Torwarttrainer Kai Rabe. | Foto: Hora

Torwarttrainer Rabe

Neue Herausforderung nach dem KSC

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An Kai Rabe mussten sich viele gewöhnen, als er vor acht Jahren in der KSC-Szenerie auftauchte. Die Stimme des Torwartcoaches hörten Besucher des Trainingsgeländes lange, bevor sie den Schreier auf dem Platz bei der Arbeit sahen. Rabes Methoden waren für Schlussleute so gewöhnungsbedürftig wie es die Gimmicks fürs Training waren, die über die Jahre zur großen Sammlung anwuchsen.

Rabe, 38 Jahre alt, zwischen 2002 und 2007 selbst als Torhüter bei Pforzheimer Clubs aktiv, hat sich im Fußball einen Namen als „positiv Verrückter“ der Szene erworben. Dass man sich nun kolportierterweise in Hoffenheim und in Hamburg für seine Dienste interessiert, ist nur ein Gerücht. Es hält sich – seit feststeht, dass der loyale Rabe den KSC zum Saisonende verlassen wird, weil er nach einem Knall mit Sportchef Oliver Kreuzer für sich keine andere Wahl sah.

Rabe schweigt zu Gründen

„Ich will mich dazu nicht äußern und auch nicht mehr sagen, als dass ich den KSC definitiv verlassen werde“, sagte Rabe. Chefcoach Alois Schwartz bedauert die Entwicklung. Er sagt, dass es schwierig werde, einen wie ihn zu ersetzen. Fachlich wie menschlich.“ Ein Nachfolger ist nicht in Sicht, Bewerbungen aber seien in einer Vielzahl eingegangen. Als sich das komplette Trainerteam im vergangenen Jahr zum Bleiben bekannte, hatte Rabe darauf verzichtet. Er wolle die „weitere Entwicklung des Vereins abwarten“, lautete seine Begründung. Sein Schützling Benjamin Uphoff hatte sich unter seiner Anleitung zum Stärksten der Zunft in der Dritten Liga entwickelt – so wie sich vor ihm Dirk Orlishausen über all die Jahre verbessert hatte. Doch Uphoff, dessen Wechsel nach Ingolstadt im Sommer 2018 an der Ablöse scheiterte, fand während der nun im Aufstieg gekrönten Saison erst spät zu erwiesener Sicherheit zurück. Dessen Fehler hatten zwischenzeitlich auch Kreuzer genervt, am 13. März nach der 0:3-Niederlage des KSC gegen VfR Aalen war es in der Kabine darüber zu Meinungsverschiedenheiten gekommen. Rabe war so aufgebracht, dass er am anderen Tag seinen Kofferraum belud und sich verabschiedete. Zurück kam er doch – mit der bald bestätigten Absicht, dass er eine neue Herausforderung suchen wird. Uphoff sagt: „Ich glaube, dass es auch für den KSC schade ist, dass ein sehr guter Trainer geht. Auf der anderen Seite ist es in dieser Branche ja auch nicht ungewöhnlich, dass man mal andere Wege einschlägt.“