Ingo Wellenreuther (l. KSC-Praesident) und KSC-Vizepraesident Holger Siegmund-Schultze (m.) folgen der Sitzung auf den Zuschauerraengen. GES/ Fussball/ Sitzung des Karlsruher Gemeinderat zum KSC-Wildparkstadion, 23.10.2018 Football / Soccer: Karlsruhe town council meeting concerning the Wildparkstadion, Karlsruhe, October 23, 2018 | Foto: GES

Ausgliederung wird geprüft

Wie stehen die KSC-Aktien?

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In Gelsenkirchen, knappe vier Autostunden von Karlsruhe entfernt, wird am Samstag die 177. Auflage des die Fußball-Folklore im Revier so prägenden Spiels der Spiele angepfiffen. Geschäftsmäßig gesehen misst sich dann einer der fünf verbliebenen e.V.-Vertreter der Bundesliga mit dem Musterbeispiel einer unter der Flagge einer GmbH & Co KGaA gemeldeten Mannschaft: Der FC Schalke 04 also, Jahresumsatz 260 Millionen Euro, empfängt Borussia Dortmund. 536 Millionen Euro betrug der im Sommer vom börsennotierten BVB vorgestellte Rekordumsatz, dessen Gewinn lag bei 28,5 Millionen Euro.

Nur noch 24 von 56 als e.V.

Die Realitäten im deutschen Profifußball sehen 20 Jahre nach dem Ur-Beschluss des DFB, Kapitalgesellschaften unter Einhaltung der 50+1-Regel zuzulassen, so aus: Nur noch 24 der 56 Vertreter aus den oberen drei Ligen haben ihren Lizenzspielbetrieb nicht, wie es im Sommer auch der 1. FC Kaiserslautern tat, in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert. Womit man in Liga drei angekommen wäre, in der die Roten Teufel den Anschluss an die Top-Teams für den Moment verloren haben und der Karlsruher SC und der SC Preußen Münster an diesem Samstag im direkten Aufeinandertreffen um einen Platz in der Aufstiegszone kämpfen: Es ist das Duell zweier Bundesliga-Gründungsmitglieder. Die Konstellation ist, wiederum von der Business-Seite her betrachtet, der auf Schalke gleich. Auch die Preußen haben ihre Profis in einer GmbH & Co KGaA ausgegliedert, was beim Karlsruher Sport-Club Phönix-Mühlburg e. V. eines der Modelle ist, das man im Zuge eigener Pläne prüft.

Wellenreuthers Bekenntnis zu 50+1

Bis Mitte 2019, darauf legt sich KSC-Präsident Ingo Wellenreuther fest, „soll diese weitere wichtige Zukunftsfrage des KSC gelöst sein“. Voraussetzung für die Ausgliederung ist die Beseitigung des negativen Eigenkapitals sowie die Einbringung von 1.0 (Dritte Liga) beziehungsweise 2.5 Millionen Euro (2. Bundesliga). „Dazu müssen die Einnahmen erhöht und Kapitalgeber gewonnen werden. Das neue Stadion bietet dafür die Grundlage“, erklärt Wellenreuther. Das negative Eigenkapital des KSC betrug zum 30. Juni dieses Jahres 2,6 Millionen Euro. Auf eine klare Aussage, die vor allem bei den KSC.Fans gerne gehört wird, legt sich der Clubchef auch fest: „Wir werden an der sogenannten 50+1 Regel festhalten. Sogar dann, wenn der DFB oder die DFL diese Regel irgendwann einmal kippen sollte. Das Einflussrecht des Vereins und seiner Mitglieder bleibt gewahrt.“

Eine Sonderseite zum Thema „Ausgliederung beim KSC“, die sich mit den denkbaren Rechtsformen bei einer Ausgliederung, der Sichtweise der KSC-Fans und mit den im deutschen Profifußball existierenden Kapitalgesellschaften auseinandersetzt, können Sie hier in unserem Digital-Angebot nachlesen.