Sebastian Vettel
Sebastian Vettel konnte auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya erst einmal gewinnen. | Foto: Andy Wong/AP

Gradmesser fürs WM-Duell

Nach dem Formel-1-Rennen in Spanien herrscht Klarheit

Barcelona (dpa) – Spätestens nach dem Großen Preis von Spanien herrscht Klarheit. Der Formel-1-Kurs in Katalonien gilt als ultimativer Gradmesser. Das wissen die Teams, das wissen die Fahrer. Allen voran Sebastian Vettel, der auf der Strecke bisher nur einmal gewinnen konnte.

Mit Sieg Nummer zwei auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya würde er die Führung in der Gesamtwertung von Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes zurück erobern. Und Vettels Ferrari liegt der Kurs, der 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona Mitschauplatz des Radsport-Zeitfahrens war.

Welche besondere Bedeutung kommt dem Großen Preis von Spanien im Rennkalender zu?

Es ist der Europa-Auftakt. Die Transportwege sind kürzer, alles geht schneller. Die Teams nutzen die Gelegenheit, um ihren Autos größere Updates zu verpassen. «Das ist der erste Schritt des Entwicklungsrennens, das womöglich bis zum Ende der Saison anhalten wird», sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Hinzu kommt der Allround-Charakter der Strecke, die von jedem Kurs ein bisschen hat. «Barcelona ist ein sehr guter Gradmesser, um zu zeigen, wo wir wirklich stehen», sagt Vettel.

Wie wichtig sind die Informationen von den Testfahrten?

Darauf können alle Teams natürlich aufbauen, auch wenn die erste Testphase Ende Februar durch winterliche Temperaturen kaum Runden auf dem Kurs zuließ. Und wenn, waren die Bedingungen mitnichten vergleichbar mit denen, die an diesem Wochenende herrschen werden. Die Fahrer konnten an den insgesamt acht Testtagen aber auch schon Bekanntschaft mit dem neuen Asphalt machen, der auf der Strecke verlegt wurde. Spannend wird sein, wie die Piloten und Teams die Reifen nun optimal nutzen.

Ist Vettel nach seiner Testbestzeit vor zwei Monaten auch der Favorit auf die Pole?

Vettel hat damals schon angedeutet, wie schnell der neue Ferrari auch auf einer Runde auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs ist. Das war in der vergangenen Saison noch die große Schwäche der Scuderia. Hinzu kommt, dass Vettel derzeit wieder in bestechender Quali-Form ist und an seine Hochzeiten bei Red Bull erinnert, als er nervenstark oftmals den Schlusspunkt unter packende Qualifyings setzte. Doch Vorsicht: Von den bisher 53 Poles in seiner Karriere holte Vettel keine einzige auf der spanischen Strecke.

Wie wichtig ist ein Startplatz in der ersten Reihe auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya?

Sehr wichtig. Die Statistik unterstreicht es: Nur dreimal startete der spätere Sieger in den bisher 27 Rennen auf dem Kurs nicht aus der ersten Reihe. 20 Mal gewann der Fahrer von der Pole aus auch den Grand Prix. Aber warum ist das so? Ganz einfach: Überholen ist auf dem Kurs extrem schwierig.

Wie sehr muss Vettel das Red-Bull-Duo nach dem Baku-Crash fürchten?

Max Verstappen und Daniel Ricciardo haben einiges gut zu machen. Die Kollisions-Schmach von Aserbaidschan hat Spuren hinterlassen. Die Teamführung sagt zwar, das Kapitel sei abgeschlossen. Die Teamführung sagt aber auch, dass die Renningenieure eingreifen sollen, wenn es zwischen dem australisch-niederländischen Duo mal wieder zu wild werden sollte. Also Vorsicht statt Vollgas? Klar ist, selbst verschuldete Karambolagen stehen auf dem Index.