Nico Müller im Audi
Nico Müller hat das finale Rennen der DTM-Saison auf dem Hockenheimring gewonnen. Der Schweizer ist damit Vize-Meister | Foto: Uwe Anspach/dpa

Motorsport

Regentanz zum DTM-Finale in Hockenheim: Das sagen die Fahrer zu den Bedingungen

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Nico Müller gewinnt das finale Rennen der DTM-Saison 2019 am Hockenheimring. Der Audi-Pilot kam bei strömenden Regen vor Markenkollege Mike Rockenfeller und Champion Rene Rast als Bester mit den widrigen Bedingungen zurecht. Die Gaststarter der japanischen Super GT hatten hingegen große Probleme mit den Reifen. Die Fahrer haderten mit dem Wettergott.

Egal, welchen DTM-Fahrer man am finalen, verregneten Rennsonntag auf dem Hockenheimring fragte, die Antwort war dieselbe: Die Bedingungen seien schwierig gewesen. Auch DTM-Champion Rene Rast (322 Punkte/Audi), der im Rennen Dritter wurde, übte Kritik am Wettergott ob des Dauerregens: „Unter diesen Bedingungen ist ein Platz auf dem Podium ein gutes Ergebnis.“

Renndistanz wegen Regen verringert

Die Rennleitung setzte sogar die Distanz von 55 auf 52 Minuten plus eine Runde runter. Nico Müller (250 Punkte/Audi) kam mit der nassen Fahrbahn am Besten zurecht und holte sich den finalen Sieg der Saison. So schnappte sich der Schweizer auch die Vizemeisterschaft vor Marco Wittmann (202 Punkte/ BMW). „Das Ergebnis heute macht den Verlust in der Meisterschaft etwas wett“, sagte Müller nach dem Lauf, den Pokal für den zweitbesten Fahrer der Saison dicht neben sich.

Teamtitel an Audi-Team Rosberg um Champion Rast

Rast sicherte sich gemeinsam mit Kollege Jamie Green für den Rennstall Rosberg (Neustadt an der Weinstraße) außerdem den Titel in der Teamwertung (447 Punkte) vor Abt-Sportsline (407).
Der 32-jährige Rast ist aktuell das Maß der Dinge in der DTM. Bei seinem Sieg im Rennen am Samstag schmiss er noch seine Schuhe ins Publikum. Sonntags sprach der zweifache DTM-Champion lieber darüber, wo die Reise in Zukunft noch hingehen soll: „Zur Reihe der Fahrer wie Bernd Schneider zu gehören, das wäre toll“, erinnerte Rast an den fünffachen Titelträger, der besonders im Regen Anfang der 2000er-DTM-Jahre Maßstäbe setzte.

„Man muss immer überlegen, wie stark man das Auto belastet – bei diesen Bedingungen“, hatte auch Müller seine Meinung zu den schwierigen Umständen. Wegen des vielen Wassers auf der Strecke donnerten die Piloten teils im Blindflug über die Strecke.

Rast kurzzeitig mit Problemen

Im Getümmel beim Rennbeginn schob sich Rast Position um Position nach vorne und kassierte direkt mehrere Fahrzeuge. „Ich war überrascht, wie gut mein Start war“, gestand der Mindener. Nach seinem Boxenstop führte er sogar kurzzeitig das Feld an, eher er Müller und Mike Rockenfeller (Audi), der Zweiter wurde, vorbeiziehen lassen musste. Besonders auf dem mittleren Streckenabschnitt geriet Rasts Audi mehrfach ins Schlingern.

Timo Glock beneidet Super-GT-Piloten nicht

So rückte ihm auch BMW-Pilot Timo Glock auf die Pelle. „Sobald ich aber näher an ihm dran war, bekam ich zu viel Wasser ab. Das war nicht gut für den Motor“, bewerte Glock die Duelle. Letztlich blieb ihm nur der vierte Platz. Auch weil Rast das Tempo wieder erhöhen konnte. Die Bedingungen seien besonders für die drei Gäste der japanischen Super GT schwer gewesen. „Das war eine Hercules-Aufgabe“, sagte Glock wissend, dass deren Autos mit den Einheitsreifen der DTM Probleme hatten.

Super-GT-Piloten mit Problemen auf nasser Fahrbahn

„Im Nassen hatten wir keine Chance“, sagte Honda-Fahrer Jenson Button. Der Ex-Formel-1-Weltmeister wurde 16, fuhr deutlich langsamere Rundenzeiten als die DTM-Konkurrenz. Super-GT-Kollege Nick Cassidy (Lexus) schied früh aus. Ronnie Quintarelli (Nissan) wurde Letzter.

Button zufrieden und mit Zukunft in der DTM?

Im Trocken-Rennen am Samstag lief es für Button deutlich besser. Der Brite fuhr auf einen starken neunten Rang. Zuvor hatte er mit einem sechsten Platz im Qualifying aufhorchen lassen. „Mir hat das Wochenende sehr gefallen,“, fand er seine Rückkehr an den Hockenheimring dennoch positiv. Die Frage, ob er gerne regelmäßig in der DTM fahren würde, beantworte er gewohnt schelmisch: „Vielleicht in der Zukunft.“