Fabian Reese spielte in der Rückrunde 2017 für den KSC. Seit Januar 2020 spielt der gebürtige Kieler wieder für den KSV Holstein. | Foto: imago-images

2. Bundesliga

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zu Holstein Kiel

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Holstein Kiel zu Gast beim Karlsruher SC: Aus badischer Sicht eine Partie mit Symbol-Charakter. Eine weitere Niederlage ließe die Abstiegsnöte beim KSC noch weiter wachsen. Für das Team von der Ostsee steht auch einiges auf dem Spiel. Ein Sieg und der Zehnte rückt Richtung obere Tabellenhälfte, umgekehrt geht bei einer Pleite der Blick Richtung Relegationsrang 16. Das Wichtigste zu Holstein Kiel:

Als die Badener in der Hinrunde an die Ostsee reisten, hatten sie das Glücksgefühl von drei Siegen aus drei Spielen im Gepäck. Das Gefühl ist lange vorbei. Die Badener stecken aktuell in einer Krise und in Abstiegsgefahr. Erst am Donnerstag wurde mit Babacar Guèye ein weiterer Angreifer verpflichtet, der Philipp Hofmann entlasten soll.  

Das ist die Situation bei den Kielern

Auch bei den Kielern hat sich im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen die Badener aus der Hinrunde einiges geändert. Erst ging Trainer André Schubert nach einer 0:3-Pleite in Heidenheim. Wenig später wurde Manager Fabian Wohlgemuth entlassen. Uwe Stöver, zwischen Ende 2015 und Mai 2016 bereits Sportchef bei den Störchen, übernahm dessen Amt. Unruhige Zeiten an der sonst so beschaulichen Kieler Förde.

Nach einem 1:1-Unentschieden bei Darmstadt 98 sind die Kieler eher holprig in das Jahr 2020  gestartet. „Wir hätten das Spiel gewinnen müssen. Wir hatten ein ganz klares Chancenverhältnis für uns, und dann passen wir in einer Situation nicht auf“, kommentierte Werner den Ausgleichstreffer von Darmstadts Serdar Dursun.

Mehr zu der Partie: Live-Ticker: Der KSC empfängt Holstein Kiel

Kiel bleibt damit  das drittschlechteste Team auf eigenem Platz. Nur zwei Siege gelangen in neun Partien. Aber: Der KSV ist das zweitbeste Auswärtsteam. Vier Siege, zwei Unentschieden, 14 Punkte. Die Kieler kommen damit für den KSC zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt in den Wildpark.

Trainer mit Stallgeruch beim KSV

Dennoch bessert sich die sportliche Situation allmählich. Grund ist auch ein Mann aus den eigenen Reihen – tief aus den eigenen Reihen. Mit Ole Werner übernahm ein erst 31-Jähriger das Cheftrainer Amt von Vorgänger Schubert. Werner war als Spieler mit Kiel nie über 16 Minuten im DFB-Pokal im Jahr 2007 hinaus gekommen. Übernahm später aber zunächst Jugendteams und auch die zweite Mannschaft des KSV.

Als Interimscoach übernahm er im September für vier Spiele und holte dabei sechs Punkte. Durch einen 1:0-Sieg beim VfB Stuttgart festigte Werner seine Position. Die Belohnung. Ein Arbeitspapier bis Sommer 2022. Auch seine Spieler hatten zuvor ordentlich Werbung für den Ur-Schleswig-Holsteiner betrieben.  Kiels Kapitän Hauke Wahl erklärte Ende Dezember im Kicker: „Wir Spieler hatten einfach ein gutes Gefühl, in der Konstellation die große Herausforderung zu meistern, uns aus der gefährlichen Tabellenzone herauszuarbeiten.“  Zum Trainerstab gehört mit Fabian Boll übrigens ein bekanntes Gesicht aus der zweiten Liga. Boll war jahrelang Profi beim FC St. Pauli.

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So lief die Vorbereitung bei Holstein Kiel

Werners offensiver Spielstil sorgte in der Hinrunde auch für den ein oder anderen Dämpfer. Defensiv hatten die Kieler hin und wieder zu kämpfen. Daher war im Trainingslager im spanische Oliva auch Taktik büffeln angesagt. „Ich glaube, die Köpfe rauchen, weil man schon versucht hat, Inhalte mit reinzugeben“, sagte Werner dem NDR. Sportlich lief die Vorbereitung ebenfalls positiv. Testspielsiege gegen den rumänischen Erstligisten (2:1) und FC Flora Tallinn (3.2) standen letztlich zu Buche.

Diese Kieler haben eine Karlsruher Vergangenheit

Mit Fabian Reese wurde im Winter 2020 ein ehemaliger Karlsruher fest vom FC Schalke 04 verpflichtet. Reese hatte vergangene Saison noch auf Leihbasis beim Zweitiligisten Greuther Fürth gespielt. Nun schnappten sich die Kieler das frühere Eigengewächs für den Mini-Betrag von 100.000 Euro aus Gelsenkirchen. Reese kam in der Spielzeit 2019/2020 vorzugsweise in der Regionalliga-Elf der Schalker zum Einsatz. In acht Spielen erzielte er vier Tore. Reese, der als Kieler in der Holstein-Jugend aktiv war, stieg 2017 mit dem KSC aus der 2. Bundesliga ab. In Kiel bekommt er Konkurrenz von Emmanuel Iyoha (5 Tore) und Janni Serra (6 Tore).

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Auch Jonas Meffert, Stammspieler im Mittelfeld der Kieler, hat eine KSC-Vergangenheit. Meffert war 2015 Teil der Relegations-Elf gegen den HSV. Sein vermeintliches Handspiel führte letztlich zum Ausgleichstreffer durch Marcelo Diaz. „Das war das Schlimmste, was ich je erlebt habe“, erinnerte er sich im Sommer.

Der gebürtige Bruchsaler Jannik Dehm verbrachte seine Jugend zum Teil beim KSC. Aktuell ist der Rechtsverteidiger der Kieler aber verletzt, kämpft sich nach einem Schienbeinbruch zurück in die Mannschaft. Dehm will in der Rückrunde noch sein Comeback geben.