Manuel Stiefler drückt den Ball über die Linie. | Foto: GES

Stiefler mit Tor des Tages

Nicht schön, aber erfolgreich: KSC schlägt Sandhausen

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Der KSC hat zurück in die Erfolgsspur gefunden. Gegen den SV Sandhausen setzte das Team von Alois Schwartz zwar nicht unbedingt spielerische Glanzpunkte, kam aber zum entscheidenden Treffer. Das Tor des Tages erzielte Ex-Sandhäuser Manuel Stiefler.

Manuel Stiefler hatte den Journalisten in den Katakomben des Karlsruher Wildparks bereits ausführlich das Zustandekommen seines Siegtreffers geschildert und war gerade dabei ein paar Sätze zur gegnerischen Dominanz vor der Pause zu verlieren, als sein Teamkollege Lukas Grozurek verbal dazwischengrätschte. „Das ist doch alles egal, er ist der Mann“, posaunte der Österreicher hinter Stieflers Rücken – und hatte damit nicht unrecht.

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Stieflers Startelfdebüt

Der frühere Sandhäuser hatte mit dem Tor zum 1:0 nach knapp einer Stunde nicht nur seinen bis dato spielbestimmenden Ex-Club ausgebremst, sondern am Ende seinen aktuellen Verein nach drei Niederlagen in der Zweiten Fußball-Bundesliga zurück in die Erfolgsspur geführt. Durch das 1:0 (0:0) des Karlsruhers SC gegen den SV Sandhausen wanderten die Punkte sieben bis neun auf das Konto des Aufsteigers.

„Ich war natürlich schon motiviert gegen den Ex-Club und gegen die Kumpels“ bekannte Stiefler, der zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf stand. Zunächst einmal musste er aber genau wie seine Teamkollegen hinterherlaufen. Warum die Sandhäuser als Rangdritte mit drei Siegen in Folge im Gepäck den kurzen Weg nach Karlsruhe angetreten hatten, machten sie bereits in der Anfangsphase deutlich.

Sandhausen startet stark

Die Gäste spielten den gepflegteren Ball und waren zunächst auch der Führung näher. Rurik Gislason zielte aus 20 Metern knapp daneben (4.), Philip Türpitz, der für den nach Stuttgart abgewanderten Philipp Förster im Mittelfeld die Fäden zog, brachte KSC-Schlussmann Benjamin Uphoff nach einer Viertelstunde mit einem 30-Meter-Knaller in ernsthafte Schwierigkeiten.

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Und just in jener Phase, als die Gastgeber mehr Zugriff bekamen und durch Philipp Hofmanns trockenen Abschluss (27.) erstmals offensiv in Erscheinung traten, kam der SVS zu seiner besten Gelegenheit: Erik Zenga tauchte plötzlich völlig frei vor Uphoff auf, der mit einer starken Fußabwehr reagierte.

Ein Stolpertor als Brustlöser

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte der SVS zunächst das Geschehen – und musste dennoch nach 57 Minuten einem Rückstand nachlaufen. Marc Lorenz hatte von der linken Seite mit seinem schwächeren rechten Fuß geflankt, Hofmann per Kopf verlängert und Stiefler den Ball aus kurzer Distanz nach mehrmaligem Nachfassen über die Linie gedrückt.

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Dass ein Stolpertor den KSC auf Kurs brachte, war bezeichnend. Denn nicht nur Karlsruhes Cheftrainer Alois Schwartz hatte zuvor „viel Stückwerk, viel Kampf und Krampf“ bei seinem Team ausgemacht, dem es nach der jüngsten Negativserie offensichtlich an Selbstvertrauen mangelte.

KSC verpasst die vorzeitige Entscheidung

Der bis dato schmeichelhafte Führungstreffer wirkte wie ein Brustlöser. Marvin Pourié, der mit einem Kopfball SVS-Keeper Martin Fraisl zu einer Glanztat zwang (68.), und Hofmann mit einer Volleyabnahme in Anschluss an einen Eckball (69.) vergaben gute Möglichkeiten nachzulegen – was sich beinahe umgehend gerächt hätte.

Ein Kopfball Gislasons kratzte Uphoff aber gerade noch von der Linie. Anschließend wurde der Karlsruher Schlussmann bis zum Abpfiff nicht mehr ernsthaft geprüft, weil die Gäste im letzten Drittel nun Esprit und Durchschlagskraft vermissen ließen. Fünf Minuten vor dem Abpfiff ließ Hofmann nach einem Solo von Marco Thiede eine weitere Gelegenheit zur Entscheidung aus.

Lorenz und Gästecoach geraten aneinander

Spielentscheidend war dies nicht mehr, weil der KSC nun Spiel und Gegner im Griff hatte, wie hinterher auch Uwe Koschinat anerkennen musste. „Wenn man die Phase nach dem 1:0 sieht, war das eine verdiente Niederlage“, sagte Sandhausens Coach, der während und nach der Partie mit Lorenz aneinandergeraten war. „Sehr, sehr emotional“ habe er sich auf das Wiedersehen mit diesem Spieler gefreut, erklärte Koschinat spöttisch, zeigte sich ansonsten aber als fairer Verlierer. Bedient war dagegen SVS-Kapitän Dennis Diekmeier, der glaubte: „Die wissen selbst nicht, wie sie das Spiel gewonnen haben.“

Karlsruher SC: Uphoff – Thiede, Gordon, Pisot, Carlson – Stiefler (83. Grozurek), Fröde, Wanitzek, Lorenz (88. Camoglu) – Pourié, Hofmann (90.+1 Kobald).

SV Sandhausen: Fraisl – Diekmeier, Nauber, Zhirov, Paqarada – Taffertshofer (75. Biada), Linsmayer, Türpitz (81. Bouhaddouz), Zenga (63. Engels) – Gislason, Behrens.

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin), Zuschauer: 13 517, Tor: 1:0 Stiefler (57.).

Gelbe Karten: Carlson, Grozurek – Diekmeier, Zenga, Biada.