Pyro-Abbrennen
Fans des Hamburger SV brennen Pyrotechnik ab. | Foto: Christian Charisius/dpa

Genehmigung vom DFB

Pyro-Show mit Signalwirkung? HSV darf im Spiel gegen den KSC zündeln

Anzeige

Beim Spiel des Hamburger SV gegen den Karlsruher SC wird es am Samstag heiß hergehen – und das auch vor dem Anpfiff neben dem Platz, wo die Gastgeber zehn Rauchtöpfe zünden werden. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bewilligte am Dienstag einen entsprechenden HSV-Antrag, Der Vorstoß der Hamburger könnte schon bald Nachahmer finden – und die Rufe nach einer generellen Legalisierung von Pyrotechnik wieder lauter werden lassen.

Im Hamburger Volkspark wird es am Samstag heiß hergehen – sehr wahrscheinlich im fußballerischen Kräftemessen des HSV mit dem Karlsruher SC, ganz sicher aber vor dem Anpfiff neben dem Platz, wo die Gastgeber unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zehn Rauchtöpfe zünden werden.

Mehr zum Thema: DFB erlaubt HSV kontrollierte Pyro-Show

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bewilligte am Dienstag einen entsprechenden HSV-Antrag, nachdem die Behörden vor Ort zuvor bereits zugestimmt hatten. Der DFB verweist zwar darauf, dass auch künftig die Einzelfallprüfung gilt, doch der Vorstoß des HSV könnte Nachahmer finden – und die Rufe nach einer generellen Legalisierung von Pyrotechnik wieder lauter werden lassen.

Zuversichtlich, dass dadurch wieder ein Diskussionsfenster aufgeht

Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS), steht der Hamburger Initiative grundsätzlich positiv gegenüber. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass das gut über die Bühne geht und dass dadurch wieder ein Diskussionsfenster aufgeht“, sagt er. Ein solches hatte der DFB im Herbst 2011 krachend zugeschlagen.

Rauch im Stadion: Am Samstag im Spiel gegen den Karlsruher SC dürfen Fans des Hamburger SV ganz legal Pyrotechnik zünden. (Hier gegen Union Berlin.) | Foto: dpa

Zuvor hatten der Verband und die Deutsche Fußball Liga (DFL) monatelang Gespräche mit Fangruppen geführt, die sich Hoffnung machen durften, dass ihre Kampagne „Emotionen respektieren – Pyrotechnik legalisieren“ von Erfolg gekrönt ist – am Ende vergeblich.

Pyro als Teil deutscher Fan-Kultur?

Dass der DFB nun bei dem brisanten Thema die Tür wieder öffnet, könnte auch daran liegen, dass sich inzwischen nicht nur der HSV, sondern auch weitere Vereine mit dem Thema befassen. „Es ist schon was Anderes, ob sich der Vorstandsvorsitzende des HSV äußert oder der Fanvertreter XY“, weiß Gabriel. Der Hamburger Clubchef Bernd Hoffmann hatte vor knapp einem Jahr Pyro als „Teil deutscher Fankultur“ bezeichnet und Alternativen zur Null-Toleranz-Strategie des DFB ins Spiel gebracht.

Vielleicht ein guter Kompromiss

Mit einem kontrollierten Abbrennen von Pyrotechnik vor dem Anpfiff, kann sich grundsätzlich auch Ingo Wellenreuther anfreunden. „Das wäre vielleicht ein guter Kompromiss“, sagt der KSC-Präsident, „das könnte ich mir auch bei uns vorstellen, wenn das von unseren Fans gewünscht ist“. Diese waren im November 2018 bei der Pyro-Show zum Wildpark-Abschied als Veranstalter aufgetreten und hatten sich damit Ärger vom DFB eingehandelt.

Auch interessant: Ex-KSC-Profi Marvin Pourié über den neuen Trainer und seine Zeit im Wildpark

Wird kontrolliertes Abfeuern Pyro-Fans zufrieden stellen?

Dem Verband scheint das Spiel mit dem Feuer nach wie vor nicht geheuer, er verwies am Dienstag ausdrücklich darauf, dass in solchen Fällen die Verantwortung beim Veranstalter liegt. Auch die DFL, an dem Genehmigungsverfahren nur indirekt beteiligt, kann mit den Zündeleien nur wenig anfangen.

DFL-Chef Christian Seifert bezweifelte zuletzt in der „Bild am Sonntag“, dass das kontrollierte Abfeuern von sogenannter kalter Pyrotechnik – diese wird rund 200 statt 2.500 Grad heiß – diejenigen zufrieden stellen wird, „die aktuell unkontrolliert heiße Pyrotechnik abbrennen.“