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Nach der digitalen Versammlung

Reaktionen nach der KSC-Präsidentenwahl: Das sagen Siegmund-Schultze, Müller, Dohmen und Co

Als nüchterner Stratege hatte Holger Siegmund-Schultze den Wahlkampf bestritten. Auch nach seiner Kür zum KSC-Präsidenten blieb er sich treu. Zwei Wahlverlierer reagierten derweil gefasst.

Nach der Wahl: Der neue KSC-Präsident Holger Siegmund-Schultze (links) im Gespräch mit seinem Nachfolger als Vize, Martin Müller, und Kandidatin Dorotheé Augustin. Foto: Markus Gilliar GES/Markus Gilliar

Es war spät geworden, die Uhr zeigte Viertel nach zehn. Sathia Lorenz hatte seine Pflicht getan. Als sich der Leiter des KSC-Wahlausschusses nach der gut vierstündigen Versammlung radelnd in die Oberreuter Nacht und damit in den verdienten Feierabend verabschiedete, waren im Foyer der IT-Firma Bechtle die Scheinwerfer nochmals auf den Mann des Abends gerichtet. Holger Siegmund-Schultze, seit wenigen Minuten neuer Präsident des Karlsruher SC, ließ sich strahlend vor weißer Wand ablichten – alleine sowie mit seinen Präsidiumskollegen Günter Pilarksy und Martin Müller, der ebenfalls neu gewählt worden war.

Müller hat „richtig, richtig, richtig viel Lust”

Der klare Wahlsieg – Siegmund-Schultze hatte bereits im ersten Wahlgang 60,52 Prozent der Stimmen erhalten – änderte allerdings nichts daran, dass der bisherige Vize sich treu blieb und auf markige Worte ebenso verzichtete wie auf überschwängliche Gesten. „Für mich fühlt es sich aktuell überhaupt nicht anders an”, ließ der neue Clubchef wissen und verwies ganz nüchtern darauf, dass es ja eine Menge zu tun gebe.

Das gilt nicht nur für ihn, sondern auch für Müller, der bei der Vize-Wahl 67,5 Prozent der Stimmen erhalten hatte. „Eine sehr gute Konstellation” sieht Siegmund-Schultze nun im Präsidium gegeben. Und Müller betonte, „richtig, richtig, richtig viel Lust” auf die Zusammenarbeit mit den künftigen Kollegen zu haben.

Dohmen noch ohne Erklärung für Wahlniederlage

Axel Kahn, Kai Gruber, Dorotheé Augustin und Rolf Dohmen werden nicht dazu zählen. Das Quartett war bei der Präsidenten-Wahl chancenlos geblieben, Augustin und Dohmen hatten zudem bei der Abstimmung für den Vizeposten gegen Müller klar das Nachsehen gehabt.

Vor allem Dohmen, im Wildpark einst als Spieler und Sportdirektor aktiv, hatte man mehr zugetraut. Woran es gelegen habe? „Das kann ich im Moment nicht sagen, das ist aber momentan auch nicht so wichtig”, meinte der 68-Jährige, der bereits kurz nach dem Ende der Versammlung einen aufgeräumten Eindruck machte.

Augustin stellt anderweitiges Engagement im Verein in Aussicht

Gleiches galt für Augustin. „Natürlich ist die Enttäuschung da, aber ich habe auf jeden Fall einiges an Erfahrung dazugewonnen. Ich denke, ich habe mich ganz gut geschlagen”, sagte die 37-Jährige, die in Aussicht stellte, sich möglicherweise an anderer Stelle im Verein zu engagieren. Diese Chance sieht Dohmen für sich erst einmal nicht: „Im Moment gibt es kein Amt, das frei ist.”

Das höchste im Verein war da seit wenigen Minuten besetzt. Und auch ein anderes Ziel hatte Siegmund-Schultze an diesem Abend – zumindest so einigermaßen – erreicht. „Ich habe meiner Frau versprochen, dass ich heute mal nicht so spät nach Hause komme”, erklärte der 53-Jährige. Dann trat auch er den Heimweg an – wohl wissend, dass in Zukunft noch einige lange Arbeitstage auf ihn warten.

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