Die KSC-Fans machen sich Gedanken über die Zukunft. | Foto: GES

Zukunftskonzept der Anhänger

Fans des KSC nehmen Clubspitze in die Pflicht

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Die Fans des Karlsruher SC machen sich Gedanken über die Zukunft des Fußball-Drittligisten und nehmen dabei insbesondere die Vereinsführung in die Pflicht. Demut, Transparenz, Kritikfähigkeit und wirtschaftliche Nachhaltigkeit sind dabei zentrale Forderungen der Anhänger, wie aus den Ergebnissen der „1. Zukunftswerkstatt KSC“ hervorgeht, die am Mittwoch von den „Supporters“, dem Dachverband der KSC-Fans, vorgestellt wurden. Bei dem Zukunftsforum hatten am Sonntag vor einer Woche rund 80 Anhänger und Mitglieder Lösungsvorschläge zu Themen wie Finanzen, Kommunikation und Außendarstellung, aber auch zu sportlichen Aspekten erarbeitet.

Den Worten müssen auch Taten folgen

Die Ideen seien „eine Diskussionsgrundlage“, wie der zweite Vorsitzende der „Supporters“, Marco Fuchs erklärte. „Wir wollen das Gefühl bekommen, dass der Verein Interesse hat, mit uns an der Zukunft zu arbeiten“, stellte er klar. Bei der KSC-Führung, der die „Supporters“ die Ergebnisse am Abend zuvor präsentiert hatten, zeigte man sich gesprächsbereit. „Es soll weitere Austauschrunden geben, das ist ein dynamischer Prozess. Unsere Türen sind offen“, sagte Präsident Ingo Wellenreuther. „Der Verein ist gewillt, ins Gespräch zu kommen, den Worten müssen aber auch Taten folgen“, betonte Fuchs.

Gewählter Fanvertreter und zweite Mannschaft als Forderungen

Auch ganz konkrete Forderungen wurden in der „Zukunftswerkstatt KSC“ laut: So wünschen sich die Fans einen gewählten Vertreter aus ihren Reihen im Verwaltungsrat, die Wiedereinführung einer zweiten Mannschaft sowie eine Geschäftsstelle, die regelmäßig besetzt ist. Die finanzielle Verantwortung soll künftig auf mehreren Schultern verteilt sein, denkbar seien etwa Crowdfunding-Aktionen und Fananleihen. In jedem Fall habe, so Fuchs, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit Vorrang vor dem kurzfristigen sportlichen Erfolg. Wellenreuther meinte hierzu: „Das ist ein schmaler Grat. Die Dritte Liga bringt nun mal so viele Nachteile mit sich. Sportlicher Erfolg ist auf jeden Fall wichtig – im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten. Über allem steht natürlich, dass wir jedes Jahr die Lizenz erhalten müssen.“

„Supporters“ springen auf Dohmen-Zug erst einmal nicht auf

Wer künftig den Verein führt, ist für die „Supporters“ zweitrangig. Das Zukunftskonzept sei erst einmal namensunabhängig, erklärte Fuchs. Zu Rolf Dohmen, der 2019 für das Präsidentenamt kandidieren will, meinte Fuchs: „Wir müssen realistisch sagen, wir wären wie das Fähnlein im Winde, wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt auf den Zug Dohmen aufspringen würden. Wir sind aber für alle Gespräche offen.“