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Corona-Auflagen überfordern

Liqui Moly Open 2020 endgültig abgesagt

Das WTA-Turnier des TC Rüppurr kann wegen Corona-Folgen auch im September nicht stattfinden. Die Hygieneauflagen könnten nicht geleistet werden, hieß es.

So wie noch 2019 wird es 2020 in Rüppurr nicht aussehen: Das Event auf dem Karlsruher Sandplatz ist abgesagt. Foto: None

Die Homepage der Spielerinnen-Organisation WTA verbreitet unter der Rubrik „Tournaments” beim Eintrag Liqui Moly Open unverdrossen Hoffnung. Während viele andere und vor allem viele größere Turniere wie Wimbledon wegen der Corona-Pandemie für dieses Jahr bereits vor Wochen die ultimativen Konsequenzen gezogen und ihre Veranstaltungen abgesagt haben, heißt es bei dem mit 115.000 Dollar dotierten Karlsruher Sandplatzevent: „Suspended”, also verlegt.

Das Kalkül war, statt wie zunächst geplant vom 28. Juli bis 2. August irgendwann im September die zweite Auflage der Sandplatzveranstaltung beim TC Rüppurr noch durchführen zu können. Doch auch dieser Ausweichtermin lässt sich nicht realisieren. „Das Turnier 2020 findet nun 2021 statt”, betont Turnierdirektor Markus Schur im Gespräch mit den BNN.

„Wir können die geforderten Hygieneauflagen auf unserer Anlage nicht leisten, zudem sind die Reisebedingungen ja immer noch sehr kompliziert”, begründet Schur die endgültige Absage. Notwendige zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen hätten das ohnehin strapazierte Budget weiter belastet, zumal auch die Zuschauerkapazität hätte reduziert werden müssen. Die Abstandsregel müsste eingehalten werden. Bei der Erstauflage im vergangenen Jahr waren am Finaltag die 1.500 Tribünenplätze nahezu belegt. Das auch aufgrund von Anlaufkosten erwirtschaftete Defizit der GmbH wäre ohne den guten Besuch am Sonntag noch höher ausgefallen.

„Schade. Wir haben zusammen mit der WTA so lange wie möglich versucht, das Turnier doch noch durchführen zu können. Aber die Zeit wird ja immer knapper und jetzt musste die Entscheidung getroffen werden”, sagt Schur.

Kann der Vertrag mit Liqui Moly verlängert werden?

Nachdem nun klar ist, dass eine Nachfolgerin von Premierensiegerin Patricia Maria Tig in diesem Jahr nicht gefunden werden kann, will Schur das Gespräch mit Namenssponsor Liqui Moly suchen. Er hofft, dass das Unternehmen den auf drei Jahre abgeschlossenen Vertrag um ein weiteres verlängert, dass der Schmierstoffe-Produzent mit der in 2020 eingesparten Summe also das Turnier auch 2022 unterstützt. Auch auf den für 2020 zugesagten Zuschuss der Stadt in Höhe von 60.000 Euro hofft Schur auch später noch zurückgreifen zu können.

Spitzentennis soll es in diesem Jahr aber dennoch zu sehen geben auf der Anlage am Märchenring. Schur denkt an ein kleines Einladungsturnier für acht Spieler im September, für das er möglichst die Rüppurrer Lokalmatadoren Jannik Hanfmann und die langjährige Bundesligaspitzenkraft Laura Siegemund gewinnen will. Mit dem Ordnungsamt habe er das Vorhaben bereits abgesprochen. Auch Zuschauer seien zugelassen.

Wie kompliziert die Situation im Profitennis ist, das wie keine andere Sportart ein weltumspannendes Unternehmen ist, zeigt das Beispiel des WTA-Turniers im italienischen Palermo. Auf sizilianischem Sand soll wie geplant ab 3. August aufgeschlagen werden. Allerdings dürften von den Spielerinnen, die sich bislang in die Teilnehmerliste eingetragen haben, Stand jetzt aufgrund der Einreisebeschränkungen 50 Prozent gar nicht starten. Das wie die French Open auf September verlegte Roland-Garros-Vorbereitungsturnier in Straßburg soll dagegen vor Zuschauern ausgetragen werden. Schur: „Ich weiß nicht, ob es angesichts der Lage eine gute Idee ist, auf Teufel komm’ raus ein Turnier durchzuziehen.”

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