Genießer
Der ehemalige Dallas Mavericks-Spieler Dirk Nowitzki genießt das Leben als Basketball-Rentner. | Foto: Roger Steinman/FR171255 AP

Basketball-Superstar

Nummer 41 wird 41: Nowitzkis Lust am neuen Leben

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Dallas (dpa) – An diesem Geburtstag muss Dirk Nowitzki keine Zurückhaltung mehr zeigen. Vor einem Jahr ackerte der beste deutsche Basketballer der Geschichte längst wieder in der Halle für sein letztes Comeback – inzwischen genießt er ausgiebig das neue Leben ohne die Askese eines Profisportlers.

«Das ist alles, wovon ich geträumt habe, alles zu trinken, im Urlaub alles in Reichweite zu essen», schwärmte Nowitzki, der am 19. Juni 41 Jahre alt wird, zuletzt am Rande eines Baseballspiels. «Und mich nicht darum zu kümmern, in Form zu bleiben. Ich werde wieder anfangen, Sport zu machen. Aber derzeit habe ich null Motivation dafür.»

Pizza, Süßigkeiten, Eis, Nachtische, alle Arten von Junk Food. Die Liste der lange verbotenen – oder zumindest während der Karriere äußerst seltenen – Freuden, von denen Nowitzki im Ruhestand berichtet, ist umfangreich. Ob er wohl die 150 Kilogramm schaffen werde, hatte der Würzburger noch gut 40 Kilo leichter direkt nach seinem tränenreichen Abschied aus der NBA im April kokettiert.

«Ich denke, er wird die Ausdauer und die Beständigkeit zeigen, um die nächsten 30 Jahre Eis zu essen», scherzte Mark Cuban, Besitzer der Dallas Mavericks, nun und erwartet eine weitere Gewichtszunahme beim wichtigsten Spieler in der Geschichte seines Teams. «Wahrscheinlich ist der Typ, der Dirks Anzüge macht, gerade der glücklichste Mann in Dallas.»

Zumindest bei den jüngsten öffentlichen Auftritten gibt Nowitzki aber noch eine fitte Figur ab. Für den Baseball-Proficlub Texas Rangers schleuderte er vor gut einer Woche den ersten Wurf. Im gleichen Sport empfing er im weißen Trikot mit seiner legendären Rückennummer 41 reichlich Prominenz zu seinem jährlichen Benefizspiel. Den Sommer will Nowitzki mit seiner Familie aber auch in Deutschland und seiner Heimat Würzburg verbringen. Am 21. Juli läuft er zu Ehren von Michael Schumacher beim Kick für einen guten Zweck in Leverkusen auf.

Mit einem eher mäßig geschossenen Elfmeter vor einem MLS-Spiel des FC Dallas sorgte der leidenschaftliche Hobbyfußballer zuletzt nicht nur für Spott seiner ehemaligen Mitspieler, sondern lachte wie gewohnt auch über sich selber: «Meine Jeans waren zu eng und das Gras war nass», kommentierte er den glücklichen Treffer gegen ein Maskottchen.

An Ehrerbietungen kann sich Nowitzki bei allen öffentlichen Auftritten aber ohnehin kaum retten. Die Stadt Dallas will eine Straße nahe des American Airlines Centers zu seinen Ehren benennen. «Das ist mir fast schon etwas peinlich, das ist beinahe zu viel», sagte Nowitzki, der eine Green Card anstrebt, um auch die Staatsbürgerschaft seiner Wahlheimat zu erhalten. «Ich wollte nur meinen Job jeden Tag erledigen, Leute unterhalten und gewinnen.»

Nun stehen keine Siege, Körbe und Meisterschaften mehr im Vordergrund, auch wenn der NBA-Champion von 2011 im Spätsommer als Botschafter zur WM nach China reist. Ein oder zwei Jahre will Nowitzki mit Ehefrau Jessica und den Kindern Malaika, Max und Morris auf Reisen gehen.

Und dann? Ist für ihn weiter alles offen. «Ich bin sicher, dass es da draußen noch eine Herausforderung auf mich wartet», sagte Nowitzki der Nachrichtenagentur AP. «Aktuell denke ich nicht daran. Ich will Sachen machen, die ich die letzten 20 Jahre nicht machen konnte. Irgendwann wird das langweilig und ich brauche eine neue Herausforderung im Leben.»