Nicht nur sportliche Hürden müssen die KSC-Profis um Kapitän David Pisot auf dem Weg zum Liga-Neustart überwinden.
Nicht nur sportliche Hürden müssen die KSC-Profis um Kapitän David Pisot auf dem Weg zum Liga-Neustart überwinden. | Foto: GES

Tests und Einschränkungen

KSC-Profis haben sich mit Corona-Regeln der DFL arrangiert

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Auf dem Weg zum Liga-Neustart stehen den Profis des Karlsruher SC nicht nur sportliche Herausforderungen im Weg. Das DFL-Konzept wirkt sich auch auf deren Privatleben aus. Die KSC-Spieler können damit leben – und sehen sogar positive Effekte.

Der morgendliche Temperatur-Check, das Training in Kleingruppen ganz ohne Zweikämpfe, der regelmäßige Rachenabstrich – das alles gehört inzwischen zum Arbeitsalltag eines Fußballprofis in Deutschland. Im Wildpark, wo an diesem Dienstag die Zweitliga-Kicker des Karlsruher SC in aller Frühe zur zweiten Corona-Testserie antreten mussten, ist das nicht anders.

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Kapitän David Pisot und seine Kollegen scheinen sich damit arrangiert zu haben, dass ihr Tagesablauf inzwischen ein völlig anderer ist als vor Ausbruch der Pandemie. „Natürlich gibt es Schöneres als verschwitzt im Auto nach Hause zu fahren oder mit Handschuhen zu trainieren, aber das ist Jammern auf hohem Niveau“, sagt KSC-Rechtsverteidiger Marco Thiede und ergänzt: „Ich bin froh, dass ich meinem Beruf halbwegs wieder nachgehen kann.“

Auch das Privatleben der KSC-Profis ist von Corona betroffen

Und wie kommen er und seine Kollegen damit zurecht, dass im Ringen um die Saison-Fortsetzung viel über sie, aber so gut wie gar nicht mit ihnen gesprochen wird? „Klar wäre es irgendwo schön, miteinbezogen zu werden, aber die Leute, die die Entscheidungen treffen, geben sich Mühe“, findet Thiede. Das Sicherheits- und Hygienekonzept, das eben jene Leute von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erarbeitet haben, wirkt sich allerdings nicht nur auf den sportlichen Bereich, sondern auch auf das Privatleben der Profis aus. Vermutlich sollen bald auch Familienangehörige der Spieler getestet und der Kontakt der Kicker mit weiteren Personen schriftlich fixiert werden.

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Pisot, Groiß und Thiede können mit Auflagen leben

KSC-Profi Alexander Groiß kann damit leben. „Im Prinzip geht es ja um die Gesundheit“, sagt er. Der 21-Jährige ist von diesen besonderen Auflagen ohnehin kaum betroffen. Er wohne alleine, seine Familie in der Heimat habe er seit Monaten nicht mehr besucht und Kontakt habe er bis auf wenige Ausnahmen aktuell nur mit Teamkollegen, sagt Groiß. Thiede geht es ähnlich: „Ich lebe nur mit meinem Hund zusammen.“

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Bei David Pisot ist das anders. Der 32-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder. Dass seine Familie wohl bald auch zum Kreis der Testpersonen zählt, würde er inkauf nehmen. „Wenn es das Kriterium ist, dass wir wieder spielen dürfen, wäre ich dazu bereit“, sagt Pisot, der zurzeit aufgrund einer Reizung im Hüftbereich nicht am noch eingeschränkten Übungsbetrieb teilnehmen kann. Thiede empfindet es gar als Privileg, getestet zu werden. „Es war schön für mich zu sehen, dass der Test negativ ausgefallen ist“, sagt er.

In Sachen Liga-Neustart zeigen sich die Spieler diplomatisch

Aber sollte der Ball im Ligabetrieb tatsächlich in Kürze wieder rollen, während in anderen Bereichen noch massive Einschränkungen gelten? „Ein ganz, ganz sensibles, schwieriges Thema“ sei das, weiß Thiede: „Ich kann beide Seiten verstehen.“ Auch Groiß bleibt diplomatisch: „Wenn es machbar ist, gerne. Wenn es nicht klappt, wäre das auch okay.“

 

Wir halten uns an die Vorschriften.

KSC-Kapitän David Pisot

Die Bemühungen der DFL hatte zuletzt Salomon Kalou mit einem Facebook-Video torpediert, indem zu sehen ist, wie der Hertha-Profi mehrfach gegen die Corona-Verhaltensregeln verstößt. „Maximal unglücklich“ sei das gewesen, findet Pisot, der betont: „Wir halten uns an die Vorschriften.“ Thiede versichert dasselbe, wenngleich er zugeben muss: „Über die eine oder andere Richtlinie haben wir schon ein bisschen geschmunzelt.“

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