Laura Dahlmeier
Kommt rechtzeitig vor Olympia in Form: Biathletin Laura Dahlmeier. | Foto: Luciano Solero

Biathlon-Weltcup in Antholz

Olympia-Generalprobe: Dahlmeier und Peiffer im Aufwind

Antholz (dpa) – Die deutschen Biathleten gehen in Antholz mit einigen Sorgen in die letzten Weltcuprennen vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang.

Während es bei Laura Dahlmeier vor den Verfolgungsrennen und Massenstarts am Wochenende mit der Form bergauf geht und auch Arnd Peiffer erneut Podestchancen hat, kommt Massenstart-Weltmeister Simon Schempp weiter nicht wie gewünscht in Schwung. Auch Franziska Hildebrand hat in Italien erneut Probleme.

AUFWIND: Nach ihrem zweiten Platz im Sprint geht Dahlmeier heute (13.15 Uhr) als große Favoritin in die Verfolgung. Die Spezialistin für das Jagdrennen hat nur zwölf Sekunden Rückstand auf Tiril Eckhoff aus Norwegen. Die siebemalige Weltmeisterin greift in Südtirol nach ihrem 19. Weltcupsieg – und kann nach zuvor schwierigen Wochen etwas für ihr Selbstvertrauen tun.

SORGE I: Schempp klagte am Freitag nach seinem 20. Platz im Sprint erneut über Rückenschmerzen. Diese verhinderten sowohl ein sicheres Gefühl beim Stehendschießen als auch eine bessere Laufleistung. Der zwölfmalige Weltcupsieger hofft bis Olympia auf Besserung. «Von der Kondition her, von der Kraft her, fühle ich mich ganz gut. Wenn ich die Probleme in den Griff kriege, bin ich zuversichtlich», sagte Schempp.

SORGEN II: Über ihren neunten Platz im Sprint konnte sich Hildebrand in Südtirol fast gar nicht freuen. Stattdessen war sie im Ziel am Donnerstag den Tränen nahe, da sie erneut über starke Schienbein-Schmerzen klagte. Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin hatte in der Vergangenheit schon mehrfach Probleme mit der Schienbein-Muskulatur.

SORGEN III: Vor allem die Männer leisten sich zu viele Schießfehler. Aus dem deutschen Sextett blieb im Sprint nur der Drittplatzierte Arnd Peiffer ohne Strafrunde. Benedikt Doll (4 Fehler), Schempp (3), Erik Lesser (3), Johannes Kühn (3) und Roman Rees (2) überzeugten bei nur teilweise komplizierten Bedingungen nicht. 60 Schüsse feuerten die Deutschen ab, 15 gingen daneben – zu viel.

HOFFNUNG: Der siebenmalige Saisonsieger Johannes Thingnes Bö aus Norwegen und Martin Fourcade aus Frankreich, der bislang in allen 13 Saisonrennen auf dem Podest stand, scheinen der Konkurrenz weit enteilt. Dahinter sorgte Peiffer mit seinem ersten Podestplatz seit zehn Monaten im Sprint für Hoffnung. Als Fingerzeig für Olympia wollte der 30-Jährige das aber nicht verstanden wissen: «Ich mag solche Quervergleiche nicht.» In der Verfolgung am Samstag und dem Massenstart am Sonntag will er seine gute Form aber bestätigen.