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Entscheidung am Freitag

Torwart-Duell beim KSC: Warum Gersbeck die besseren Karten hat

An diesem Freitag benennt KSC-Cheftrainer Christian Eichner seine neue Nummer eins. Nach den Eindrücken der Vorbereitung spricht einiges dafür, dass die Marius Gersbeck heißen wird.

Der nächste Anlauf: Marius Gersbeck hofft nun die Nase vorne zu haben, nachdem er im Winter Benjamin Uphoff den Vortritt lassen musste. Foto: Helge Prang/GES

Pokal-Duelle sind für einen Torhüter besondere Spiele – erst recht, wenn auf der anderen Seite ein höherklassiger Gegner steht. In der Regel bekommt der Mann zwischen den Pfosten dann jede Menge zu tun und hat im Fall der Fälle die Gelegenheit, sich im Elfmeterschießen zum Helden aufzuschwingen.

Wer diese exponierte Rolle beim Karlsruher SC am Samstag (18.30 Uhr) im Erstrundenspiel gegen den Bundesligisten Union Berlin einnehmen darf, wird Christian Eichner den Protagonisten an diesem Freitag mitteilen. Die Wahl hat der Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten zwischen dem österreichischen Neuzugang Markus Kuster und Marius Gersbeck, der in der Vorsaison noch als Stellvertreter von Benjamin Uphoff fungiert hatte. Uphoff ist bekanntlich zum SC Freiburg abgewandert.

Ich habe alles gegeben.
KSC-Torhüter Marius Gersbeck

Eines hat Eichner, der bei der Entscheidung auch die Expertise von Torwarttrainer Markus Miller zurate ziehen wird, im Vorfeld klargestellt: Wer gegen Union im Tor steht, wird auch als neue Nummer eins in die eine Woche später beginnende Zweitliga-Saison gehen. KSC-Auftaktgegner ist am 19. September auswärts Hannover 96.

Nach den Eindrücken aus der Vorbereitung spricht Einiges dafür, dass sich Gersbeck dann die Torwarthandschuhe überstreifen wird. Der gebürtige Berliner, der die Hertha-Jugend durchlaufen und im Dezember 2013 ein Bundesliga-Spiel für den Hauptstadt-Club bestritten hat, war in den Testspielen fehlerfrei geblieben, hatte regelmäßig einen souveränen Eindruck hinterlassen und sich mehrfach mit starken Paraden ausgezeichnet.

„Ich habe alles gegeben in der Vorbereitung, das ist das beste Gefühl, das man vor Beginn der Runde haben kann. Mehr habe ich nicht in der Hand“, sagt Gersbeck.

Gersbecks Auftreten als weiterer Pluspunkt

Lob erhält dieser auch von seinem Konkurrenten. „Marius hat gut gespielt, das muss man anerkennen“, erklärt Kuster fair. Über seine ersten Wochen in Karlsruhe sagt Kuster: „Ich bin hier gut aufgenommen worden und ich denke, die Leistungen haben größtenteils auch gestimmt.“ Das dürfte auch das Trainerteam so sehen.

Ehrgeiziger Neuzugang: Der Österreicher Markus Kuster kam mit dem Ziel in den Wildpark, beim KSC die neue Nummer eins zu werden. Foto: Helge Prang/GES

Dem war vermutlich aber auch nicht verborgen geblieben, dass der 26-Jährige im Trainingslager im Spiel gegen den FC St. Pölten (2:1) beim Gegentor gepatzt hatte, während Gersbeck am gleichen Tag gegen den FSV Zwickau (1:0) Pluspunkt sammeln konnte.

Und noch etwas spricht dafür, dass es Gersbeck sein wird, der künftig beim KSC den Kasten sauber halten soll. Der 25-Jährige tritt auf dem Platz selbstbewusst auf, dirigiert lautstark seine Vorderleute, legt eine offensive Körpersprache an den Tag. Faktoren, die für den „neuen KSC“, so wie ihn sich Eichner wünscht, keine ganz unwichtigen sind.

Eichner lobt „sehr runden Konkurrenzkampf“

Der Cheftrainer selbst hält sich indes noch bedeckt, lobt lediglich den „sehr runden Konkurrenzkampf“, mit dem beide „menschlich sehr hochwertig“ umgegangen seien. Auch Gersbeck betont, dass er und sein Rivale, der Ende Juli vom österreichischen Club SV Mattersburg gekommen war, neben dem Platz keinerlei Probleme miteinander haben. „Wir können das sehr gut voneinander trennen.“

Egal, für wen sich Eichner entscheiden wird, der neue Kapitän der Blau-Weißen, Jerôme Gondorf, hat vollstes Vertrauen zum Mann zwischen den Pfosten. „Wir sind auf der Torhüterposition sehr, sehr gut aufgestellt. So wie ich das aus Spielersicht beurteilen kann, haben die beiden einen super Job in der Vorbereitung gemacht“, findet Gondorf.

Seit Donnerstag haben Gersbeck und Kuster auch offiziell einen dritten Mann an ihrer Seite: Wie erwartet unterschrieb KSC-Eigengewächs Paul Löhr einen Vertrag, der bis 2022 datiert ist. Sven Müller, der bisherige dritte Mann im Torwartteam, hatte am Dienstag den Wildpark in Richtung Hallescher FC verlassen.

Für Gersbeck nicht das erste Torwart-Duell

Für Gersbeck, der im Sommer 2019 von der Hertha nach Karlsruhe gewechselt war, ist es bereits das zweite Torhüter-Duell, dem er sich beim KSC in diesem Jahr stellen muss. In der Winter-Vorbereitung hatte Eichners Vorgänger Alois Schwartz den Konkurrenzkampf zwischen Gersbeck und Uphoff ausgerufen und sich am Ende doch wieder für die Stammkraft aus den Vorjahren entschieden.

Und so kommt Gersbeck bislang lediglich auf zwei Pflichtspiel-Einsätze für die Badener jeweils im Pokal: Im Oktober 2019 hütete er in der Zweitrunden-Partie in Darmstadt (1:0) ebenso das KSC-Tor wie im Achtelfinale in Saarbrücken (3:5 nach Elfmeterschießen), als Eichner erstmals als Chef an der Seitenlinie stand. Gut möglich, dass ab Samstag für Gersbeck weitere Spielminuten im KSC-Trikot hinzukommen.

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