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Fußball-Verbandsliga

Cheftrainer Matthias Frieböse tritt beim SV 08 Kuppenheim zurück

Unter Matthias Frieböse hat sich der SV 08 Kuppenheim in den vergangenen Jahren zu einem stabilen Verbandsligisten mit Perspektive auf das obere Tabellendrittel entwickelt. Ein verpatzter Start in die neue Saison bewegte den 36-Jährigen nun zum Rücktritt, die Vereinsführung ist geschockt.

Rücktritt im Wörtelstadion: Matthias Frieböse verlässt den Fußball-Verbandsligisten SV 08 Kuppenheim nach über sechs Jahren. Seit März 2017 wirkte der 36-Jährige als Cheftrainer. Foto: Hans-Jürgen Collet

Nach der jüngsten 0:3-Heimniederlage gegen den Kehler FV verschwand Matthias Frieböse sofort in der Kabine. Der Cheftrainer des Fußball-Verbandsligisten SV 08 Kuppenheim war sichtlich unzufrieden mit der Vorstellung seines Teams, ganz unabhängig vom negativen Resultat. Mit zwei Nächten Abstand zog der 36-Jährige seine Konsequenzen und erklärte am Montagnachmittag seinen sofortigen Rücktritt. Versuche der Vereinsführung, den ehrgeizigen Frieböse umzustimmen, blieben erfolglos.

Damit hat keiner von uns gerechnet.
Klaus Strickfaden, Zweiter Vorsitzender des SV 08 Kuppenheim

„Damit hat keiner von uns gerechnet“, sagt der Zweite Vorsitzende Klaus Strickfaden, der die neue Lage noch gar nicht realisieren kann. „Ich bedauere es extrem und will es nicht wahrhaben. Ich habe noch nie einen Trainer erlebt, der so intensiv arbeitet. Er lebt Fußball zu 200 Prozent und hat alles reingeworfen.“ Andererseits äußert der Funktionär Verständnis für die Sichtweise Frieböses. Dieser erklärt seinen Entschluss mit den Entwicklungen der vergangenen Wochen. „Viele Dinge sind falsch gelaufen. Ich bin sehr ehrgeizig und will vielleicht zu viel“, sagt Frieböse, dem vor allem das Heimdebakel gegen Denzlingen vor zwei Wochen zu schaffen macht. „Das 1:7 nagt an einem.“ Der folgende 3:0-Sieg in Donaueschingen hellte die Stimmung nur kurzzeitig auf, nach dem Kehl-Spiel kehrten die Zweifel zurück.

Es ist kein einfacher Schritt, weil ich viel Herzblut für diesen Verein habe.
Matthias Frieböse, Ex-Trainer SV 08 Kuppenheim

Mitten in der Nacht zu Sonntag wachte er auf und schaute sich ein Video der ersten Halbzeit an. Was er sah, festigte die Entscheidung. „Es ist kein einfacher Schritt, weil ich viel Herzblut für diesen Verein habe“, sagt Frieböse, der sich als „schwarz-blau durch und durch“ bezeichnet. Mit seinem Rücktritt erhofft sich Frieböse beim SV 08 neue Impulse, um nach dem Fehlstart (drei Punkte aus vier Partien) noch eine gute Runde zu spielen. Seine Trainerkarriere sei damit freilich nicht beendet, soll aber eine Weile ruhen. „Die Pause wird wohl etwas länger. Ich sitze nicht auf Kohlen und warte nicht darauf, dass sich in der Winterpause ein Verein meldet“, sagt Frieböse.

Schwierige Suche nach einem Nachfolger

Weniger entspannt ist die Situation im Wörtelstadion, wo die schwierige Suche nach einem Nachfolger läuft. „Der neue Trainer muss die ID des SV 08 weiterleben“, betont Strickfaden. Das Training leitet in dieser Woche der spielende Co-Trainer Faruk Karadogan, der beim Spiel bei Aufsteiger SF Elzach-Yach am Sonntag wohl gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Ralf Balzer die Kommandos gibt. Als Frieböse-Nachfolger kommt Spieler Karadogan aber nicht infrage. „Wir wollen keine Doppelfunktion“, so Strickfaden.

Trainerlaufbahn beginnt in Steinmauern

Frieböse hatte seine Trainerkarriere als spielender Coach vor zehn Jahren beim FV Steinmauern begonnen. 2014 wechselte er nach Kuppenheim und betreute zunächst die A-Junioren, ehe er im März 2017 zum Chef befördert wurde. Hauptberuflich leitet Frieböse zusammen mit Christian Hofmeier (Trainer des Landesligisten SV Mörsch) eine Fußballschule.

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