Manuel Stiefler (l.) gegen Dario Dumic: Bereits das erste Duell zwischen beiden Teams Anfang Oktober war eng umkämpft. | Foto: imago-images

DFB-Pokal

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zu Darmstadt 98, die Zweite

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Nach Hannover 96, die Zweite, heißt es am Dienstagabend: Darmstadt 98, die Zweite: Der Karlsruher SC muss in der zweiten Runde des DFB-Pokals am Darmstädter Böllenfalltor ran. Bereits Anfang Oktober trennten sich beide Teams 1:1 in der 2. Bundesliga. Was hat sich seitdem beim KSC-Gegner aus Darmstadt getan?

Ohne Daniel Gordons Last-Minute-Treffer beim 3:3-Remis gegen Hannover wäre der KSC nicht Sechster, sondern lediglich 13. Und Darmstadt wäre in der Tabelle vorbeigezogen. Was wie ein lästiges Zahlenspiel klingt, zeigt deutlich: In der Liga geht es eng zu, die Abstände zwischen den Teams sind gering. Der KSC und Darmstadt stehen beide bei 14 Punkten. Und auch die „Lilien“ aus Südhessen haben sich im Vergleich zum ersten Duell in der Saison mit dem KSC verbessert.

Siege gegen St. Pauli oder auch das Überraschungsteam aus Aue verdeutlichen den Aufschwung. 98-Trainer Dimitrios Grammozis hat es geschafft, dass sein Team konstanter auftritt.

Was hat sich bei Darmstadt verbessert?

Und vor allem die Stabilität hat sich bei Darmstadt verbessert. Der Treffer von KSC-Stürmer Philipp Hofmann vom 9. Spieltag war der letzte der Darmstädter in einem Punktspiel. Gegen St. Pauli und Aue wahrten die „Lilien“ eine weiße Weste. Auch bemerkenswert: Dario Durmic, Darmstadts Siegtorschütze gegen Aue, rannte nach seinem Kopfballtreffer in die Arme von Grammozis. Ein eindeutiges Zeichen, dass auch die Mannschaft hinter ihrem Übungsleiter steht.

Gegen Aue wurde auch deutlich: Darmstadt gewinnt zähe und eng umkämpfte Spiele – zur Not mit einem Kopfballtor nach einer Ecke. Der KSC ist gewarnt. Wobei Last-Minute-Treffer auch eine Spezialiät des Karlsruher SC geworden sind. 

Dieser Spieler hat sich zurückgekämpft

Interessant hingegen: Tobias Kempe, Darmstadts Bester der Vorsaison, stand gegen Aue zum ersten Mal in der Startelf – und bereitete gleich Durmics Tor vor. Der Mittelfeldspieler hat gezeigt, dass wohl auf lange Sicht kein Weg an ihm vorbei geht. Kempe habe gearbeitet und sich im Training aufgedrängt, wie Grammozis der Frankfurter Rundschau sagte. Und der einst Verdrängte hegt keinen Groll gegenüber seinem Coach:  „Ich freue mich, dass der Trainer mir wieder das Vertrauen schenkt. Das ist das, was zählt. Das andere ist vorbei.“

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Dieser Spieler könnte für Ärger sorgen

„Lilien“-Ikone Marcel Heller versauerte hingegen seit langer Zeit 90 Minuten auf der Bank. Verzichtet Grammozis häufiger auf den flinken Mann vom Flügel, droht Ärger. Lange Zeit wäre eine Nichtberücksichtigung von Heller unvorstellbar gewesen. Heller reißt Löcher und ist auch mit 33 Jahren noch verdammt schnell. Grammzozis begründete mehreren Medienberichten zufolge, dass dies keine generelle Entscheidung gegen Heller gewesen sei. Ausgang ungewiss!

Wo hat Darmstadt noch Probleme?

Die Chancenverwertung der „Lilien“ ist ausbaufähig. Positiv ausgedrückt: Darmstadt ist minimalistisch. Aber gegen Aue und St. Pauli gingen die Angreifer sträflich mit ihren wenigen Chancen um. Auch auf St. Pauli entschied ein Kopfballtreffer die Partie. Aus dem Spiel gelingt den Darmstädtern noch zu wenig. Serdar Dursun, mit drei Treffern der beste Schütze, hat nun seit Mitte September Ladehemmung.

Was ist sonst noch wichtig:

Grammozis stellt sich darauf ein, dass es auch nach 90 oder 120 Minuten keinen Sieger geben könnte. Der „Lilien-Coach“ ließ Elfmeter trainieren. Bei fünf Unentschieden, die beide Teams bisher auf dem Konto haben, keine schlechte Idee. Und: Darmstadt ist heimstark. In dieser Saison haben die Südhessen zuhause noch kein Spiel verloren.