeld gibt es doch. Das Rätsel darüber, ob die Stadt in Ostwestfalen existiert, oder nicht, widerlegten die Verantwortlichen der Stadt im September selbst. Wer Beweise habe, dass es Bielefeld tatsächlich nicht gebe, solle sich melden. 2.000 Einschriften kamen zusammen. Resultat: Keiner hatte einen richtigen Beweis. Ergo muss der KSC am Freitag auch beim Tabellenführer antreten.

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Tabellenführer? Richtig. Die Arminen haben mal ganz nebenbei die finanzstarke Konkurrenz aus Hamburg und Stuttgart auf die Plätze zwei und drei verdrängt. Die Ostwestfalen sind unter Trainer Uwe Neuhaus das derzeit stärkste Team der 2. Bundesliga.

Das ist die Situation bei Arminia Bielefeld

"Unaufhaltsam", "abgebrüht" und Inhaber eines neuen Zweitliga-Rekords von sieben Siegen in der Fremde am Stück. Auf der Bielefelder Alm braut sich etwas zusammen. Wo zu Beginn der Saison quasi jeder Fußballfan mit einem Zweikampf des HSV und des VfB Stuttgart rechnete, hat sich die Neuhaus-Elf ganz gemütlich an den beiden "Großen" vorbeigemogelt. Aktuell trennen die Bielefelder neun Punkte vom Rang vier.

Neuhaus ist seit Dezember 2018 am Ruder. Und seit dem läuft es bei Arminia. Unter dem 60-Jährigen verloren die Bielefelder nur vier Mal in der Rückrunde 2018/2019. Dem gegenüber stehen zehn Siege. Die Ostwestfalen wurden am Ende der Spielzeit Siebter.

Zusammengerechnet kommt Neuhaus in seiner Bielefelder Zeit in bisher 33 Zweitliga-Spielen auf einen Punkteschnitt von 2,0. Die Verantwortlichen sind mit dem ehemaligen Coach von Union Berlin zufrieden. Ende November wurde Neuhaus' Vertrag um zwei Jahre bis 2022 verlängert.  Diese Entwicklung wollen wir dank der akribischen täglichen Arbeit des Trainerteams weiter vorantreiben“, sagte Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi

Die Stärke von Arminia Bielefeld ist der Angriff

Da wären zuallererst der Wahnsinns-Angriff: Fabian Klos ist wie ein guter Rotwein - im Alter wird der 32-Jährige nur besser. Gegen Darmstadt knipste der Stürmer zweifach - in unter einer Viertelstunde. Zwölf Buden hat Bielefelds Kapitän bereits auf dem Konto.

Aber nicht nur Klos steht für Torgefahr. Auch der Ex-Karlsruher Andreas Voglsammer hat schon neun Treffer erzielt. 21 Tore gehen also insgesamt auf das Konto der Stürmer. Beide haben zudem fünf Treffer vorbereitet. Laut Statistiken landet jeder sechste Schuss der Bielefelder im Netz. Mehr Effektivität geht in der Liga nicht. Im ganzen Kalenderjahr sind es übrigens doppelt so viele Tore: 42!

Unterstützt werden Klos und Voglsammer im 4-3-3-System von einem gebürtigen Elsässer. Jonathan Clauss aus Straßburg, früher auch für den SV Linx aktiv, ist eigentlich gelernter Rechtsverteidiger. Unter Neuhaus beweist er mit zwei Toren und drei Vorlagen auch Offensiv-Qualitäten.

Auch hier ist Bielefeld top

Und die Bielefelder strotzen aktuell auch nur so vor Selbstbewusstsein. Bereits nach dem fulminaten 5:1-Sieg Mitte November ließ Klos keine Zweifel am Anspruch der Arminia. "Das ist kein Zufall. Ich sehe uns auch am Ende unter den Top 3."

Coach Neuhaus setzt dagegen auf Lockerheit: Die aktuelle Situation sollen seine Akteure genießen. "Das gehört zu den Dingen, die die Spieler jetzt tun sollten, wenn sie die Tabelle sehen." Kein Druck. Und so können die Arminen weiter befreit auftreten.

Auch bei anderen Statistiken setzen die Ostwestfalen Maßstäbe. Bielefeld rennt nahezu jeder Mannschaft weg: 117,66 Kilometer pro Partie sind der Topwert der Liga. Der KSC kommt auf fünf (!) Kilometer weniger. In Sachen Passspiel ist nur der VfB stärker als Bielefeld. 86 Prozent aller gespielten Bälle kommen auch beim Teamkollegen an.

Neuhaus verlässt sich außerdem auf den in seinen Augen "besten Balleroberer der Liga". Manuel Prietl wird am Freitag Karlsruhes Marvin Wanitzek das Leben schwer machen. Der Österreicher liefert mit einem Kicker-Notenwert von 2,82 konstant Top-Leistungen ab. Und hält so im Dreier-Mittelfeld seinen offensiveren Kollegen, wie zum Beispiel Marcel Hartel (sechs Vorlagen) den Rücken frei. Überhaupt stehen derzeit sechs (!) Bielfelder unter den Top-11 nach Kicker-Noten.

Das sind die Schwächen von Arminia Bielefeld.

Sieben Auswärtssiege am Stück zeigen klar, dass Bielefeld derzeit verdient das beste Team in Liga zwei ist. Das zeigt aber auch: Daheim gibt die Neuhaus-Elf teilweise Rätsel auf. Der Kicker sprach vom "Heimkomplex". Zwei Siege und vier Unentschieden sind für ein Top-Team ein schlechter Wert. "Optimal wäre es andersrum", wollte Neuhaus dem Gefälle zwischen Auswärts- und Heimspielen nicht all zuviel Bedeutung schenken.

Von einer Schwäche in Sachen Zweikampf-Werten zu sprechen, mag angesichts des viertbesten Werts der Liga vermessen klingen. Dennoch hat der KSC mit 52,15 Prozent gewonnener Duelle die gleiche Quote. Hier sind die Karlsruher also zumindest auf Augenhöhe.

Diese Bielefelder haben eine Karlsruher Vergangenheit

16. Oktober 2010: Es läuft die 82. Minute. KSC-Kapitän Alexander Iashvili verlässt beim Stand von 0:2 gegen den VfL Bochum das Feld. Ein 18-jähriger Außenstürmer betritt das Feld: Andreas Voglsammer. Nachhaltig Eindruck hinterlässt der Mann, der eigentlich für die A-Jugend des KSC aufläuft, nicht. Die acht Minuten gegen den VfL bleiben Voglsammers einzige im Karlsruher Trikot. Neun Jahre später ist der 27-Jährige fulminanter Part des Bielefelder Angriffs.

An einen anderen Ex-KSCler haben viele Badener Anhänger gemischte Erinnerungen: Reinhold Yabo. Im Fast-Aufstiegsjahr 2015 war er der überragende Mann im Mittelfeld. Traf sogar im Relegations-Rückspiel zur zwischenzeitlichen Führung. Seinen Wechsel zu Red Bull Salzburg nahmen ihm aber einige Karlsruher krumm. Nach mehreren Verletzungspausen fand Yabo in Bielefeld wieder zu alter Stärke zurück. Im Mittelfeld ist der 27-Jährige gesetzt. Zu einem Wiedersehen mit dem KSC auf dem Platz wird es aber nicht kommen. Yabo fällt derzeit wegen Problemen an den Außenbändern aus.

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