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DFB-Pokal

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zum 1. FC Saarbrücken

Achtelfinale im DFB-Pokal für den KSC: Schaffen die Badener beim 1. FC Saarbrücken den Sprung in die vierte Runde? Der 1. FC Saarbrücken ist zwar nur Regionalligist, aber als Spitzenreiter eine eingespielte Truppe. Beim FCS treffen die Karlsruher auf einige Bekannte von früher:

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Achtelfinale im DFB-Pokal für den KSC: Schaffen die Badener beim 1. FC Saarbrücken den Sprung in die vierte Runde? Der 1. FC Saarbrücken ist zwar nur Regionalligist, aber als Spitzenreiter eine eingespielte Truppe. Beim FCS treffen die Karlsruher am Mittwoch, 20:45 Uhr, auf einige Bekannte:

Seit Dienstag, 4. Februar, wäre der Regionalliga-Spitzenreiter eigentlich im Trainingslager in der Türkei gewesen. Die Rückrunde beginnt für den Viertligisten erst am 22. Februar mit dem Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt. Durch die beiden Pokalerfolge gegen Jahn Regensburg und den 1. FC Köln hat sich der FCS selbst um eine längere Winterpause gebracht - die Saarländer werden es verkraften können.

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Die Generalprobe gegen den Oberligisten Röchling Völklingen gelang schon mal: Saarbrücken gewann mit 3:0. Nun steht das Duell gegen den KSC an. Die Badener trennten sich nach einer Negativserie von vier Niederlagen am Stück von Alois Schwartz. Interims-Coach ist nun der Ex-Spieler und bisherige Assistent Christian Eichner.

Der Weg in das Achtelfinale für den FC Saarbrücken

Es ist zumindest minimal kurios: Beide Pokaltriumphe sicherten sich die Saarbrücker in der Nachspielzeit. Bereits das Tor zum 3:2 durch Gillian Jurcher in der 93. Minute gegen Regensburg ließ bei den FCS-Fans die Dämme brechen. Und beim 3:2-Siegtreffer gegen Köln durch Tobias Jänicke bauten die Anhänger des saarländischen Traditionsclubs im Jubel das Ausweich-Stadion in Völklingen nahezu ab. Der Bundesligist war geschlagen. Bei den Saarbrückern weckte der Sieg Erinnerungen an frühere und glorreiche Zeiten.

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Die Ausweichspielstätte, das Hermann-Neuberger-Stadion mit nur knapp 7.000 Zuschauern, wurde zur Festung. Selbst Dirk Lottner, damals noch Saarbrückens Trainer und eine Ikone bei den Kölnern, hatte kein Mitleid mit seinem früheren Club: ""Unabhängig davon, ob es mein Lieblingsverein ist: Es fühlt sich einfach geil an, als Regionalligist einen Erstligisten auszuschalten. Das ist ein tolles Gefühl."

Das ist die Situation beim FCS

Dass Dirk Lottner das Achtelfinale dennoch nicht als Trainer an der Seitenlinie verfolgen wird, mag verwundern. Der frühere Mittelfeldspieler wurde Anfang Dezember 2019 entlassen. Als Grund nannte Vize-Präsident Dieter Ferner damals die Gefahr eines Nichtaufstiegs, "durch die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit". Die Saarbrücker standen auch vor zwei Monaten bereits an der Tabellenspitze der Regionalliga Südwest. Lottners Entlassung sorgte demnach für viel Kritik in Richtung der Vereinsführung.

Im verbleibenden letzten Punktspiel des Jahres 2019 übernahm Sportchef Marcus Mann den Posten auf der Bank. Sein Intermezzo war mit einem 7:0-Sieg gegen RW Koblenz mehr als erfolgreich. Noch vor Jahresbeginn 2020 verpflichteten die Saarbrücker in Lukas Kwasniok einen alten Bekannten aus dem Karlsruher Wildpark.

Sportlich muss sich der FCS keineswegs verstecken. Saarbrücken dominiert seit dem Aufstieg des langjährigen Ligakonkurrenten SV Waldhof Mannheim die Liga. Vier Punkte liegen die Saarbrücker (49 Punkte) vor dem SV Elversberg (45 Punkte). Mit 47 Toren können die Saarländer auf den stärksten Angriff ihrer Spielklasse zurückgreifen.

Auf diese Saarbrücker Spieler müssen die Karlsruher achten

Aufpassen muss der KSC auf das Mittelfeld-Duo Fanol Perdedaj und Manuel Zeitz. Perdedaj, der aus der Jugend von Hertha BSC stammt, hat bereits 8 Erst- und 73 Zweitliga-Spiele auf dem Buckel und stand noch vor wenigen Jahren bei einigen Zweitliga-Teams auf dem Zettel, konnte sich aber nachhaltig nicht für den Profibereich bewerben. In Saarbrücken blüht der Kosovare auf (5 Tore/7 Vorlagen).

Kapitän Zeitz, gebürtiger Völklinger und bereits mit 14 in der FCS-Jugend aktiv, erzielte im Pokal gegen Regensburg das zwischenzeitliche 2:2. Zeitz gilt als absolute Identifikationsfigur bei den Saarländern.

Offensiv muss Kwasniok aktuell auf den technisch-versierten Außenspieler Markus Mendler sowie Jurcher setzen. Denn 17-Tore-Stürmer Sebastian Jacob befindet sich nach einer Meniskus-OP noch im Aufbautraining und wird gegen den KSC nicht auflaufen können. Saarbrücken schnappte sich deshalb vor Ende der Transferperiode den Schweizer Angreifer Stephan Andrist, der in der zweiten Liga bereits für Wiesbaden und Rostock auf Torejagd ging (130 Spiele/38 Treffer).

KSC und Saarbrücken: Ein Duell mit zahlreichen Verbindungen

Die Liste persönlicher Geschichten beim Achtelfinal-Duell zwischen den Saarländern und Badenern ist lang. Immerhin ein Familien-Duell kommt nicht zustande: Mario Müller muss nicht nicht gegen seinen Stiefvater antreten. Müller, gebürtiger Mannheimer, ist der Stiefsohn von Ex-KSC-Coach Schwartz. Frau und Mutter Jutta wird es freuen. Die hatte sich nach Aussage Müllers nämlich der Neutralität verschrieben.

Der Linksverteidiger des 1. FC Saarbrücken hat trotz der Entlassung von Schwartz' Verbindungen zum KSC. Zwischen 2010 und 2013 kickte er für die A-Junioren und für die zweite Mannschaft, schnupperte auch Profiluft. Der damalige Trainer Markus Kauczinski ließ ihn in der Vorbereitung mittrainieren - mehr aber auch nicht. "Die Konkurrenzsituation war auch damals schon sehr ausgeprägt", erklärte Müller. Er blicke im Guten auf seine KSC-Zeit zurück.

Müllers neuer Trainer, Lukas Kwasniok, verbindet mit dem KSC sogar noch eine längere Zeit. Mehr als vier Jahre wirkte der 38-Jährige als Jugendtrainer und betreute in der Saison 2016/2017 sogar zwei Mal als Chefcoach die Profis. Als er 2018 ging, stand sein Abschied unter keinem guten Stern. Mobbing-Vorwürfe standen im Raum . Kwasniok bezeichnete die Beziehung zum KSC als besonders. "Es ist wie der erste Kuss, den vergisst du nicht. Ich habe dem Verein sehr viel zu verdanken", so der FCS-Trainer gegenüber dem Pfälzischen Merkur. Übrigens: Kwasnioks Sohn Brooklyn kickt in der B-Jugend der Badener und kam in der laufenden U-17-Bundesliga-Saison auf fünf Einsätze.

Die dritte Familien-Geschichte ist eine eingeheiratete: FCS-Sportchef Mann ist der Schwager von KSC-Interimscoach Eichner. Dieser ist seit 2003 mit Manns Schwester Monja zusammen. Die Heirat folgte 2011. Vor dem Duell erklärte Mann gegenüber den BNN, dass es keine Wette zwischen ihm und Eichner gebe. "Wir können das ganz gut trennen", so Mann, der 85 Mal für die zweite und auch in zwei Spielen für die erste Mannschaft des KSC auflief.

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