Begegnung bei den BNN am Mittwoch: Wellenreuther und Müller.
Begegnung bei den BNN am Mittwoch: Wellenreuther und Müller. | Foto: GES

Metz erklärt Verzicht

Vor der KSC-Mitgliederversammlung: Müllers Lager zieht die nächste Karte

Anzeige

In Karlsruhe ist es ein beherrschendes Gesprächsthema. Auf der Straße. In der Bahn. In einschlägigen Foren. Der Grundtenor lässt auf Unschlüssigkeit schließen, welche Variante die bessere wäre für die Zeitspanne bis 2022: Sollen Amtsinhaber Ingo Wellenreuther die Geschicke des Karlsruher SC anvertraut bleiben? Oder holt der Charme des Neuen, repräsentiert von Martin Müller, Wechselwillige ab?

Zu entscheiden hat das nicht die Fanszene und nicht das Netz, sondern es haben die Beitragszahler des Vereins den Kurs zu bestimmen. Inzwischen zählt der Club an die 9 000 Mitglieder. Für Samstag ist zur Ordentlichen Mitgliederversammlung in der Schwarzwaldhalle mit einer Beteiligung zu rechnen wie seit Jahren nicht mehr.

Begegnung von Wellenreuther und Müller

Wie berichtet, sieht sich der Herausforderer Müller damit konfrontiert, dass ihm nicht nur edle Gründe für seine Kandidatur nachgeredet werden. Am Mittwoch schüttelte der 55-Jährige am Rande eines Besuchs in der Karlsruher BNN-Geschäftsstelle, wo es zur Begegnung mit Wellenreuther kam, darüber wieder nur den Kopf. „Was soll ich noch tun, damit die Leute mir glauben“, fragte er rhetorisch – und hatte die vermeintliche Antwort inpetto. Eine weitere Eidesstattliche Versicherung, die den Badischen Neuesten Nachrichten vorliegt. Sie stammt von Ulrich Metz, dem Aufsichtsratsmitglied der CG Gruppe und Anwärter für ein Amt im KSC-Verwaltungsrat. Sie zielt darauf ab, die Angst, der künftige Beirat könnte überwiegend mit Leuten der CG Gruppe um Müller herum besetzt sein und die Stimmenmehrheit des Vereins so darin ausgehöhlt werden, zu entkräften.

Mehr zum Thema: Podiumsdiskussion bei den KSC-Fans: „Euro-Eddy“ stellt sich gegen Wellenreuther

Metz erklärt Verzicht auf jede Ambition für den Beirat

„Um allen Vorverdächtigungen und bewusst aufgebauten Verschwörungstheorien entgegen zu wirken“, so öffnet diese Eidesstattliche Versicherung, erklärt Metz: Falls Müller und Edgar Schmitt ins Präsidium gewählt würden, und er selbst bei der Ratswahl ein Mandat erhalte, stehe er für den Vorsitz wie auch für die Stellvertreterrolle im Rat „nicht zu Verfügung“.

Mehr zum Thema: Ex-Geschäftsführer Sandrock will Kandidat Müller als KSC-Präsident unterstützen

Müllers Kandidatur verknüpft mit Schmitt, Liffers und Fischer

Dazu muss man wissen, dass der maximal neunköpfige Beirat, der das operative Geschäft überwacht, mit fünf Vertretern des e.V. besetzt sein wird: mit den drei Vorstandsmitgliedern sowie den beiden ersten Vertretern aus dem Verwaltungsrat. Mit Müllers Kandidatur sind die des Vize-Anwärters Edgar Schmitt sowie die der weiteren Verwaltungsratsbewerber Boris Liffers und Christian Fischer verknüpft. Vier Plätze im Beirat sind maximal für Investoren vorgesehen. Hier hatte der Vorstand der CG Gruppe an Eides statt erklärt, keinerlei Absichten zu hegen. Aktienkäufe aber sind nicht die Gefahr hinsichtlich der 50+1-Regel – das zumindest denkbare Szenario einer Unterwanderung des Beirats wäre es schon.

Mehr zum Thema: Präsidentschaftswahl beim KSC: Müller darf antreten