Torjäger unter sich: Branimir Hrgota (r.) im Zweikampf mit Karlsruhes Philipp Hofmann beim Gastspiel der Fürther in der Hinrunde beim KSC. | Foto: imago-images

2. Bundesliga

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zu Greuther Fürth

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Hält der Karlsruher SC die Klasse? Zumindest der Relegationsplatz 16 in der 2. Bundesliga ist den Badenern so gut wie nicht mehr zu nehmen. Je nach Ausgang der Partie des 1. FC Nürnberg in Kiel wäre Platz 15 für die Karlsruher drin. Ein Sieg der Badener in Fürth ist allerdings Pflicht. Das Wichtigste zum KSC-Gegner im Check:

Es ist der absolute Super-Gau – für Fans des 1. FC Nürnberg. Die Glubberer müssen sich ausgerechnet auf Schützenhilfe des Erzrivalens Spielvereinigung Greuther Fürth verlassen. Die Fürther empfangen am Sonntagnachmittag mit dem Karlsruher SC den Hauptkonkurrenten des FCN im Zweitliga-Abstiegskampf. Sollte Nürnberg selbst nicht in Kiel gewinnen, könnte der KSC durch einen Sieg gegen das „Kleeblatt“ am FCN vorbeiziehen und Nürnberg in die Relegation schicken.

Das ist die Situation bei Greuther Fürth

Doch für das kleinere Team aus dem Fränkischen geht es aus finanzieller Sicht noch um sehr viel. Einen Spieltag vor Saisonende stehen die Fürther auf Rang acht, zwei Zähler fehlen auf Rang sechs, wo derzeit der VfL Bochum liegt. In der laufenden Saison bekam der Achte der 2. Liga etwa 11,5 Millionen Euro an Fernsehgeldern. Rang sechs bedeutete 13 Millionen an TV-Einnahmen.

Generell können die Verantwortlichen bei der Spielvereinigung Verein zufrieden sein. Das Team von Trainer Stefan Leitl spielt mit 44 erreichten Punkten bislang eine mehr als solide Saison. Der Klassenerhalt ist längst dingfest gemacht. Dazu hat Fürth 2020 auch kein einziges Auswärtsspiel verloren. Und das Sahnehäubchen auf der Fürther-Saison-Torte: Der 1:0-Sieg im Derby gegen den FCN am 31. Spieltag. Die Fußballwelt in Franken ist im Sommer 2020 eher weiß-grün.

Das sind die Stärken von Greuther Fürth

Die „Kleeblätter“ sind eine passstarke Mannschaft, die gerne den Ball in den eigenen Reihen hat. Dazu sind die Franken auf mehreren Einzelpositionen stark besetzt. Besonders Stürmer Branimir Hrgota zählt wohl zu den Angreifern mit der besten Veranlagung in der gesamten Liga. Zehn Treffer und vier Assists stehen auf dem Konto des Schweden.

„Er hat uns auch auf das Niveau gehoben, auf dem wir uns jetzt befinden“, attestierte Trainer Leitl seinem Stürmer. Die Corona-Pause sorgte beim Schweden allerdings für Ladehemmung. Vor dem 2:2 gegen den VfL Bochum forderte Leitl von Hrogta „mehr Überzeugung“ in seinem Auftreten. Der gehorchte prompt und netzte fulminant zum zwischenzeitlichen 1:0 ein. Hrgota traf übrigens auch beim 5:1-Sieg der Fürther in Karlsruhe in der Hinrunde. Neben Hrgota sind auch Harvard Nielsen (7 Tore) und Daniel Keita-Ruel (8 Tore) immer für einen Treffer gut.

Neben Hrgota gehört das Mittelfeld mit Paul Seguin und Sebastian Ernst einer höheren Qualitäts-Kategorie an. Seguin spulte bei den Fürthern die meisten Minuten in dieser Saison ab und lenkt das Spiel der Franken. Ernst übernimmt dabei die offensivere Rolle in der Zentrale und war bereits fünf Mal erfolgreich.

Interessant: Wie auch der KSC setzen die Fürther mit Mergim Mavraj (34) und Kapitän Marco Caligiuiri (36) auf zwei erfahrene Innenverteidiger. Caligiuiri wird die Franken nach der Saison verlassen. Der Vertrag des Routiniers, der in dieser Saison 29 Spiele absolviert hat, läuft aus. Mit Eigengewächs Maximilian Bauer und Paul Jaeckel steht die nächste Generation schon in den Startlöchern.

Das sind die Schwächen von Greuther Fürth

Die Fürther sind – ähnlich wie der KSC – ziemlich fahrlässig in der Verwertung von Chancen. Nur jeder zehnte Abschluss landet im gegnerischen Tor. Rein aus statistischer Sicht sind die Fürther auch zweikampfschwächer als die Spieler des KSC.

Seit der Corona-Pause gelang den Fürthern nur ein einziger Sieg. Dazu kommen fünf Unentschieden und zwei Pleiten. Für die Spielvereinigung wäre nach dem Re-Start deutlich mehr drin gewesen. Dazu passt exemplarisch die Aussage Hrgotas nach dem 2:2-Remis in Bochum: „Wenn wir das 1:0 mit in die Pause genommen hätten, hätten wir vielleicht auch insgesamt noch mehr mitnehmen können.“

Das ist auch noch wichtig

Dass sich Nürnberg und Greuther Fürth spinnefeind sind, ist bekannt. Ausgerechnet der ehemals große FCN muss nun, wie erwähnt, um Gnade beim Erzrivalen bitten. Sollte Nürnberg nicht in Kiel gewinnen, brauchen die Glubberer Schützenhilfe aus Fürth.

In den Sozialen Medien entbrannten nach dem 2:2 in Bochum wilde Diskussionen im Fanlager der Spielvereinigung: Fernsehgelder einsacken oder Nürnberg in die Relegation schicken? Letzteres wirkt für manchen Kleeblatt-Fan extrem verlockend.

„Jetzt bitte den KSC am Wochenende gewinnen lassen. Könnte doch eine ganz gute Saison werden…“, witzelte ein Facebook-Leser unter einem Beitrag auf der offiziellen Facebook-Seite von Greuther Fürth. Die Wirrungen in der eigenen Gefühlswelt werden bei den Kleeblatt-Fans bis Sonntag, 15.30 Uhr, wohl kaum abklingen.