Torjubel
Leipzigs Jean-Kévin Augustin (r) hat zum 1:0 getroffen und wird von Emil Forsberg und Diego Demme (l) gefeiert. | Foto: Hendrik Schmidt

Europa League

RB Leipzig nach 1:1 gegen St. Petersburg im Viertelfinale

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St. Petersburg (dpa) – Die Europapokal-Reise von RB Leipzig geht weiter. Ein früher Genie-Streich von Vorbereiter Timo Werner und der Treffer vom neuen Tor-Garanten Jean-Kévin Augustin haben dem deutschen Fußball-Vizemeister den erstmaligen Einzug in das Viertelfinale der Europa League beschert.

Der Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl reichte beim FC Zenit St. Petersburg ein 1:1 (1:1), nachdem die Sachsen das Hinspiel in der Red Bull Arena eine Woche zuvor mit 2:1 gewonnen hatten. «Wir sind natürlich sehr stolz und sehr froh, dass wir es geschafft haben weiterzukommen. Wir wissen aber, dass wir es viel früher hätten entscheiden können», sagte Hasenhüttl. «Bei uns gibt es Spannung immer inklusive, manchmal mehr als erträglich.»

Vor 44.092 Zuschauern waren die Leipziger durch Augustins Tor in der 22. Minute in Führung gegangen. Der Ausgleich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Sebastian Driussi (45.+1) machte die zweite Halbzeit aber zu einer Zitterpartie. «Nach dem sehr guten Beginn haben wir leider Gottes aufgehört, Fußball zu spielen und den Gegner stark gemacht», kommentierte Hasenhüttl.

Werner verschoss dabei in der Schlussphase einen Elfmeter und vergab die große Chance zur beruhigenden Entscheidung (82.). Weniger als 72 Stunden vor dem Meisterschaftskracher in Leipzig gegen den FC Bayern bestand die junge RB-Mannschaft jedoch nach aufopferungsvollem Kampf und auch ein wenig Glück den Stresstest im WM-Stadion der russischen Ostsee-Metropole.

RB lief dabei in Topbesetzung auf und setzte auf Ballkontrolle und schnelle Angriffe. Die Clubangaben zufolge 33 mitgereisten Leipzig-Fans sahen, dass der Plan von RB-Coach Ralph Hasenhüttl, möglichst früh ein Tor zu erzielen, aufging.

Augustin nutzte im Strafraum mit Ruhe und Übersicht die erste Chance der Partie. Angreifer Timo Werner hatte ihn mit einem feinen Pass in Szene gesetzt. Schon im ersten Match hatte der Nationalstürmer mit einer Vorlage und einem Treffer geglänzt. Doch trotz des Hinspielerfolges und der Führung konnten sich die Sachsen nicht ausruhen, denn St. Petersburg brauchte nur zwei Treffer, um eine Verlängerung zu erzwingen.

Zenit, das im Hinspiel vor allem gemauert hatte und durch ein Freistoßtor in der Schlussphase zu seinem Auswärtstreffer gekommen war, agierte angriffslustiger als vor einer Woche. Gleich zu Beginn hatten die Gastgeber aber Pech: Trainer Roberto Mancini musste nach acht Minuten den russischen Nationalstürmer Alexander Kokorin auswechseln, da dieser sich bei einem Zweikampf mit RB-Kapitän Willi Orban verletzte.

Auch nach dem Rückstand fehlte Zenit zunächst Glück: Der argentinische Nationalspieler Leandro Paredes, das Hinspiel hatte er gelbgesperrt verpasst, setzte einen wuchtigen Freistoß an Leipzigs Latte (26.). Nach weiteren Chancen kamen die Gastgeber in der Schlussphase vom ersten Durchgang zum Ausgleich, Driussi konnte nach Flanke von links den Ball ins Tor drücken.

Zur zweiten Hälfte nahm Hasenhüttl RB-Kapitän Orban aus der Partie. Den gelbverwarnten Innenverteidiger ersetzte der 18 Jahre alte Ibrahima Konaté, der in der Folge mit dem 19-jährigen Dayot Upamecano Leipzigs Abwehrzentrum bildete. RB gelang es zunächst jedoch, Druck nach vorne zu entwickeln und so die Torgefahr von Zenit zu reduzieren. Der Bundesliga-Sechste schaffte es aber nicht, das erlösende zweite Auswärtstor zu erzielen. Am Ende drückten die Hausherren, doch Leipzig brachte das 1:1 über die Zeit.

Im Viertelfinalhinspiel wird Leipzig möglicherweise wieder auf die junge Innenverteidigung aus Konaté und Upamecano setzen, denn Orban ist dann gelbgesperrt. Die Begegnungen der Runde der letzten acht Teams werden am Freitag ausgelost.

Leipzigs Bernardo (r) und St. Petersburgs Emiliano Rigoni kämpfen um den Ball. | Foto: Hendrik Schmidt
St. Petersburgs Sebastián Driussi (r/11) trifft zum 1:1 gegen die Gäste aus Leipzig. | Foto:  Hendrik Schmidt
St. Petersburgs Torschütze Sebastián Driussi (M) wird von Emiliano Rigoni gefeiert wird. | Foto:  Hendrik Schmidt
Timo Werner scheitert mit seinem Elfmeter an St. Petersburgs Torhüter Andrey Lunev. | Foto: Hendrik Schmidt