Motivator an der Seitenlinie: KSC-Coach Christian Eichner wird auch in Regensburg sein Team von außen antreiben.
Motivator an der Seitenlinie: KSC-Coach Christian Eichner wird auch in Regensburg sein Team von außen antreiben. | Foto: GES

Brisanter Abstiegskampf

Mit der richtigen Dosis Risiko: KSC will in Regensburg nachlegen

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Was er wert war dieser emotionale Derbyerfolg über den VfB Stuttgart vom vergangenen Sonntag, das werden beim Karlsruher SC die kommenden zwölf Tage zeigen. Bereits an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) ist der KSC in Regensburg gefordert – und steht auch vor der Frage, wie viel Risiko er dabei eingehen soll.

Mit einem weiteren Sieg würden David Pisot und Co einen weiteren Schritt Richtung Zweitliga-Verbleib unternehmen. Gegen Bielefeld am Sonntag und eine Woche später in Fürth sollen dann weitere Punkte für das große Ziel eingefahren werden. So die Theorie.

In der Praxis muss KSC-Cheftrainer Christian Eichner auch abwägen, wie viel Risiko er von seinen Spielern im Endspurt einfordert. Alles auf Sieg für den direkten Klassenverbleib, der nach dem 2:1 gegen den VfB greifbar ist? Oder doch lieber mit Eichhörnchen-Taktik und weiteren Remis – bisher stehen zwölf zu Buche – zumindest das Ticket für die Relegation sichern?

Nach dem 0:6 von Wehen Wiesbaden gegen Nürnberg vom Dienstag würde ein Unentschieden bereits weiterhelfen, um Rang 16 zu festigen, doch zu den besser platzierten Teams aus Osnabrück und Nürnberg würde man nur mit einem Dreier aufschließen.

Eichner erwartet laufstarken und giftigen Gegner

Eventuell hätte man gegen Regensburg in gewissen Phasen schon „All-in“ spielen müssen, wäre gegen Stuttgart nicht die Überraschung geglückt, erklärte Eichner bei der Pressekonferenz am Dienstag und versicherte angesichts der dynamischen Tabellenkonstellation: „Wir sind auf alles vorbereitet.“
Eben auch auf einen Gegner, der Eichner zufolge für „eine enorme Lauf- und Einsatzbereitschaft und für giftige Zweikämpfe“ steht – und des Öfteren auch für Spektakel.

52 Gegentore hat der Jahn im Saisonverlauf bereits schlucken müssen und damit zwei mehr als der KSC, dafür hat die Mannschaft von Trainer Mersad Selimbegovic auch bereits 46 Treffer erzielt, der Gast aus Baden lediglich 39. Auch im Hinspiel ging es mitunter ganz schön wild zu, am Ende hieß es 4:1 für den KSC.

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Jahn Regensburg hat 40-Punkte-Marke im Blick

Mit dem gleichen Negativergebnis waren die Regensburger am Samstag aus Heidenheim zurückgekehrt und warten damit noch immer auf den einen Zähler, um die 40-Punkte-Marke zu knacken. Der Tabellenzwölfte hat allerdings den Vorteil, nicht mehr das ganz große Risiko suchen und auch nicht auf die Konkurrenz schauen zu müssen. Coach Selimbegovic verneinte beim Pressegespräch denn auch grinsend die Frage eines Journalisten, ob er die Saison via Computer schon einmal zu Ende gerechnet habe.

„Wir wollen unsere Punkte holen“, sagte der Regensburger Trainer lapidar, der einen mutigen Kontrahenten erwartet. „Die werden uns versuchen gleich zu stressen“, prophezeite Selimbegovic, der möglicherweise auf seinen Stammkeeper Alexander Meyer verzichten muss. Meyer hatte beim 1:4 in Heidenheim in der Anfangsphase eine Innenbandzerrung im rechten Knie erlitten und war durch Alexander Weidinger ersetzt worden, der nun erneut zwischen den Pfosten stehen könnte.

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Darf Kother wieder von Beginn an wirbeln?

Bei den Gästen wird definitiv der an der Ferse verletzte Marco Djuricin fehlen, wie Eichner bestätigte. Ob er die gleiche Anfangsformation wie gegen den VfB ins Rennen schickt, darauf wollte sich der KSC-Coach noch nicht festlegen.

„Wir sind da in alle Richtungen offen“, blieb Eichner vage. Im Derby hatte Youngster Dominik Kother sein Zweitliga-Startelfdebüt gefeiert und den KSC-Fans vor dem TV-Schirm einige freche Tempodribblings präsentiert. Als Alternative für die Position links offensiv stünde Marc Lorenz bereit.