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Dresdner Hoffnungsträger

Terrazzino trifft auf seinen Ex-Club KSC und Freund Jérôme Gondorf

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Für einen Spieler der Dynamo bedeutet das Gastspiel des KSC am Mittwochabend in Dresden ein wiedersehen: Marco Terrazzino hat sich als Winterleihe den Sachsen angeschlossen – und hat eine badische Vergangenheit. Allzu viel verbindet ihn mit seinem Ex-Club freilich nicht mehr.

„Hakan?“ Dem gehe es gut beim AC Mailand, erzählt Marco Terrazzino, „er spielt ja jetzt regelmäßig mit Zlatan Ibrahimovic, das ist für ihn eine besondere Erfahrung“.

In Telefonaten mit Hakan Calhanoglu, seinem früheren Mannheimer Mitbewohner, sei der alte Schwede ab und an Thema, „für jeden Spieler ist es interessant zu hören, wie der tickt“. Die fußballerischen Wege Terrazzinos und Calhanoglus trennten sich nach der Saison 2011/2012 beim Karlsruher SC.

Geheimes Training beim KSC am Sonntag

Während „Terra“ danach bei 1899 Hoffenheim (2016/2017) und SC Freiburg (2012 bis 2014, 2017 bis 2019) beschäftigt war, ein außer-badisches Intermezzo beim VfL Bochum (2014 bis 2016) erlebte und sich im Winter nun auf Leihbasis Zweitliga-Schlusslicht und ersten KSC-Gegner Dynamo Dresden anschloss, trieb „Hakan“ eine internationale Karriere voran.

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Der KSC? Terrazzino sagt, Abstand gewonnen zu haben zu seinem Ex-Club, was sich mit der verstrichenen Zeit erklärt und damit, dass er „von der jetzigen Mannschaft nur noch Je-Go persönlich“ kenne. „Je-Go“ ist der Spitzname von Jérôme Gondorf, mit dem er beim SC Freiburg in dieser Bundesligasaison ein Schicksal teilte: Beide hatten beim Trainer Christian Streich keine Perspektiven mehr.

So war Terrazzino empfänglich für das Werben seines Karlsruher Ex-Trainers Markus Kauczinski. Und Gondorf zog es in seine Heimatstadt zurück, wo Alois Schwartz ihn als Schlüsselspieler ansieht und wo Gondorf bis 2022 bleiben würde, so der KSC das Klassenziel packt. Am Sonntag ließ Schwartz geheim trainieren, Rechtsverteidiger Marco Thiede war nach einer Oberschenkelblessur wieder mit von der Partie.

„Terra“ und Gondorf schmunzeln über pikante Konstellation zum Auftakt

Richtungsweisend ist der kommende Mittwoch (20.30 Uhr) im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion, wo sich Terrazzino und Gondorf im Rudolf-Harbig-Stadion mit ihren Mannschaften in einer Art Abstiegskampf-Opener gegenüberstehen. „Als klar war, dass er zum KSC geht, haben wir miteinander telefoniert. Über diese Konstellation mussten wir natürlich schmunzeln“, erzählt Terrazzino, der beim achtmaligen DDR-Meister (13 Punkte) einer von fünf Winter-Zugängen ist.

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Mittelfeldspieler Ondrej Petrak, beim 1. FC Nürnberg nur Bankdrücker, war am Wochenende der letzte in der Reihe. Die Partie gegen den Tabellen-15. KSC (20 Punkte) könnte für den Tschechen aber noch zu früh kommen.

Kauczinski war ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung

Mit dem technisch versierten, 28 Jahre alten Terrazzino hat der KSC in Dynamo-Reihen fest zu rechnen. Er könnte in der Elf der Sachsen die Zehnerposition einnehmen, dürfte in den Plänen Kauczinskis aber eher am linken Flügel vorkommen, auch wenn es dort während der Vorbereitung Wechselspiele mit Patrick Ebert und Baris Atik gab.

Kauczinski war für den Deutsch-Italiener natürlich ein Faktor. „Markus hat eine sehr große Rolle gespielt bei meiner Entscheidung“, sagt Terrazzino. „Ich bin sehr davon überzeugt, dass es mit ihm jetzt in die richtige Richtung gehen kann. Man hat es schon in den ersten Tagen der Vorbereitung gemerkt, dass alle gewillt sind, umzusetzen, was er einfordert. Wie er eine Mannschaft führen kann, hat mir schon damals beim KSC an ihm imponiert.“

Anspannung in Dresden steigt, die Aufbruchstimmung auch

Das durchaus vorhandene Potenzial des Dynamo-Kaders sei für ihn schon in der Vorrunde zu erkennen gewesen, spielerisch habe man viel zu bieten. „Es war jetzt einfach wichtig, eine richtig kompakte Mannschaft zu formen. Das ist dem Trainer gelungen. Wir hatten nicht nur von den Ergebnissen her eine gute Vorbereitung, sondern auch von der Herangehensweise“, sagt der gebürtige Mannheimer, der sich mit Blick auf Mittwochabend nichts vormacht: „Wir müssen gewinnen.“

Die Anspannung sei in Dresden zwischenzeitlich greifbar, die Aufbruchstimmung auch: „Wir wollen direkt mit einer guten Leistung ein Zeichen setzen. Das ist die Grundvoraussetzung. Mit den Fans im Rücken, die Alarm machen werden, werden wir das schaffen.“