Champion
Rafael Nadal vergoss bei der Siegerehrung nach seinem elften French-Open-Triumph auch ein paar Tränen. | Foto: Alessandra Tarantino/AP

Grand Slam in Paris

Auch elfter French-Open-Triumph rührt Nadal noch zu Tränen

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Paris (dpa) – Mit dem silbernen Musketier-Cup in den starken Armen kamen Rafael Nadal selbst beim elften French-Open-Triumph noch die Tränen.

Kaum hatte der 32-Jährige die Siegestrophäe von Australiens einstiger Tennis-Größe Ken Rosewall erhalten, übermannten den besten Sandplatzspieler der Geschichte unter dem warmen Applaus der 15.000 Zuschauer in Paris die Gefühle.

Der Rekordchampion wehrte mit dem 6:4, 6:3, 6:2 souverän den Angriff von Dominic Thiem ab, der 23 Jahre nach Thomas Muster als zweiter Österreicher im Stade Roland Garros einen Grand-Slam-Titel holen wollte. «Ich bin sicher, dass Du hier bald gewinnen wirst», sagte Nadal bei der Siegerehrung. Thiem zeigte sich als überaus fairer Verlierer: «Was du machst, gehört zu den außergewöhnlichsten Dingen, die ein Athlet jemals erreicht hat», sagte der 24-Jährige.

Nadal behält auch die Weltranglisten-Spitze vor Roger Federer und hat nach dem 17. Grand-Slam-Titel nur noch drei weniger als der Rekordsieger aus der Schweiz. Eine andere, 45 Jahre alte Bestmarke stellte Nadal ein: Elfmal das gleiche Grand-Slam-Turnier gewann bislang nur die Australierin Margaret Court bei den Australian Open.

«Das ist wirklich unglaublich. Ich bin sehr zufrieden, ich habe mein bestes Match im Turnier gespielt», sagte Nadal im Sieger-Interview auf Französisch. «Es ist unmöglich, davon zu träumen, hier elfmal zu gewinnen.» Thiem saß zunächst trotz Nadals Lob geknickt auf der Bank, zog dann aber eine positive Turnierbilanz. «Als du hier das erste Mal gewonnen hast, war ich elf Jahre alt. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier eines Tages gegen dich im Finale spiele.»

Thiem brauchte im bisher wichtigsten Match seiner Karriere ein paar Minuten Anlaufzeit und verlor gleich seinen Aufschlag zum 0:2. Mit dem sofortigen Rebreak war er in der Partie und versuchte, Nadal zumeist mit der Vorhand unter Druck zu setzen. Das klappte auch oft, doch beim 4:5 zeigte Thiem wieder Nerven, schenkte Nadal das nächste Break und nach schon fast einer Stunde Spielzeit den Satz.

Der Titelverteidiger war mit gehörigem Respekt in das zehnte Duell der beiden gegangen, denn Thiem konnte schon drei davon gewinnen, erst zuletzt war er in Madrid erfolgreich, auch dort auf Sand. Bei den French Open mit etwas anderen Bedingungen war Nadal in beiden bisherigen Vergleichen jedoch klar überlegen. Ganze zwei Niederlagen stehen dort weiterhin in seiner Bilanz – bei nun 86 Siegen.

Vor den 15 000 Zuschauern auf dem Court Philippe Chatrier, unter ihnen Reals Madrids bisheriger französischer Trainer Zinedine Zidane, legte Nadal mit der Führung im Rücken zum 3:0 im zweiten Satz nach. Dabei half ihm weniger seine gefürchtete Linkshänder-Vorhand sondern vielmehr Thiem mit seinen nun vielen Fehlern. Der Niederösterreicher schaute oft ratlos und frustriert in Richtung seiner Box.

Als Nadal gleich zu Beginn des dritten Satzes vier Chancen ausließ, Thiem sofort wieder den Aufschlag abzunehmen, wurden die Fans noch einmal wach und hofften auf ein spannenderes und auch noch besseres Endspiel. Das wurde es kurzzeitig auch, ehe das Kraftpaket aus Mallorca gegen den resigniert wirkenden Weltranglisten-Achten die frühe Entscheidung erzwang. Nach 2:43 Stunden nutzte Nadal seinen fünften Matchball und machte 13 Jahre nach seinem ersten Erfolg den kaum zu fassenden elften Triumph in Paris perfekt.

Rafael Nadal hatte im Finale alles im Griff. | Foto: Thibault Camus/AP
Rafael Nadal (r) und Dominic Thiem umarmen sich nach dem Finale. | Foto: Alessandra Tarantino/AP
Dominic Thiem war im Finale chancenlos. | Foto: Michel Euler/AP
Rafael Nadal setzte sich im Finale der French Open gegen Dominic Thiem durch. | Foto: Christophe Ena/AP
Xisca Perello feuerte während des Endspiels ihren Freund Rafael Nadal an. | Foto: Michel Euler/AP
Rafael Nadal hatte im dritten Satz Probleme mit seinem Mittelfinger der linken Hand. | Foto: Michel Euler/AP