Dimitrios Diamantakos spielte zwischen 2015 und 2017 für den KSC und erzielte 14 Treffer in 51 Partien.

2. Bundesliga

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zum FC St. Pauli

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Freibeuter der Liga, Millerntorstadion, Totenköpfe: Der FC St. Pauli ist Kult. Bundesweit polarisiert der Verein aus dem Norden der Republik. St. Pauli mag man – oder eben nicht. In dieser Saison läuft der Motor bei den Hanseaten noch nicht rund. Worauf muss der KSC dennoch achten? Das Wichtigste zum St. Pauli:

Der Karlsruher SC reist mit Selbstbewusstsein an die Elbe. Nach dem Pokaltriumph bei Darmstadt 98 und dem damit verbundenen erstmaligen Einzug in die dritte Runde des DFB-Pokals seit der Saison 2012/2013 grüßt der KSC mit 14 Zählern von einem guten neunten Platz. Gegner St. Pauli verlor am Mittwoch hingegen seine Pokalpartie gegen Eintracht Frankfurt mit 1:2. Das Team von der Reeperbahn liegt mit 13 Zählern nur drei Plätze dahinter. Die Liga ist wie erwartet extrem eng – besonders im Mittelfeld.

Auf St. Pauli ist der Trainer Kritiker Nummer eins

Dass Jos Luhukay kein Blatt vor dem Mund nimmt, weiß um die Reeperbahn herum spätestens seit Anfang der laufenden Zweitliga-Saison quasi jeder. Der St.Pauli-Coach zerlegte bereits zum Trainingsauftakt seine Mannschaft: „Wir haben kein Gerüst“, kritisierte er die Physis seiner Truppe, bei der „70 Prozent der Spieler nicht in der Lage sind, mehr als 15 Spiele zu machen.“ Bereits im Juli schienen die Tage Luhukays gezählt.  Vier Monate später steht der Holländer noch immer an der Seitenlinie. Und motzen, tut er auch noch:

Das ist die Situation beim FC St. Pauli

Bei der 0:1-Pleite in Heidenheim polterte Luhukay in die Mikrofone: Fehlende Siegermentalität und Probleme, die schon seit Jahren Teil von St. Pauli seien, prangerte er an. Zumindest die Mannschaft nimmt ihm das nicht übel. Ersatz-Kapitän Daniel Buballa bekannte gegenüber der Bild-Zeitung: „Das müssen wir akzeptieren und es darf auch keiner persönlich beleidigt sein.“ Stattdessen müsse das Team umsetzen, was der Trainer fordert.

Nach einem Kurzzeit-Hoch Ende August mit einem Sieg gegen Kiel und einem 3:3 bei Dynamo Dresden feierten die Paulianer schon am 16. September ihren absoluten Höhepunkt: Einen 2:0-Sieg im Derby gegen den HSV. Auch danach blieben die Hanseaten ungeschlagen: 1:1-Remis bei Osnabrück, 2:0-Sieg gegen Sandhausen und ein 1:1-Unentschieden beim Club aus Nürnberg. Die Welt schien in Ordnung.

Dann folgten die 0:1-Pleiten gegen Darmstadt und bei Heidenheim. Ende des Zwischenhochs. Und Luhukays Prognose, alles über Platz neun wäre ein Erfolg, schien sich zu bewahrheiten. Eine Niederlage im Spiel gegen den KSC und St. Pauli befindet sich in Schlagdistanz zu den Abstiegsrängen.

Deshalb klappt es noch nicht bei St. Pauli

14 geschossene Tore sind kein Topwert, aber auch kein extrem schlechter. Zehn Schüsse benötigt der FCSP für einen Treffer. Zum Vergleich: Der KSC steht bei 8,6 Versuchen. Auch 14 Gegentreffer sind im Liga-Vergleich stark. Schwach sind aber die fünf Gegentreffer nach Eckbällen – ligaweit die meisten. KSC-Fans können hier durchaus auf die eigene Kopfballstärke setzen.

Die früheren „Freibeuter der Liga“, wie St. Pauli zu Erstliga-Zeiten genannt wurde, sind nicht konstant genug. Nach der angesprochenen guten Serie mit sechs ungeschlagenen Partien folgten zwei Niederlagen.
St. Pauli hat oft gute Ansätze. So auch am Mittwochabend bei der 1:2-Niederlage im Pokal gegen Frankfurt. Nach einem 0:2-Rückstand kam die Hanseaten nochmal zurück und übernahm in der zweiten Hälfte teilweise die Kontrolle über das Spiel. Der FCSP belohnte sich nicht für seinen Einsatz. Positiv: Unter Trainer Luhukay versucht St. Pauli spielerische Lösungen zu finden.

Dabei kann auch Luhukay der ein oder andere Fehler vorgeworfen werden. Nach der Darmstadt-Pleite änderte der Trainer acht Positionen seiner Startelf. Seine Wunschformation hat der Pauli-Coach noch nicht gefunden. Hier spielen auch die zahlreichen Verletzten eine Rolle, die St. Pauli immer wieder kompensieren musste: Kapitän Christopher Avevor oder Mittelfeldspieler Christopher Buchtmann sind nur zwei Beispiele.

Auf diese Spieler müssen die Karlsruher achten

Mit Mats Möller Daehli hat St. Pauli den aktuell besten Vorlagengeber der Liga in seinen Reihen. Sechs Treffer bereitete der Däne bereits vor. Der offensive Mittelfeldspieler ist dribbelstark und hat ein gutes Auge für den freien Mann. Den Platz in der Liste der besten Assist-Geber teilt sich Möller Daehli übrigens mit Karlsruhes Marvin Wanitzek.

Auch von Innenverteidiger Marvin Knoll geht Gefahr aus. Der Mann für die Standards ist zwar in dieser Saison noch ohne Treffer. Mit seinem starken linken Fuß hat er bereits in den beiden Vorjahren den Torhütern der Liga das Fürchten gelehrt.

Diese Pauli-Spieler haben eine KSC-Vergangenheit

Beim letzten Sieg der Karlsruher bei St. Pauli im Dezember 2015 traf übrigens neben Manuel Torres auch ein gewisser Dimitrios Diamantakos für den KSC. Knapp vier Jahre ist dieser 2:1-Triumph her. In der Zwischenzeit ist der Grieche über den Umweg Bochum in Hamburg gelandet. Und mit vier Treffern der aktuell beste Schütze des Vereins in der Liga. Auch im Derby gegen den HSV traf Diamantakos. Der 26-Jährige ist technisch-versiert und hat einen starken linken Fuß. Ein waschechter Knipser ist der Grieche aber nicht. Diamantakos erzielte in 51 Spielen nur 14 Tore.

Mit Niklas Hoffmann spielt noch ein weiterer Ex-Karlsruher für die Hanseaten. Der gebürtige Landauer durchwanderte viele Jugendabteilungen des KSC. 2016 wurde er mit einem Profivertrag ausgestattet. Zum Zug kam er im Wildpark allerdings nie. Seit Januar spielt Hoffmann bei St. Pauli. Ex-KSC-Trainer Markus Kauczinski holte ihn an die Elbe. Und kam in dieser Saison bereits aufgrund von Personalproblemen zum Einsatz. Seit einigen Wochen fällt aber auch Hoffmann angeschlagen aus. Ein Einsatz gegen seinen Ex-Club scheint mehr als unsicher.