Dennis Aogo
Hannovers Dennis Aogo steht auf dem Rasen. | Foto: Peter Steffen/dpa

2. Bundesliga

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zu Hannover 96, die Zweite

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Wieder Mal gegen Hannover 96: Nach der 0:2-Pokalniederlage im August gastieren die Niedersachsen am Samstag erneut im Karlsruher Wildpark. Ist 96 stärker seitdem geworden? Oder schnappt sich der Karlsruher SC den zweiten Sieg?

Mitte Mai sicherte sich der KSC mit einem 2:0-Sieg den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals. Für Mirko Slomka, Trainer bei Hannover, war die Pleite beim Ex-Club aus Karlsruhe besonders bitter. Früh stand der Übungsleiter unter Druck. Seine dreimonatige Amtszeit beim KSC wurde ihm genüsslich unter die Nase gerieben. Kurz darauf gelang ihm mit einem 3:0-Erfolg in Wiesbaden ein Mini-Befreiungsschlag.

Was ist in Hannover seit der Pokalpleite gegen den KSC passiert

Zwei Monate später steht Hannover dennoch nicht wirklich besser da. Der Absteiger hat Probleme, ist aktuell Zwölfter. Zu wenig für einen Kader und einen Trainer mit dem Anspruch, oben mitzuspielen. Das 0:0-Remis gegen Osnabrück am vergangenen Spieltag war bereits die fünfte Heimpartie ohne Dreier. Slomka selbst betont, dass „die Mannschaft das Potential habe, um an die oberen Plätze ranzurücken.“

Zum Vergleich: Das war die Analyse von Hannover 96 vor der Pokalpleite in Karlsruhe

Aber der Reihe nach: 3:0-Erfolg in Wiesbaden, 1:1-Unentschieden gegen Fürth und 0:3-Pleite in Hamburg. Bereits nach fünf Spieltagen stand fest, dass Hannover dieses Saison Probleme kriegen wird. Besonders die Heimschwäche ist eklatant. Wer dachte, dass die 0:2-Niederlage gegen Bielefeld vom sechsten Spieltag die negative Krönung sei, wurde bei der 0:4-Schmach gegen Mitabsteiger Nürnberg eines Besseren belehrt.

Auswärts ist Hannover stark

Eins steht jedoch fest. Auswärts präsentiert sich Hannover anders. Und deshalb ist der KSC auch gewarnt. Siege in Kiel und Dresden zeigen, dass Hannover als Gast, der nicht das Spiel machen muss, gefährlich ist.  Die 96er sind das zweitbeste Team in der Fremde – ligaweit. Neun Punkte aus fünf Spielen. Und nach dem 0:0 – natürlich zu Hause – gegen Osnabrück sind die Niedersachsen auf Wiedergutmachungskurs. Slomka sagte nach dem Spiel dem NDR, dass die Mannschaft sehr enttäuscht gewesen sei. „Ich hoffe, dass wir daraus etwas lernen konnten“, so der Coach.

Offensiv ist Hannover schwach

Und Lernen müssen die Hannoveraner vor allem in der Offensive. Mit zehn Toren stellt der Tabellenzwölfte den schlechtesten Angriff der Liga. Zum Vergleich: KSC-Toptorjäger Philipp Hofmann hat alleine sieben Mal geknipst.  Nur jeder 13. Schuss auf das gegnerische Gehäuse ist bei Hannover auch ein Treffer. Auch hier der Vergleich zum KSC: 144 Schüsse, 16 Tore – jeder neunte Abschluss der Badener ist erfolgreich.

Die Bilanz der Stürmer um Neuzugang Marvin Ducksch ist durchwachsen. Der Ex-Düsseldorfer hat zwar drei Tore und vier Vorlagen auf dem Konto. Damit ist er aber mit Abstand der beste Offensiv-Spieler der 96er. Danach kommt lange nichts. Kult-Stürmer Hendrik Weydandt und Cedric Teuchert haben beide erst magere zwei Treffer auf dem Konto. Auch der Ex-Karlsruher Florent Muslija hat nur ein Tor erzielt – und keine einzige Vorlage beigesteuert. Dennoch steckt im Kader von Hannover jede Menge Potential. Auch Marc Stendera, Genki Haraguchi gehören zum besseren Personal der zweiten Bundesliga.

Defensiv wird 96 stärker

Vor dem zweiten Duell mit dem KSC hofft Slomka, dass seine Mannschaft etwas Positives aus der Pokalpleite vom August gewinnen konnte. „Wir sind seitdem stabiler geworden“, urteilt der Trainer. Diese Aussage durfte lange Zeit kritisch gesehen werden. Mit 14 Gegentoren hat Hannover zwar keinen eklatant-schwachen Wert. Aber erst in den beiden letzten Partien blieb 96 ohne Gegentreffer. Die Innenverteidigung mit Josip Elez und Marcel Franke scheint besser zu harmonieren. Auf der Sechser-Position vor der Abwehr kommt auch Waldemar Anton gut zur Geltung.

Ein Karlsruher in Hannover

Mit Dennis Aogo spielt ein waschechter Karlsruher bei Hannover. Allerdings hat der Linksverteidiger nie ein Profi-Spiel für den KSC absolviert. Der Bulacher wechselte früh nach Mannheim und dann zum SC Freiburg.

Nach 257 Erstliga-Spielen für Hamburg, Schalke und Stuttgart kam Aogo im September nach Hannover. Sein Vertrag beim VfB wurde zuvor – nach dem Abstieg im Sommer – nicht verlängert. Bei den Niedersachsen ist Aogo noch nicht völlig angekommen. Wegen Verletzungsproblemen kommt der Ex-Nationalspieler nur auf drei Einsätze. Auch gegen den KSC muss Aogo mit einer Achillessehnen-Verletzung weiter pausieren.