08.09.2017 - Fussball - Saison 2017 2018 - 2. Fussball - Bundesliga - 05. Spieltag: SG Dynamo Dresden SGD - SpVgg Greuther Fürth ( Kleeblatt ) - / - Torjubel Jubel Freude nach Treffer Tor Torschuß zum 1:1 durch Philipp Hofmann (11, SpVgg Greuther Fürth ) *** 08 09 2017 Football Season 2017 2018 2 Football Bundesliga 05 Matchday SG Dynamo Dresden SGD Spvgg Greuther Fuerth Kleeblatt goal celebration cheering happiness After Results goal Torschuß to 1 1 through Philipp Hofmann 11 Spvgg Greuther Fuerth
Ein knappes halbes Jahr stürmte Philipp Hofmann, aktuell Karlsruhes bester Stürmer, für Greuther Fürth. Im Frühjahr 2018 wechselte er zu Eintracht Braunschweig. | Foto: imago-images

2. Bundesliga

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zu Greuther Fürth

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Elfter gegen Neunter: Mehr Mittelfeld geht eigentlich nicht in der 2. Bundesliga. Der KSC bekommt es am Samstag, 13 Uhr, mit einer der auswärtsschwächsten Mannschaften der Liga zu tun. Die Spielvereinigung Greuther Fürth ist eine Art Wundertüte. Bestätigt der KSC seinen positiven Trend? Darauf müssen die Karlsruher gegen Fürth achten.

Im Fränkischen hört man häufiger den Satz: „Lieber Fünfter als Fürther“. Ein Anspielung darauf, dass lieber der bedeutungslose Platz fünf erreicht werden solle, als „Fürther“, zu werden. Eine Ausführung die vorzugsweise von Fans des großen 1. FC Nürnberg stammt. Von Platz fünf sind die Nürnberger aktuell meilenweit entfernt. Nicht aber der „kleine“ Rivale aus der Nachbarstadt.

Das ist die Situation bei der SpVgg Greuther Fürth

Die Spielvereinigung Greuther Fürth ist als Neunter (22 Punkte) nur einen Punkt von Rang fünf entfernt. Das turbulente Mittelfeld der 2. Bundesliga lässt aber auch nach 16 Spieltagen noch keine wirklichen Schlüsse zu, wohin die Reise mancher Teams gehen könnte. Sieben Punkte trennen die Fürther nämlich von den beiden Relegationsrängen drei und 16.

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Sechs Siege, vier Unentschieden und sechs Pleiten: Das bedeutet ganz klar Mittelfeld. Und so sehen auch die vergangenen Ergebnisse aus. Nach zwei Pleiten gegen den HSV und Kiel folgten sieben Punkte aus den Spielen gegen Dresden, Osnabrück und Darmstadt. In der nächsten Woche setzte es aber eine 2:3-Niederlage gegen Sandhausen. Das Team von Stefan Leitl konnte dennoch den Anschluss halten – wenn auch weiterhin mit wechselhaften Ergebnissen. Trotzdem könnten die Franken mit einem Sieg beim KSC sogar noch vor der Winterpause an den Aufstiegsrängen schnuppern.

Das sind die Stärken der Fürther

Fürths Trainer Stefan Leitl wird nicht müde, die hohe Leistungsbereitschaft innerhalb seines Teams zu loben. „Wir haben aktuell eine gute Energie innerhalb der Mannschaft“, so der frühere Profi des FC Ingolstadt. Gegen den KSC müsse seine Elf geduldig sein. Auch Eigengewächs David Raum lobte das gute Gemeinschaftsgefüge der Mannschaft. „Die Bank fiebert bei jedem Spiel mit“, so Raum.

KSC-Trainer Alois Schwartz attestierte den Fürthern außerdem spielerische Klasse. Mit 81 Prozent angekommenen Pässen liegt Fürth im Mittelfeld der Liga. Der KSC kommt weiterhin nur auf knapp 75 Prozent. Mit 20 Gegentreffern sitzt auch die Defensive der Fürther einigermaßen sattelfest.

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Im Angriff sind die Franken nominell gut besetzt. Daniel Keita-Ruel (5 Tore) und Branimir Hrgota (6 Tore) zählen zu den bekannteren Sturmduos der Liga. Keita-Ruel stammt aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach und saß mehrere Jahre hinter Gittern, weil er mit Anfang 20 mehrere Raubzüge begangen hatte. Über Umwege in der Regionalliga schaffte es der heute 30-Jährige in die 2. Bundesliga.

Hrgota, ebenfalls mit Fohlen-Vergangenheit, war bereits in der Oberklasse des deutschen Fußballs. Schoss sogar in der Gladbacher Europa-League-Saison 2014/2015 acht Tore. Doch weder bei der Borussia noch bei Eintracht Frankfurt spielte der quirlige Mittelstürmer längerfristig eine entscheidende Rolle. In Fürth scheint der Schwede zu funktionieren. Beim 3:1-Sieg gegen Bochum traf er doppelt.

Das sind die Schwächen der Fürther

Aber außer Hrgota und Keita-Ruel strahlt kein Stürmer im grün-weißen Trikot Torgefahr aus. Im Gegenteil: Der norwegische Stürmer Havard Nielsen kommt zum Beispiel auf gerade mal einen Treffer im Ligabetrieb.  Die Chancenverwertung der Fürther ist insgesamt auf dem Niveau eines Abstiegskandidaten. Nur jeder zwölfte Schuss sitzt! Überhaupt stehen erst 19 Treffer auf dem Konto der Franken.

Außerdem plagen die Franken derzeit einige Verletzungsprobleme. Vor dem Spiel gegen den KSC muss die Viererkette des Kleeblatts wohl umgebaut werden. Linksverteidiger Maximilian Wittek fehlt nach fünf gelben Karten zunächst gesperrt. Raum wird Wittek wohl ersetzen. Außerdem wird auch Kapitän Marco Caligiuri fehlen. Der 21-Jährige Paul Jaeckel wird für den Fürther Routinier auflaufen. Im Angriff fehlt zudem Julian Green, der mit seiner Schnelligkeit auch die Karlsruher Verteidiger vor Probleme hätte stellen können.

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Apropos Probleme: Auswärts stellt das Kleeblatt bisher kaum ein Team vor größere Schwierigkeiten. Außer dem 3:1-Sieg auf St. Pauli schnappte sich Fürth kein einziges Mal die maximale Punktausbeute.

Diese Karlsruher haben eine Fürther Vergangenheit

Fünf Jahre verbrachte Manuel Stiefler im Sportpark Ronhof und lernte dort bis zur A-Jugend das Fußballspielen. Nach einer Zwischenstation beim bayrischen Oberligisten SpVgg Bayreuth wechselte Stiefler dann zum Fürther Erzrivalen nach Nürnberg. Für die Zweitvertretung des „Club“ lief der Franke 63 Mal in der Regionalliga auf. Über Saarbrücken und Sandhausen empfahl sich Stiefler so für den Karlsruher SC. Unter Alois Schwartz gehört der variable Mittelfeldakteur zum Stammpersonal – sowohl im Mittelfeld als auch auf Rechtsaußen.

Auf zumindest eine Halbserie bei den Profis kommt Karlsruhes bester Torschütze der laufenden Saison – Philipp Hofmann. Der Hüne erzielte in der Hinrunde der Saison 2017/2018 nur einen Treffer in der Liga und derer zwei im Pokal für die Franken und ging nach insgesamt elf Partien zu Braunschweig. Der Rest ist bekannt. Seit dem Sommer 2019 blüht Hofmann unter KSC-Coach Alois Schwartz förmlich auf und kommt bereits auf neun Tore. Leitl, der den KSC-Angreifer aus Ingolstädter Zeiten kennt, ist nicht überrascht, dass der 1,96 Meter große Stürmer nun Leistung bringt. „Er hat Zeit gebraucht, um in den Rhythmus zu kommen. Er hat Qualität, spielt eine gute Runde und passt in das Konzept des KSC.“

Und das ist noch wichtig – jung gegen alt

Mit 24,6 Jahren stellen die Fürther den jüngsten Kader der 2. Bundesliga. Zum Vergleich: Die 28 KSC-Spieler kommen auf ein Durchschnittsalter von 26 Jahren. Gravierender ist außerdem der Unterschied beim startenden Personal: Fürths erste Elf hat mit einem Durchschnittsalter von 26,5 Jahren zwar nicht die jüngste Stammmannschaft. „Schuld“ sind die „alten Hasen“ Mergim Mavraj (33), Caligiuri (35) oder Keita-Ruel (30), die den Schnitt nach oben ziehen. Zum Vergleich: KSC-Coach Schwartz schickt mit 27,8 Jahren die älteste Startelf auf den Rasen.

Leitl machte gegenüber dem Kicker nochmal klar, dass der Verein verstärkt auf die Jugend setzen wolle.  Dazu gehört auch der 18-jährige Jamie Leweling. Der Mittelfeldspieler hat beim Sieg gegen Bochum sein allererstes Bundesliga-Tor erzielt.

Noch eine Anekdote: Der KSC musste vor zehn Jahren schon mal zum Hinrundenabschluss gegen Fürth antreten. Damals aber im Ronhof. Der 4:1-Sieg des KSC haftet bei vielen Anhängern der Blau-Weißen aus zwei Gründen noch im Gedächtnis. Da wäre einmal das völlig verschneite Spielfeld. Und zum anderen: Der finnische Stürmer Niklas Tarvajärvi, der mit dem Tor zum 3:1 einen seiner einzigen beiden Treffer im KSC-Dress erzielte.