Als Trainer des FC Erzgebirge Aue kehrt Dirk Schuster, einst Verteidiger beim KSC, am Montag in den Karlsruher Wildpark zurück. Foto: dpa

Mit Erzgebirge Aue im Wildpark

Schuster stapelt vor Rückkehr zum KSC tief

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Das Wildparkstadion hat Dirk Schuster ein wenig anders in Erinnerung, als er es am kommenden Montag antreffen wird. Die Vorfreude auf die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, mittlerweile eine Baustelle, ist bei dem 51-Jährigen dennoch groß – auf die angedachte Plauderei mit seinem einstigen Mitspieler Rainer Schütterle vor dem Sky-Mikrofon ebenso wie auf ein mögliches Wiedersehen mit Edgar Schmitt. „Ich hoffe, dass der mir über den Weg läuft“, sagt Schuster, der am Montag (20.30 Uhr) mit dem FC Erzgebirge Aue beim Karlsruher SC um Zweitliga-Punkte kämpft.

Gute Erinnerungen an Gastspiel mit Darmstadt 98

Es ist erst das zweite Mal, dass Schuster als Coach in den Wildpark zurückkehrt. Im Mai 2015 saß er auf der Trainerbank des SV Darmstadt 98, der damals am drittletzten Spieltag mit einem 1:0-Erfolg in Karlsruhe den vorentscheidenden Schritt zum Durchmarsch in die Bundesliga machte. Dem KSC blieb in jener Saison die Rückkehr in die Erstklassigkeit bekanntermaßen in der Relegation gegen den Hamburger SV verwehrt. An das Gastspiel erinnert sich Schuster noch sehr gut. „Das war für uns damals der Startschuss, alles zu mobilisieren, um die große Chance zu nutzen.“

In Augsburg und beim „Lilien“-Comeback glücklos

Dies gelang und Schusters sagenhafte Reise mit den „Lilien“ ging anschließend noch ein Jahr weiter, ehe es ihn nach erfolgreichem Klassenverbleib mit Darmstadt zum FC Augsburg zog. Dort war für Schuster bereits nach einem knappen halben Jahr wieder Schluss und auch sein zweites, im Dezember 2017 begonnenes Engagement in Darmstadt endete für den einstigen KSC-Verteidiger vorzeitig.

Mit Abstiegskandidat Aue plötzlich oben dran

Seit diesem Sommer gibt Schuster nun in Aue die Richtung vor – also nur knapp 40 Kilometer von seiner Geburtsstadt Chemnitz, die 1967 noch Karl-Marx-Stadt hieß, entfernt. Und das bislang erfolgreich. Der notorische Abstiegskandidat ist mit 19 Zählern aus zwölf Partien aktuell erster Verfolger des Spitzen-Trios aus Hamburg, Bielefeld und Stuttgart. Schuster betont aber: „Es ist nicht unser Anspruch aufzusteigen.“ Schließlich sei Aue ein „kleiner, bescheidener Verein mit dementsprechenden Möglichkeiten“.

An beiden Orten sehr schön

Selbst die Favoritenrolle für Montag will Schuster nicht annehmen – auch mit Verweis auf die Qualitäten des KSC. Dieser habe zuletzt ein paar Tore zu viel kassiert, aber eben auch Mentalität gezeigt. Schusters Fazit: „Der KSC ist voll in der Zweiten Liga angekommen.“
Gut angekommen ist auch Schuster in Aue, auch wenn er seinen Hauptwohnsitz noch in Karlsruhe-Durlach hat. Wo es ihm besser gefällt? „Es ist für mich an beiden Orten sehr schön“, sagt er diplomatisch.