Stuttgarts Spieler Mario Gomez, Torwart Gregor Kobel und Philipp Förster stehen nach dem Spiel vor ihren Fans - und werden anschließend ausgepfiffen.
Stuttgarts Spieler Mario Gomez, Torwart Gregor Kobel und Philipp Förster stehen nach dem Spiel vor ihren Fans - und werden anschließend ausgepfiffen. | Foto: dpa

Pfiffe und Beleidigungen

Vor Derby gegen KSC: VfB-Fans beschimpfen ihr siegloses Team

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Der Gang vor den Fanblock der 1400 mitgereisten Anhänger war für die Profis des VfB Stuttgart nach dem 0:1 gegen den Aufsteiger VfL Osnabrück kein Vergnügen. Lautstark schimpften die mitgereisten Fans auf die Fußballprofis nach der vierten Niederlage aus den vergangenen fünf Spielen in der 2. Fußball-Bundesliga.

„Das ist kein konstruktives Gespräch gewesen. Sie waren sauer“, sagte Philipp Klement. „Ich glaube sie wollten uns wissen lassen, dass für sie ein extrem wichtiges Spiel kommt. Das ist angekommen.“

Video zeigt ab 4:07 die wütenden Fans

Beim 0:1 (0:1) gegen den zuvor sechs Spiele lang sieglosen Aufsteiger vergaben die Schwaben ein weiteres Mal zahlreiche hochkarätige Torchancen und kassierten die vierte Niederlage aus den vergangenen fünf Ligaspielen.

Durch das Remis des Hamburger SV gegen Kiel hat der Bundesliga-Absteiger als Dritter nun drei Punkte Rückstand auf Rang eins. Marcos Alvarez traf am Samstag vor 15 801 Zuschauern bereits in der 4. Minute zur Führung für Osnabrück, das durch die drei Punkte von Rang 15 auf Platz neun der Tabelle klettern konnte.

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Das frühe Gegentor konnte auch Rückkehrer Holger Badstuber nicht verhindern. Nach seinen zwei Spielen Sperre war der Innenverteidiger wieder neben Kapitän Marc Oliver Kempf in die Viererkette gerückt, war aber wie alle anderen zu weit weg von den Osnabrücker Angreifern. Niklas Schmidt konnte so ohne jede Störung eine Flanke per Kopf ablegen, den Schuss von Alvarez fälschte Kempf noch etwas ab – wie beim 1:2 gegen Wehen Wiesbaden lag der VfB gegen einen Aufstieger schon sehr früh hinten.

Der große Favorit hatte danach zwar deutlich mehr Ballbesitz, spielte viel mehr Pässe und hatte eine ordentliche Passquote von um die 90 Prozent – entscheidende Zuspiele aber blieben viel zu oft beim Gegner aus Osnabrück hängen. Weder über Philipp Förster noch über den zur Pause ausgewechselten Philipp Klement konnte der VfB dauerhaft Druck aufbauen und seiner Rolle gerecht werden. Die wenigen Chancen durch Fernschüsse von Klement (18.) und Santiago Ascacíbar (29.) waren Zufallsprodukte. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich vor der Halbzeit vergab Nicólas González, der frei vor VfL-Torwart Phillip Kühn auftauchte, mit seinem Versuch aufs kurze Eck aber scheiterte (42.).

Trainer Tim Walter brachte zur Pause erst Silas Wamangituka für Klement und nach einer Stunde auch noch Hamadi Al Ghaddioui für den erneut nicht überzeugenden Atakan Karazor. Nach der Hereinnahme von Al Ghaddioui schaffte es Stuttgart dann zum ersten Mal, gegen den Liga-Neuling wie ein Aufstiegsfavorit zu wirken.

Gespannt auf das Derby gegen den KSC

Die zweitstärkste Defensive der Liga musste gegen den VfB nun Schwerstarbeit verrichten – und hatte in Torwart Kühn einen starken Rückhalt, der auch den Kopfball von Badstuber (64.) oder den Versuch von González (70.) parierte. Doch all die Überlegenheit und am Ende vier Stürmer auf den Platz reichten den Schwaben nicht, um den Ausgleich zu erzielen. Das Derby gegen den Karlsruher SC nach der Länderspielpause hat nun noch mehr Brisanz.

dpa