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Mitgliederversammlung

KSC will nach Wellenreuther-Rücktritt vieles anders machen

Eine virtuelle Mitgliederversammlung, das war auch für den Karlsruher SC neu. Die Premiere am Freitagabend verlief reibungslos. Gute Nachrichten standen am scheinbaren Ende einer Schlammschlacht im Vordergrund - und die Botschaft, dass der KSC nach dem Rücktritt des Präsidenten Ingo Wellenreuther vieles anders machen möchte.

SSch Foto: KSC

Nach Holger Siegmund-Schultze ließ sich die Uhr stellen. Punkt 18 Uhr ging er am Freitagabend als Versammlungsleiter „auf Sendung“. Die Sitzanordnung erinnerte Menschen an früher, an Eduard Zimmermann, Stichwort „Aktenzeichen XY“. Links hinter dem Vizepräsidenten des Karlsruher SC sah man Dirk Adam, den Anwalt der Heidelberger Kanzlei Wellensiek, rechts von ihm – mit dem gebotenem Abstand – den Geschäftsführer Michael Becker. Eine Spur Gelöstheit stand in den Gesichtern. Über eine Insolvenz der KSC GmbH & Co KGaA in Eigenverwaltung musste nicht mehr abgestimmt werden.

Der Live-Ticker zur Mitgliederversammlung zum Nachlesen

Entschuldungseffekte in Höhe von 20 Millionen Euro

Der erste Teil des Sanierungsplans beim KSC war kurz vor der dann 2 Stunden und 21 Minuten dauernden Mitgliederversammlung fix. Entschuldungseffekte in Höhe von 20 Millionen Euro habe man mit den Gläubigern erzielt, so Adam. Dazu hatte das „Bündnis KSC“ mit seiner Finanzspritze (sechs Millionen Euro) beigetragen.

Vertragsunterschriften kurz vor knapp

Das Geschehen beim KSC hatte zuletzt ja durchaus den Ruch eines Kriminalfalls. Ingo Wellenreuther, vom „Bündnis KSC“ zum Rückzug gedrängt, überlebte ihn nicht im Amt des Präsidenten. Siegmund-Schultze bezeichnete den Schritt des zurückgetretenen Präsidenten als Zeichen „besonderer Größe“. In der Spitze waren 2.400 der 9.715 Beitragszahler zugeschaltet. Bis kurz davor hatten die Anwälte des KSC und von Pilarsky um letzte Punkte gerungen. Dann, 90 Minuten vor Beginn der aus den Räumen des IT-Partners Bechtle übertragenen Versammlung: weißer Rauch. Die KSC KGaA habe „seinen Gesamtschuldenstand von über 30 Millionen Euro auf zehn Millionen Euro reduziert“, hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Aktienpakete für Kölmel und Pilarsky

Michael Kölmel erhält Aktien im Wert von einer Million Euro sowie drei Millionen Euro als Einmalzahlung. Der neue Vertrag, ab 1. Juli 2022 gültig, läuft bis 2032. Er hat eine Entschuldungswirkung für den KSC von zehn Millionen Euro und sichert Kölmel in diesem Zeitraum jährlich 250.000 Euro (2. Liga) beziehungsweise 700.000 Euro (Bundesliga) zu. An den TV-Erlösen ist er ab übernächster Saison nicht mehr beteiligt. Die Restforderung sei auf 3,5 Millionen Euro gesunken. Das Ergebnis mit Pilarsky, dessen Besserungsscheine in Höhe von sieben Millionen Euro wegfallen, habe laut Becker einen Entschuldungseffekt von 8,77 Millionen Euro. Er erhält Aktien im Wert 2,5 bis 5,5 Millionen Euro. Der Preis pro Aktie war von 24 auf 20 Euro gesenkt worden.

Ausnahmegenehmigung bei DFL beantragt

94 Fragen von Mitgliedern beantworteten die Verantwortlichen im Chat. So erfuhr man, dass der KSC aus den zuschauerlosen Spielen bis Jahresende mit einem Minus von 3,3 Millionen Euro rechne. Bei der DFL will man erwirken, für die zweite Jahreshälfte die vorzuhaltende Zuschauerkapazität von 15.000 unterschreiten zu dürfen. So ließe sich der Südtribünenbau vorziehen. Becker bestätigte die vom Hauptsponsor Klaiber wahrgenommene Verlängerungsoption, über di die BNN bereits am Donnerstag berichtet hatten.

Schäfer darf sich melden, aber...

Siegmund-Schultze betonte, dass der KSC verstanden habe. „Uns ist bewusst geworden, dass eine unserer Bruchstellen der mangelnde Zusammenhalt war. Das soll sich ändern.“ Was sagte er noch  im Anschluss, wahrend dem Chat mit Medienvertreten, zu Winfried Schäfer, der anbot, dem KSC in Funktion zu helfen? „Wenn Herr Schäfer sich in der Geschäftsstelle meldet, wird jemand mit ihm sprechen, das werden aber nicht die Vize-Präsidenten sein.“

Für Siegmund-Schultze war der Fall damit gelöst. „Das Schiffchen KSC“, es schwimme wieder. An Selbstkritik hatte er nicht gespart. Wenn etwas fehlte bei der Premiere à la Zimmermann, waren es „Applaus-Einspieler“.

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