Karlsruher SC - SV Sandhausen, 13.09.2019, Herren, Saison 2019/2020, 2.Liga, Fußball, Heimspiel, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER Manuel Stiefler (KSC 8) mit dem Ball im Angriff gegen Aleksandr Zhirov (SV Sandhausen2) *** Karlsruher SC SV Sandhausen, 13 09 2019, Men, Season 2019 2020, 2 League, Soccer, Home match, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER Manuel Stiefler KSC 8 with the ball in attack against Aleksandr Zhirov SV Sandhausen2
Manuel Stiefler (l.) erzielte im Hinspiel den Siegtreffer für den KSC zum 1:0 gegen seinen Ex-Club aus Sandhausen | Foto: imago-images

2. Bundesliga

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zum SV Sandhausen

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Nein, nach Derby klingt das Gastspiel des Karlsruher SC beim SV Sandhausen noch immer nicht. Trotz mittlerweile einiger Partien ist das Duell des KSC beim SVS kein Highlight im Kalender. Rein sportlich geht es für beide Teams dennoch schon um extrem viel. Der KSC will raus aus dem Keller, die Sandhäuser erst gar nicht unten rein. Das Wichtigste zum SV Sandhausen im KSC-Gegner-Check.

Die Partie am Sonntag, 13.30 Uhr, im Hardtwald-Stadion Sandhausen hat für KSC-Trainer Christian Eichner schon eine immense Bedeutung. Ein Sieg bei den Kurpfälzern würde das Last-Minute-Unentschieden gegen den VfL Osnabrück vom vergangenen Spieltag quasi in Vergessenheit geraten lassen. Der Frust im Wildpark saß vor gut einer Woche tief. Eichner kündigte unter der Woche an, die Trainingsintenisität zu erhöhen.

Der KSC live: Das Spiel beim SV Sandhausen im Ticker ab Sonntag, 13.30 Uhr

Das ist die Situation beim SV Sandhausen

Der „Turnaround“ ist ein Begriff, den Fußballtrainer nur all zu gerne nutzen, um „etwas umzustoßen“ oder einen „Wendepunkt einzuleiten“. Das wollte auch Uwe Koschinat vor dem Spiel gegen Darmstadt 98 vom vergangenen Wochenende. Doch führen Floskeln nicht automatisch zum gewünschten Erfolg. Mit 0:1 ging die Partie bei den Hessen verloren. Das war auch die dritte Pleite in Folge. Und so langsam kippt auch in dem Dorf südlich Heidelbergs die Stimmung.

Nach der Niederlage in Darmstadt kritisierte der letztjährige SVS-Retter öffentlich seine Spieler: „In der Position dahinter hatten wir heute nicht so die Präzision, um die beiden Stürmer zu bedienen“, kritisierte Koschinat im Kicker. Was er damit meinte? Besar Halimi und Robin Scheu brachten als offensivere Mittelfeldspieler nicht die gewünschte Leistung. Außerdem sei sein Team naiv gewesen.

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Auch in den Foren wie transfermarkt.de wird wild diskutiert. Der ein oder andere Nutzer bringt dabei sogar Uwe Koschinat ins Spiel, ob dieser noch der richtige sei. Trotz der aktuellen Schwächephase ist das natürlich viel zu früh. Denn: Die Sandhäuser trennen noch sechs Punkte vom KSC und damit vom Relegationsplatz 16. Und: Der letzte Heimsieg datiert vom 1. Dezember 2019. Damals gewann der SVS mit 2:1 gegen den VfB Stuttgart.

Das sind die Stärken des SV Sandhausen

Das Sturmduo Kevin Behrens und Aziz Bouhaddouz gehört zu den erfolgreicheren der 2. Bundesliga. Mit Bouhaddouz wirft sich einer der bekannteren Namen in Flanken. Doch nach einem Gastspiel in Saudi-Arabien hatten nicht wenige damit gerechnet, dass der große Angreifer nicht mehr zur Elite der zweiten Liga zählen wird. Kevin Behrens ist sowieso einer der „Überraschungen“ der Saison. Mit seiner Präsenz im Strafraum hat der gebürtige Bremer nachhaltig Eindruck geschafft. „Früher hat Kevin schnell mit sich gehadert. Jetzt ist er selbstbewusst. Ein Führungsspieler“, lobte Koschinat seinen Top-Angreifer gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung.

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Noch versprühen die Sandhäuser Optimismus: Torwart Martin Fraisl betonte nach der Niederlage gegen Darmstadt, dass er noch nie in seiner Karriere abgestiegen sei. „Ich bin mit meinen Mannschaften immer wieder herausgekommen und nach drei, vier Niederlagen am Stück wurde die Kehrtwende geschafft.“ Kehrtwende, Turnaround – klingt ähnlich. Im Sprachgebrauch herrscht in Sandhausen immerhin Einigkeit.

Und mit nur 25 Gegentoren steht Sandhausen defensiv gut da – ligaweit ist das sogar die fünftbeste Abwehr. Das Duo Alexandr Zhirov, Typ Wandschrank, und Gerrit Nauber ist unangenehm für gegnerische Stürmer.

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Zudem sind die Männer aus dem Hardtwald Abstiegskampf-Experten. Letztes Jahr war zu Beginn der Rückrunde der Druck immens. Der Gang in Liga drei wurde dann doch letztlich noch abgewendet – ein 2:2-Unentschieden am 34. Spieltag bei Jahn Regensburg.

Das sind die Schwächen des SV Sandhausen

Um den Blutdruck zu senken und ein mögliches entscheidendes Spiel am 34. Spieltag der aktuellen Saison – dann beim Hamburger SV – zu vermeiden, sollten die Sandhäuser ihre Offensive in den Griff kriegen. Klingt in Anbetracht des zuvor gelobten Duos komisch, ist aber korrekt. Denn bis auf Behrens und Bouhaddouz lahmt der Angriff. Kein weiterer Spieler hat sich nachweislich in der Offensive bewiesen – zumindest, wenn man die nackten Zahlen betrachtet.

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Drittbester Torschütze ist Mario Engels mit zwei Treffern und drei Assists. Und danach kommt lange nichts. Auch bei den Vorlagengebern dominiert Behrens (fünf). Linksverteidiger Leart Paqarada hat immerhin noch vier Tore vorbereitet. 24 Treffer stehen insgesamt auf dem Konto des SVS. Gemeinsam mit Wiesbaden ist das die zweitschlechteste Offensive.

Hinzu kommt, dass der ein oder andere Leistungsträger der Vorsaison noch so gar nicht zu alter Stärke zurück gefunden hat. Bestes Beispiel: Rurik Gislason: Der Isländer, immerhin WM-Fahrer 2018, bereitete neun Tore vor. 2019/2020? Fehlanzeige! Der 31-Jährige scheint kilometerweit weg von der ersten Elf zu sein. Auch die offensiven Neuzugänge Julian Biada (Ex-FCK) und Philip Türpitz (Kam aus Magdeburg) haben nun noch nicht alle in sie gesetzten Hoffnungen erfüllt.

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Über die verschiedenen Bekanntheitsgrade von Mitarbeitern beider Vereine – egal ob sportlich oder in der Verwaltung – wurde nur all zu oft geschrieben. Da wären aktuell beispielsweise Manuel Stiefler, Marco Thiede und Damian Roßbach auf Seiten der Karlsruher. Bis Sommer 2019 spielte noch Ex-KSC-Stürmer Fabian Schleusener beim SVS ehe er nach Nürnberg wechselte.

Dennoch muss man zumindest Stieflers aktuelle Phase hervorheben. Der Allrounder ist eigentlich einer für das zentrale Mittelfeld, spielte unter Ex-KSC-Trainer Alois Schwartz (Ja, auch der war bekanntlich lange in Sandhausen tätig) auf der Außenbahn. Und nun unter Christian Eichner als Außenverteidiger – rechts wie links. Seine Freundschaft mit Sandhausens Dennis Linsmayer soll beim Spiel am Sonntag auf jeden Fall ruhen: „Wir haben absolut nichts zu verschenken“, weiß Stiefler. Übrigens: Den Treffer beim 1:0-Sieg des KSC in der Hinrunde erzielte der Allrounder.